Arbeitsbericht 2003 |
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| Hinweise zur Handhabung: Hier finden Sie den Arbeitsbericht 2003 des Nordfriisk Instituut als pdf-Datei zum Download. Um den unterschiedlichen technischen Möglichkeiten gerecht zu werden, bieten wir Ihnen dabei zwei unterschiedliche Versionen an: Die Version 1 enthält zusätzlich zum eigentlichen Arbeitsbericht einen Pressespiegel mit Bildern und Berichten zur Arbeit des Instituts. Der Umfang dieser Version beträgt allerdings fast 3 MB. Ein Download empfiehlt sich daher lediglich für Besitzer eines schnellen DSL-Anschlusses. Alle Übrigen sollten sich für die zweite Version entscheiden, die auf eine Vorstellung der Presseberichte verzichtet und deshalb nur eine Dateigröße von ca. 100 KB aufweist. Mit einem Klick auf eine der Abbildungen auf der rechten Seite starten Sie den Download der je nach Übertragungsart einige Sekunden bis zu einer Minute in Anspruch nehmen kann. Am 31.12.2003 waren folgende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Institut beschäftigt:
Vom Schulamt abgeordnet:
Praktikum:
B. Verein und Geschäftsführung Der Vorstand des Vereins Nordfriesisches Institut e.V. setzte sich im Berichtsjahr wie folgt zusammen: Vorsitzender: stellv. Vorsitzender: Schriftführer: stellv. Schriftführerin: Schatzmeister: stellv. Schatzmeisterin: Beisitzer, Foriining for nationale Friiske: Beisitzer, Nordfriesischer Verein: Beisitzer, Heimatbund Landschaft Eiderstedt: Beisitzer, Nordfriesische Wörterbuchstelle der Universität
Kiel: Beisitzer, Jugendgruppe des Nordfriisk Instituut: Beiratssprecherin: stellv. Beiratssprecher: Kuratoriumssprecher: Mitgliederbewegung 2003:
Mitgliederstatistik:
Die Mitgliederversammlung fand am 26. 4. in Niebüll statt. Das Kuratorium des Nordfriisk Instituut kam im Berichtsjahr nicht zusammen. Der Beirat traf sich am 12. 4. sowie am 6. 12. Der Vorstand tagte achtmal, einmal gemeinsam mit dem Plattdeutschen Rat Schleswig-Holstein. Die Institutskonferenz beriet am 14. 3. im Nordfriisk Instituut über das Arbeitsprogramm. Der Satzungsausschuss traf sich zweimal, um über die Anpassung der Satzung an veränderte Gegebenheiten zu beraten. Zur Mitgliederversammlung 2003 musste ein Haushalt vorgelegt werden,
der mit einem Defizit von 36 472 Euro abschloss. Damit dieser Fehlbetrag
nicht zum Tragen kam, wurden zahlreiche Maßnahmen eingeleitet: Eine
halbe Stelle im wissenschaftlichen Bereich ist weggefallen, weitere Einsparungen
ergaben sich durch Stundenkürzungen. Die Öffnungszeiten des
Instituts wurden um etwa die Hälfte reduziert. Eine große Hilfe
zur Vermeidung des Defizits war die Bereitschaft zahlreicher Mitglieder,
durch Spenden oder durch freiwillige Erhöhung des Mitgliedsbeitrages
den Erhalt des Instituts zu sichern. Über 16 000 Euro erbrachte der
Spendenaufruf in der Juni-Ausgabe der Zeitschrift Nordfriesland. Nordfriesland Nordfriesisches Jahrbuch Jarling Studien und Materialien NF-Texte aus dem Nordfriisk Instituut Materialien für den friesischen Schulunterricht Neues Friesisches Archiv
Bibliothek, Archiv und Dokumentation des Nordfriisk Instituut sind angelegt
als Spezialsammlung zur Region Nordfriesland mit allen Themenbereichen.
Diese Sammlung wird ständig ausgebaut. Infolge der Finanzknappheit
war es über weite Strecken des Berichtsjahres nicht möglich,
wie bisher eine Hilfskraft für den Bereich Bibliothek und Archiv
aus Institutsmitteln zu bezahlen. Im Berichtsjahr wurden rund 370 Einzelveröffentlichungen und Ausgaben
von knapp 200 Fortsetzungen eingestellt. Ankäufe mussten unterbleiben.
Die Neuerscheinungen werden erworben im Schriftentausch, als Freistücke
von Verlagen oder als Rezensionsexemplare. Gedächtnis der friesischen Bewegung: Im Mittelpunkt
der Archivarbeit steht das am 1. Mai 2003 angelaufene, aus Bundesmitteln
geförderte Projekt Gedächtnis der friesischen Bewegung.
Das Wirken der friesischen Vereinigungen spiegelt sich in einer Fülle
von Protokollen, Briefen, Aufzeichnungen, Veröffentlichungen und
sonstigen Unterlagen. Diese Bestände sind bedeutsam nicht nur für
die friesische Bewegung selbst, sondern auch für die Regionalforschung
in Schleswig-Holstein und darüber hinaus. Ziel des Projektes ist
es, sie zu sichern und sie für die Forschung nutzbar zu machen. Eine
wesentliche Grundlage bilden die wissenschaftlichen Arbeiten zu diesem
Themenkreis, insbesondere die Dissertationen von Johannes Jensen und Thomas
Steensen. Hierauf fußend, bearbeitete Benedikta zu Stolberg zunächst
die Überlieferung des Vereins Nordfriesisches Institut, seiner Gremien
und seiner zentralen Arbeitsvorhaben und legte zudem eine umfassende Bibliographie
und ein umfassendes Personenregister zur friesischen Arbeit an. Astrid
Kars-tensen leistete Recherche-Arbeiten. Die Koordination des Projekts
besorgt Fiete Pingel in Abstimmung mit Thomas Steensen. Grundinformation über die friesische Volksgruppe: Das Nordfriisk Instituut sieht es als eine wesentliche Aufgabe an, sachgemäß über Sprache, Geschichte und aktuelle Situation der friesischen Volksgruppe zu informieren, nicht zuletzt auf überregionaler Ebene. In diesem Sinne verfasste Thomas Steensen einen Aufsatz für die Zeitschrift des Leibniz-Instituts für Länderkunde an der Universität Leipzig Europa Regional. Lebenserinnerungen Friedrich Paulsens: Die Arbeit an der erstmaligen vollständigen Veröffentlichung der Lebenserinnerungen Friedrich Paulsens (1846-1908) in deutscher Sprache wurde fortgesetzt. Thomas Steensen nahm in Verbindung mit der an der Universität Flensburg gehaltenen Lehrveranstaltung eine weitere Durchsicht vor. Benedikta zu Stolberg erstellte in Abstimmung mit Thomas Steensen ein Personenverzeichnis und ermittelte Daten zu den meisten vorkommenden Personen. Datenbank Nordfriesland: Im Berichtsjahr wurde der Bestand an
Informationstexten zu nordfriesischen Themen weiter ausgebaut. Harry Kunz
besorgte auch weiterhin die Pflege der Datenbank. Er und Thomas Steensen
fertigten mehrere Artikel an, hauptsächlich zu nordfriesischen Ortschaften
und Personen. Christian-Feddersen-Preis: Am 4. September verlieh das Nordfriisk
Instituut mit Unterstützung der Ute-Karl-Friedrich-und-Carsten-Hagemann-Stiftung
zum dritten Mal den Christian-Feddersen-Preis. Für das Jahr 2003
waren die Grundschulen Nordfrieslands aufgerufen, ihre Vorschläge
kundzutun. Ausgezeichnet wurden das in den 1980er Jahren von der Lehrerin
Greta Johannsen initiierte friesische Patenschaftsmodell der Hans-Momsen-Schule
in Fahretoft sowie die Bürgerschule in Husum, die anlässlich
der 400-Jahr-Feier der Stadt mit einem historischen Festumzug und einem
Markttreiben für zwei Tage die Vergangenheit wieder aufleben ließ.
Die technische Organisation der Veranstaltung lag bei Rita Carlsen, die
auch zusammen mit Dörte Flor die Preisverleihung plante und organisierte.
Dem Kuratorium gehören Dörte Flor, Greta Johannsen, Hark Martinen,
Thomas Steensen und Marie Tångeberg an. [S. Presseartikel S. 35] Nordfriesisches Liederbuch: Singen bietet einen wichtigen Zugang
zur Sprache. Vor allem an Schulen und Kindergärten wendet sich das
von Dörte Flor zusammengestellte neue friesische Liederbuch Lätj
üs friisk schunge. Es enthält 35 Lieder in sieben verschiedenen
Dialekten mit zeitgemäßen Texten, die nach bekannten, aber
auch nach neu komponierten Melodien gesungen werden sollen. Noten, Gitarrengriffe,
Wortlisten und entsprechend aufbereitetes Material zu den Liedtexten in
dem dazugehörigen Arbeitsbuch bieten die Möglichkeit, in selbstständiger
Arbeit in offenem Unterricht den eigenen Dialekt umfassend zu behandeln,
aber auch sich mit anderen friesischen Mundarten vertraut zu machen. Das
Lektorat der friesischen Texte übernahmen Antje Arfsten (Fering,
Fräisch und Öömrang), Adeline Petersen (Frasch, Fräisch
und Freesk), Bettina Köhn (Halunder) und Carmen Müller-Matzen
(Sölring). Käthe Jürgensen lieferte die Übersetzungen
der Nordergoesharder Lieder. Das aufwendige Layout für das Liederbuch
erstellten Bärbel Andersen und Anke Hoetter, die auch das umfassende
Arbeitsbuch bearbeitete. Bei der Fertigstellung des Liederbuches halfen
zahlreiche Personen, die im Vorwort erwähnt sind. Die Veröffentlichung
wurde mit finanzieller Unterstützung durch das Ministerium für
Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Schleswig-Holstein
in Zusammenarbeit mit dem Frasche Rädj-Friesenrat gedruckt. Sie wurde
mit einem bunten Programm am 27. 11. in der Nis-Albrecht-Johannsen-Schule,
Lindholm, vorgestellt. Fryske Taal Rotonde för aran: Mit der Veröffentlichung der Bände I und II der Fryske Taal Rotonde in den Mundarten Sölring, Öömrang, Fering und Mooringer Frasch 2002 durch das Nordfriisk Instituut steht eine Fülle neuer friesischer Kurzgeschichten, Lieder und Reime zur Verfügung. Da die Fryske Taal Rotonde als Unterrichtswerk ausführliche didaktische Anweisungen und Vorlagen für pädagogische Spiele enthält, ist sie in dieser Form für den privaten Gebrauch wenig geeignet. Daher wurde eine Version speziell für den Hausgebrauch erstellt, die Fryske Taal Rotonde för aran. Dafür traf Antje Arfsten eine Auswahl von Texten, Liedern und Reimen in den vier schon veröffentlichten Mundarten und besorgte die technische Umsetzung (vgl. C. 3). Verzeichnis nordfriesischer Theaterstücke: In Nordfriesland gehört die lebendige friesischsprachige Theaterlandschaft zu den größten Stützen der Sprachpflege. Die aufgeführten Theaterstücke sind häufig Eigenproduktionen, die in der Regel nur in Manuskriptform vorliegen und zudem häufig nur einem kleinen Kreis bekannt sind. Von den im Nordfriisk Instituut vorhandenen neueren nordfriesischen Theatermanuskripten, die überwiegend aus dem Theaterwettbewerb im Jahr 1995 stammen, erstellte Antje Arfsten ein ausführliches Verzeichnis. Dieses bietet einen schnellen Überblick über Art und Handlung der ca. 50 darin aufgeführten Theaterstücke. Liste der Namen gesetzlicher Feiertage. Für den Kalender Jarling erarbeitete Adeline Petersen mit Unterstützung durch Antje Arfsten eine Liste aller gesetzlichen Feiertage in den unterschiedlichen nordfriesischen Dialekten. Schreibwettbewerb: Der vom Nordfriesischen Verein geplante friesisch-niederdeutsche Schreibwettbewerb wurde in Zusammenarbeit mit dem Institut neu konzipiert. Auf Anregung von Thomas Steensen konnte in Gesprächen mit dem Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag (sh:z) dessen Mitwirkung erreicht werden. Im Unterschied zum Wettbewerb Ferteel iinjsen mit dem Norddeutschen Rundfunk geht es hier um journalistische Texte wie Reportagen und Interviews, also nicht um Erzählungen. Das von Hans Otto Meier erdachte Thema lautet: Wenn das Hobby zur Leidenschaft wird ... Die Texte sollen auf Friesisch, Niederdeutsch oder Süderjütisch verfasst werden. Der Wettbewerb wird veranstaltet vom Nordfriesischen Verein, dem Institut, dem Zentrum für Niederdeutsch, der Friisk Foriining, der Sydslesvigsk Forening Sydtønder Amt und dem Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag. Am Ende des Berichtsjahrs war der vom Nordfriesischen Verein bei der Firma Kühnast-Design, Husum, in Auftrag gegebene Folder fertig gestellt. Bis 31. März 2004 können Texte eingereicht werden. Friesisch in den Schulen: Weiterhin wurde die Sammlung von Materialien zum Friesischunterricht im Nordfriisk Instituut ausgebaut und es wurden auf Anfrage Unterlagen gezielt zur Verfügung gestellt. Nach Möglichkeit begleitete Dörte Flor auch im Berichtsjahr die Arbeit der Friesischlehrkräfte in den einzelnen Schulen, etwa durch Besuche und durch Info-Angebote für die Eltern. Im Zusammenwirken insbesondere auch mit der von Gerd Vahder betreuten Lernwerkstatt gab sie Anregungen für die Treffen der Friesischlehrkräfte. Auf den Treffen am 3. 4. und am 20. 11. informierte sie ihre Kollegen über neue Kontakte (Mercator), das Projekt Niebüll eine friesische Stadt und das Liederbuch Lätj üs friisk schunge. Friesischunterricht an dänischen Schulen: In Verbindung mit einer Lehrveranstaltung an der Universität Flensburg wurde der Stand des Friesischunterrichts an dänischen Schulen erhoben. Friesischstudierende und Thomas Steensen führten mit dem früheren Wanderlehrer und Sekretär der Nationalen Friesen Alfred Boysen am 15. 1. eine Zeitzeugenbefragung durch. Die frühere Lehrerin Marie Tångeberg wurde schriftlich befragt. Thomas Steensen erstellte einen historischen Überblick zum Thema. Nach ausführlichen Erörterungen im Colloquium des Wintersemesters 2003/04 wurden die Ergebnisse der Erhebung zusammengefasst. Dazu soll im 2004 ein Heft in der Reihe NF-Texte aus dem Nordfriisk Instituut erscheinen. Friesisch in der Zeitung: Seit Oktober 1993 bringen die vier Tageszeitungen Husumer Nachrichten, Der Insel-Bote, Nordfriesland Tageblatt und Sylter Rundschau des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages regelmäßig eine friesisch-niederdeutsche Seite. Im Jahr 2003 enthielt diese Seite, die sechsmal kreisweit erschien, insgesamt 15 friesische Artikel, die von Antje Arfsten redaktionell betreut wurden. Eine große Unterstützung stellte die rege Mitarbeit von Dr. Karin Haug und Walter Wickel dar, die zu fast jeder Seite einen Beitrag auf Mooringer Frasch bzw. Öömrang beisteuerten. Newsletter: Mit dem Newsletter En koon friisk des Nordfriisk Instituut soll Wissenswertes und Informatives über die friesische Sprache, Geschichte und Kultur auf digitalem Wege einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Im Jahr 2003 erschien der Newsletter sechsmal und wurde an über 100 Abonnenten kostenlos verschickt. Die jeweiligen Ausgaben erstellten Antje Arfsten, Dörte Flor, Harry Kunz, Adeline Petersen, Jens Owe Petersen und Fiete Pingel im Rahmen des Projektes Friesisch im Internet, das aus Bundesmitteln gefördert wird. Internettexte der Minderheitenbeauftragten auf Friesisch: Die Kieler Staatskanzlei forderte Übersetzungen von vier Texten für die Internetseiten der Minderheitenbeauftragten Renate Schnack an. Zwei der mit vielen Fachausdrücken versehenen Texte übertrug Manfred Nissen in das Mooringer Frasch, die anderen beiden setzte Antje Arfsten ins Fering um. Friesische Videofilme: Die im Jahr 2002 auf Mooringer und Föhringer Friesisch synchronisierten zehn Folgen der westfriesischen Fernsehserie für Kinder Bear Boeloe haben gezeigt, wie wichtig audiovisuelle Medien für die friesische Spracharbeit in den Kindergärten und Schulen sind. Im Rahmen eines durch Bundesmittel geförderten Projekts des Nordfriisk Instituut setzte Antje Arfsten 2003 diese Arbeit mit den Synchronisationen auf Sylter und Wiedingharder Friesisch fort. Der zu synchronisierende westfriesische Originaltext wurde von Carmen Müller-Matzen ins Sölring und von Adeline Petersen ins Wiring-hiirder Freesk übersetzt. Mit Hilfe des Friesischen Vereins der Wiedingharde und der Sölring Foriining konnten geeignete Synchronsprecher gefunden werden. Für die technische Umsetzung wurde das Videostudio in Stedesand genutzt. Nordergoesharder Friesisch: Dörte Flor organisierte am 6. Mai und 10. Juni in Langenhorn Informationsabende. Das Ziel der Zusammenkünfte war, den Stand und die Perspektiven des Goesharder Friesisch festzuhalten und mögliche Aktivitäten zur Sprachpflege zu diskutieren. Menschen, die in der Nordergoesharde Fräisch oder Freesch sprechen, wurden dabei gezielt einbezogen. Es ergaben sich neue Impulse für die Spracharbeit in der Region. G. Geschichte 5. Historiker-Treffen Städte in den Frieslanden:
Die Geschichte der Städte in den Frieslanden wurde bisher noch nicht
zusammenfassend in den Blick genommen. Anlässlich des 400-jährigen
Stadtrechtsjubiläums der Stadt Husum richtete das Nordfriisk Instituut
sein 5. Historiker-Treffen am 8. November im Ratssaal des Husumer Rathauses
aus und widmete es dem Thema Städte in den Frieslanden.
Als Mitveranstalterin trat die Gesellschaft für Husumer Stadtgeschichte
auf. Husumer Geschichte: Zur 400-Jahr-Feier Husums, der Kreisstadt
des Kreises Nordfriesland, publizierte die Gesellschaft für Husumer
Stadtgeschichte das Buch Geschichte Husums. Von den Anfängen
bis zur Gegenwart. Die Konzeption hatte Fiete Pingel entwickelt,
der zunächst auch an der Redaktionsarbeit mitwirkte, aus seiner Tätigkeit
im Nordfriisk Instituut heraus. Seine Bitte, die Zusammenarbeit auf der
inneren Titelseite namhaft zu machen, wurde vom Vorstand der Gesellschaft
für Husumer Stadtgeschichte abgelehnt. Fiete Pingel stellte den Zeitraum
1713-1813 unter dem Titel Von der Ruhe des Nordens bis zum Staatsbankrott
dar. Thomas Steensen bearbeitete die Zeit des Kaiserreichs. Neben dem
Beitrag für den Sammelband verfasste er eine 300 000 Zeichen umfassende
Darstellung, die als Grundlage für eine spätere Buchveröffentlichung
dienen könnte. In Verbindung mit dieser Arbeit setzte er seine Forschungen
zu dem Husumer Bürgermeis-ter Dr. Lothar Schücking fort und
hielt darüber im Rahmen des Stadtjubiläums einen Vortrag vor
der Gesellschaft für Husumer Stadtgeschichte; dieser soll auch als
Grundlage für einen Beitrag im Jahrbuch für Liberalismusforschung
dienen. Außerdem verfasste er in Verbindung mit der Arbeit am Text
Husum im Kaiserreich einen Zeitschriftenbeitrag über
Theodor Storm und Rezensionen zu Storm-Biographien. Geschichte Nordfrieslands: Im Jahre 1995 hatte das Institut im Verlag Boyens & Co., Heide, die erste umfassende Geschichte der Region vorgelegt. Auch die 1996 erschienene zweite Auflage ist seit langem vergriffen. Nun werden die einzelnen Teile des Buches in überarbeiteten Neuausgaben vorgelegt. Den Anstoß dazu gab eine Anfrage des Wyker Dr.-Carl-Haeberlin-Friesenmuseums, ob der Teil von Albert Bantelmann über die Vor- und Frühgeschichte gesondert wieder erscheinen könnte. Der von der Insel Amrum stammende Archäologe Martin Segschneider sah den Text durch und ergänzte ihn. Museumsleiterin Jutta Kollbaum-Weber und Thomas Steensen besorgten das Lektorat. Unter dem Titel Nordfriesland in vorgeschichtlicher Zeit konnte die Schrift sodann erscheinen, herausgegeben vom Nordfriisk Instituut in Zusammenarbeit mit der Stiftung Nordfriesland, gleichzeitig als Nr. 19 in der Schriftenreihe des Friesenmuseums. Damit ist der erste Teil der Geschichte Nordfrieslands wieder greifbar. Vorarbeiten für die Herausgabe der weiteren Teile begannen im Berichtsjahr, insbesondere für den Band über das Mittelalter. Zwangsarbeitende in Nordfriesland: Mehrfach hatte das Nordfriisk
Instituut in der Vergangenheit auf die Notwendigkeit hingewiesen, das
Schicksal der Zwangsarbeitenden während des Zweiten Weltkriegs in
Nordfriesland zum Thema zu machen. Im Zuge eines vom Schleswiger Institut
für schleswig-holsteinische Zeit- und Regionalgeschichte im Auftrage
des Kreises Nordfriesland unter der Leitung von Prof. Dr. Uwe Danker,
Nils Köhler, Eva Nowottny und Prof. Dr. Michael Ruck erstellten Gutachtens
zu diesem Bereich verfass-te Jens Owe Petersen einen Artikel über
die wissenschaftlich bislang unerforschte Räumung der Dörfer
Ahrenviöl und Högel im Jahre 1945. Fiete Pingel und Thomas Steensen
erarbeiteten einen Beitrag über die Geschichte der KZ-Außenlager
Husum-Schwesing und Ladelund, in dem die Forschung auf dem aktuellen Stand
zusammengefasst wird. Auf der Grundlage des Gutachtens soll 2004 eine
Buchpublikation entstehen. Die vom Institut geleistete Forschungsarbeit
konnte mit Unterstützung der Sparkassen-Kulturstiftung Nordfriesland
und aus dem van Wouwerschen Vermächtnis finanziert werden. Rechtsgeschichte Eiderstedts: Die Rechtsgeschichte Nordfrieslands ist ein wichtiger Spiegel der in vielem besonderen Sozialgeschichte der Region. In der Instituts-Reihe Studien und Materialien erschien als Nr. 32 die mit Unterstützung des Heimatbundes Landschaft Eiderstedt gedruckte Dissertation der Hamburger Juristin Isabella Löw: Die Eiderstedter Landrechte von 1426 bis 1591. Rechtsgeschichte, Rechtswandel und Rechtsverwandtschaf-ten. Das Buch wurde am 26. Juni in Tating bei einer gemeinsam mit dem Heimatbund Landschaft Eisderstedt organisierten Veranstaltung vorgestellt. Es bietet eine fundierte Darstellung und korrigiert auch, wo nötig, überkommene Kenntnisstände. Den Text unterzog Harry Kunz in Abstimmung mit Fiete Pingel und Thomas Steensen einem eingehenden Lektorat. Anke Hoetter erstellte die Druckdatei. Neues Friesisches Archiv: In Anlehnung an die von dem Historiker und Sprachforscher Heinrich Georg Ehrentraut 1847 und 1854 unter dem Titel Friesisches Archiv herausgegebenen Bände nannte das Nordfriisk Instituut seine im Berichtsjahr mit der ersten Ausgabe begonnene Quellen-Reihe Neues Friesisches Archiv. Die Initiative dazu ging von Albert Panten aus, der 1986 bereits die Reihe Sammlungen zur geschichtlichen Landeskunde Nordfrieslands und der schleswigschen Geest begründet hatte; diese wird von der neuen Reihe abgelöst. Die erste Ausgabe enthält 17 von Albert Panten herausgegebene Aktenstücke und Urkundenreihen des 11. sowie des 15. bis 18. Jahrhunderts zur Insel Sylt, zur Karrharde, zur Nordergoesharde, zur Insel Strand, zur Stadt Husum und zur Halbinsel Eiderstedt; der niederländische Forscher Piet Boon dokumentiert Spuren Föhrer Seefahrer in den Protokollen der Stadt Enkhuizen im 16. und 17. Jahrhundert, und Harry Kunz teilt Briefschaften aus der Zeit der Neugründung des Nordfriesischen Vereins 1945/46 mit. Es handelt sich jeweils um buchstabengetreue Quellenabschriften, die mit entsprechenden Lese- und Verständnishilfen versehen sind. Chronikarbeit: Die von Laien bearbeitete Ortsgeschichte bleibt ein wesentliches Arbeitsfeld für das Nordfriisk Instituut. Auch im Berichtsjahr wurde eine Reihe von Anfragen zur Chronikarbeit beantwortet, zuständig ist weiterhin vor allem Fiete Pingel. Intensivere Arbeitskontakte ergaben sich zu Chronistinnen und Chronisten im Cecilienkoog, in Haselund, in Schwesing und in Westerhever. Im Dezember erschien der von Fiete Pingel durchgesehene dritte Band der Wobbenbüller Chronik vor allem mit der Geschichte der Höfe. Der von Thomas Steensen zum 650-jährigen Jubiläum Langenhorns gehaltene Festvortrag wurde von der Gemeinde Langenhorn als kleine eigenständige Schrift herausgegeben; die Anregung dazu hatte Christian Sönksen, damals Vorsitzender des Kreiskulturausschusses, gegeben. Geschichte der Breklumer Mission: Thomas Steensen nahm an mehreren Workshops zur Geschichte der Breklumer Mission teil. In diesem Rahmen wird u. a. eine Ausstellung erarbeitet. Thomas Steensen plant eine Lehrveranstaltung zu dieser Thematik an der Universität Flensburg, voraussichtlich im Sommersemester 2005. Auswanderer-Archiv Nordfriesland: Die Arbeiten im Berichtsjahr beschränkten sich zum einen auf die anfallenden Routineaufgaben wie das Betreuen von Besucherinnen und Besuchern, die Beantwortung von Anfragen, das Sammeln und Sichten der eingehenden Informationen. Darüber hinaus wurde das vorhandene Material z. T. neu bearbeitet und durch gezielte Recherche erweitert, und zwar im Hinblick auf eine Ergänzung auch mit multimedialen Elementen der Ausstellung zur Übersee-Auswanderung im Nordfriesischen Museum Nissenhaus sowie der eigenen Datenbank des Auswanderer-Archivs. Als ein Zwischenergebnis dieser Arbeit entstand eine umfangreiche Powerpoint-Präsentation zum Thema Übersee-Auswanderung. [S. Presseartikel S. 37] Wegweiser zu den Quellen der Landwirtschaftsgeschichte Schleswig-Holsteins:
Im August wurde der vierte Band des landesweit angelegten Projektes Wegweiser
zu den Quellen der Landwirtschaftsgeschichte Schleswig-Holsteins
veröffentlicht. Er beschäftigt sich mit dem Kreis Ostholstein
und enthält nach bewährtem Muster eine Vielzahl unterschiedlicher
Hilfsinstrumente für Haus- und Höfeforscherinnen und -forscher
sowie alle an der Geschichte der Landwirtschaft Interessierte. Im Einzelnen
sind dies u. a. eine methodische Anleitung zur Höfeforschung, Orts-
und Jurisdiktionsverzeichnisse nebst einem Regis-ter kleinerer Wohnplätze,
ein Verzeichnis der adeligen Güter, das Quellenverzeichnis als Hauptteil
des Buches sowie eine Literaturliste zur Einführung und Vertiefung
des Themas Landwirtschaftsgeschichte und Höfechronik. Damit ist es
nun auch in Ostholstein möglich, ohne besondere Vorkenntnisse zu
jedem Forschungsobjekt die in Frage kommenden Unterlagen in den Archiven
zu finden. Mit Artikeln im Jahrbuch für die Schleswigsche Geest und
in den regionalen Tageszeitungen Ostholsteins machte Harry Kunz auf seine
Projektergebnisse aufmerksam. Entsprechende Berichte folgen in den kommenden
heimatkundlichen Jahrbüchern für Eutin und Oldenburg/Ostholstein. H. Weitere wissenschaftliche und publizistische Arbeiten 1. Auskünfte, Studien- und Arbeitshilfen Auch im Berichtsjahr beschäftigten mehrere hundert Anfragen aus den Bereichen Sprache, Geschichte, Landeskunde und Kultur Nordfrieslands die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Nordfriisk Instituut und auch die Mitarbeiterinnen in der Bibliothek und im Sekretariat. Von Kurzauskünften bis hin zu ausführlichen Rechercheaufträgen und schriftlichen Stellungnahmen erfordert dieser Teil der Arbeit einen schwer planbaren zeitlichen Aufwand. 2. Veröffentlichungen der Institutsangestellten (Die in der Zeitschrift Nordfriesland erschienenen Beiträge sind hier nicht erfasst; s. dazu das Jahres-Inhaltsverzeichnis S. 39-40.) Antje Arfsten:
Dörte Flor:
Harry Kunz:
Paul-Heinz Pauseback:
Adeline Petersen:
Jens Owe Petersen:
Fiete Pingel:
Thomas Steensen:
Zeitungsbeiträge von Thomas Steensen: 1. Veranstaltungen 13. Nordfriesisches Sommer-Institut: Das Sommer-Institut bot sechs Veranstaltungen: 25. 6., Dr. Klaus Brandt: Hafen der Friesen auf dem Weg nach Haithabu. Grabungen und Funde in Hollingstedt. 9. 7., Prof. Dr. Elin Fredsted: Sønderjysk eine vergessene Sprache? Süderjütisch im Sprachenland Nordfriesland. 23. 7., Prof. Dr. Silke Göttsch: Vom Biikebrennen, vom Nachtfreien, vom Ringreiten. Bräuche in Nordfriesland und was sie heute bedeuten. 6. 8., Dr. Maria-Gesine Thies: Der Chronist Sylts und Nordfrieslands. Zum 200. Geburtstag von C. P. Hansen. 20. 8., Reimer Kay Holander: Der Schimmelreiter Dichtung und Wirklichkeit. Hauke Haien ein nordfriesischer Nationalheld? 3. 9., Dr. Dietrich Stein: Die Friesen bei Frenssen. Ein Dithmarscher Schriftsteller und Nordfriesland. [S. Presseartikel S. 33] 5. Historiker-Treffen des Nordfriisk Instituut: s. G. Koordinationstreffen friesischer Vereine und Einrichtungen: Erstmals richtete der Friesenrat gemeinsam mit dem Nordfriisk Instituut das Koordinationstreffen aus, an dem am 15. 11. in Dagebüll 30 Vertreterinnen und Vertreter aus der friesischen Arbeit teilnahmen. Eines der Hauptthemen war die aktuelle Situation der Projektförderung der friesischen Sprach- und Kulturarbeit durch Bundes- und Landesmittel. Birge Hilpert, als Lehrkraft nach Flensburg abgeordnet, schilderte die Situation des Faches Friesisch an der dortigen Universität und die Schwerpunkte ihrer eigenen Arbeit (vgl. J.). Der Vorsitzende des Friesenrates, Ingwer Nommensen, informierte die Anwesenden darüber hinaus über den geplanten Ablauf des 2004 stattfindenden Friesentreffens auf Helgoland. Die Organisation von Seiten des Nordfriisk Instituut besorgten Antje Arfsten und Adeline Petersen in Abstimmung mit Thede Boysen. Niebüll, eine friesische Stadt: Um das Bewusstsein für die friesische Sprache, in Verbindung mit der nordfriesischen Geschichte und Kultur, zu stärken, plant die Stadt Niebüll auf Anregung und unter Beteiligung des Nordfriisk Instituut zusammen mit einigen friesischen Vereinen eine einmonatige Veranstaltungsreihe für Mai 2004. Für dieses Vorhaben sind Projektmittel des Landes Schleswig-Holstein bewilligt. An den umfangreichen Vorplanungen beteiligten sich 2003 seitens des Nordfriisk Instituut Antje Arfsten, Marlene Bierbach, Dörte Flor und Thomas Steensen, der die Initiative genommen hatte. Lesung im Multimart Wattforum: Für eine Lesung im Multimar Wattforum in Tönning zum Thema Geschichten von Walfängern der Westküste mit Wilhelm Wieben am 28. 10. stellte Antje Arfsten geeignete Texte zusammen. Das Institut trat als Mitveranstalter auf. 2. Vorträge der Institutsangestellten Dörte Flor:
Paul-Heinz Pauseback:
Adeline Petersen:
Fiete Pingel:
Thomas Steensen:
Personal: Das Friesische Seminar an der Universität Flensburg verfügt seit dem 1. August über eine abgeordnete Lehrkraft. Birge Hilpert, bisher Lehrerin an der Grund- und Hauptschule in Bredstedt, hat diese Aufgabe übernommen. Den Friesischstudierenden und allen am Friesischen Interessierten steht damit eine feste Ansprechpartnerin an der Universität zur Verfügung, was als großer Fortschritt betrachtet werden kann. Birge Hilpert, die aus Fahretoft stammt und in Leck wohnt, bietet Lehrveranstaltungen an, berät die Studierenden und wirkt an der didaktischen Fortentwicklung des Faches mit. Die Abordnung gilt zunächst für zwei Jahre und kann um weitere zwei Jahre verlängert werden. Prof. Dr. Thomas Steensen bietet als Honorarprofessor weiterhin Lehre im Umfang von sechs Semesterwochenstunden an. Die bisher von Lehrbeauftragten erteilten Stunden wurden im Hinblick auf den Unterricht der abgeordneten Lehrkraft von neun auf sechs reduziert. Diese wurden weiterhin von Prof. Nils Århammar, Antje Arfsten und Dr. Claas Riecken erteilt. Prof. Dr. Helga Bleckwenn bekleidete weiterhin das Amt der kommissarischen geschäftsführenden Direktorin; ihr sei für die gute Zusammenarbeit gedankt. [S. Presseartikel S. 34] Studierende: Im Wintersemester 2003/04 trugen sich vier Studierende
neu für das Fach Friesisch ein, teilweise für das Lehramt an
Realschulen. Hierfür sollten auf der Ebene von Verwaltung und Politik
baldmöglichst Regelungen getroffen werden. Mit Sabrina Jessen aus
Bredstedt legte im April die letzte Studierende, die Friesisch noch als
reguläres drittes Fach gewählt hatte, ihre Prüfung sehr
erfolgreich ab; kurz darauf folgte bereits die erste Studierende mit Friesisch
als Ergänzungsfach, Inga Scharfschwerdt aus Risum; auch diese Prüfung
brachte ein sehr gutes Ergebnis. [S. Presseartikel S. 33] Friesisch für Deutschstudierende: Einiges Hin und Her gab es um die zwei obligatorischen Stunden Niederdeutsch oder Friesisch für Deutschstudierende. In der neuen Prüfungsordnung waren sie nicht mehr vorgesehen. Das Friesische Seminar hatte bereits im Frühsommer auf deren Bedeutung hingewiesen. Der Plattdeutsche Rat mahnte öffentlich eine Korrektur an. Gespräche mit dem Kultusministerium, auf Vermittlung der Minderheitenbeauftragten Renate Schnack, führten in kurzer Zeit dazu, dass die alte Regelung wieder in Kraft gesetzt wurde. Dass angehende Deutschlehrerinnen und -lehrer in Schleswig-Holstein Grundkenntnisse über die friesische Sprache erwerben und auch etwas Friesisch erlernen, ist sicherlich in seiner Bedeutung nicht zu unterschätzen. In Lehrveranstaltungen des Friesischen Seminars in Flensburg wurden seit 1999 inzwischen weit über 300 künftige Lehrkräfte in die friesische Sprache und Kultur eingeführt. Lehrangebot: Im Sommersemester 2003 bot das Friesische Seminar
Lehre im Umfang von 16 und im Wintersemester 2003/04 sogar 24 Semesterwochenstunden
an so viel wie noch nie. Daran nahmen jeweils über 100 Studierende
teil. Neben Friesischstudierenden besuchen vor allem Studierende der Fächer
Deutsch, Geschichte und HSU Veranstaltungen des Friesischen Seminars.
Das Seminar über Friedrich Paulsen im Sommersemester wurde gemeinsam
mit dem Institut für Pädagogik gehalten und von über 50
Studierenden, überwiegend des Faches Pädagogik, besucht. Es
entstanden mehr als 20 Seminararbeiten über den nordfriesischen Pädagogen
und Philosophen. Blockseminar Nordfriesland und Husum im Rahmen der schleswig-holsteinischen
und nordeuropäischen Geschichte: Anlässlich des 400-jährigen
Stadtjubiläums Husums und des gesetzten stadtgeschichtlichen Schwerpunkts
boten Fiete Pingel und Thomas Steensen für die Universität Flensburg
ein Seminar an. Nach einer vorbereitenden Sitzung in der Universität
führte am 31. Januar eine Exkursion nach Husum. Im Rathaus wurde
die Runde vom damaligen Husumer Bürgervorsteher Peter Empen begrüßt,
Husums Stadtarchivar Holger Borzikowsky führte einen historischen
Stadtrundgang und Almut Gohde präsentierte das Theodor-Storm-Haus
in der Wasserreihe. Am 7. und 8. Februar kamen in der Husumer Jugendherberge
18 Studierende der Fächer Geschichte und Friesisch zu dem eigentlichen
Seminar Nordfriesland und Husum im Rahmen der schleswig-holsteinischen
und nordeuropäischen Geschichte zusammen und beleuchteten in
ihren Referaten einzelne Aspekte der Stadt- und Regionalgeschichte, die
jeweils in größere Zusammenhänge eingeordnet wurden. K. Öffentlichkeits- und Pressearbeit Pressearbeit: Mit 51 an bis zu 100 Korrespondenten und Redaktionen
verschickten Pressemitteilungen informierte das Institut im Berichtsjahr
über seine Tätigkeit und über Vorhaben und Initiativen
zur Sprache, Geschichte und Kultur Nordfrieslands. Auch im Berichtsjahr besuchten mehrere Journalisten das Institut, z.
B. der aus der italienischen Schweiz stammende J. Zanetti, der Berichte
über das Nordfriesische in Schweizer Medien veröffentlichte.
Friiske böke: Das mit Mitteln des Bundes geförderte Projekt Friiske Böke hat zum Ziel, die friesische Literatur umfassend digital im Internet zu präsentieren und mittelfris-tig einem größeren Benutzerkreis bekannt und zugänglich zu machen. Jens Owe Petersen stellte zunächst eine Bibliographie zu Veröffentlichungen rund um Nordfrieslands Sprachen, Geschichte und Kultur zusammen, die einen konzentrierten Überblick über das bisher erschienene Schrifttum ermöglichen soll. In diese Zusammenstellung, die als Rubrik Friiske böke über die Homepage des Nordfriisk Instituut zugänglich ist, stehen bis dato etwa 500 Titel von ca. 300 verschiedenen Autoren, die in zwei Überblickslisten präsentiert werden. Darüber hinaus werden ca. 150 der genannten Titel gesondert auf einer eigenen Webpage vorgestellt, die außer einer Kurzvorstellung und einer Abbildung des Umschlags auch ein Bestellformular für den jeweiligen Titel enthalten. Die Erläuterungen sind zum Teil in friesischer Sprache (vier verschiedene Dialekte) gehalten. Es besteht aber für den friesischunkundigen Besucher die Möglichkeit, jederzeit auf eine deutsche Version zurückzugreifen. Um dem Benutzer die Orientierung innerhalb der Bestände zu erleichtern, ist sowohl ein thematisches bzw. Autorenregister als auch eine Schlagwortsuche implementiert worden. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, Neuerscheinungen auf einer gesonderten Seite zu präsentieren und auf diese Weise insbesondere dem regelmäßigen Besucher lästige Suchvorgänge zu ersparen. Abgerundet wird die Präsentation durch eine von Thomas Steensen verfasste Überblicksdarstellung zur Geschichte der friesischen Literatur. Der Umfang des Projekts erfordert eine längere Erprobungsphase. Zeitungsberichte über den Friesischunterricht: Damit der
Öffentlichkeit die Pflege der unterschiedlichen friesischen Dialekte
an den Schulen Nordfrieslands vor Augen geführt wird, vermittelte
Dörte Flor das Erscheinen von Presseberichten zum Friesischunterricht.
Im Jahr 2003 ging es um die pensionierte Friesischlehrerin Marie Tångeberg,
die in der Vergangenheit in vorbildlicher Weise Unterrichtsmaterial erstellte
und noch immer eifrig und kreativ neues Arbeitsmaterial produziert, außerdem
um den Friesischunterricht an der dänischen Schule in Bredstedt und
an der Grundschule in Süderende/Föhr. Im Hamburger Abendblatt
erschien am 10. 7. ein Bericht über den Friesischunterricht auf Helgoland,
der nach Auskunft der dortigen Redaktion auf reges Interesse stieß. Besuche von Politikerinnen und Politikern: Auch im Berichtsjahr informierten sich Politikerinnen und Politiker über die Arbeit und die Entwicklung des Nordfriisk Instituut. Von Bündnis 90/Die Grünen kam die Bundestagsabgeordnete Grietje Bettien am 5. 2. Am 6. 6. besuchten die drei Mitglieder der Kieler SSW-Fraktion Anke Spoorendonk, Lars Harms und Silke Hinrichsen das Institut. Am 17. 9. war der CDU-Landesvorsitzende Peter Harry Carstensen, MdB, zusammen mit den CDU-Landtagsabgeordneten aus Nordfriesland, Jürgen Feddersen, Heinz Maurus und Ursula Sassen, zu Gast. Die Finanzlage des Instituts stand auch im Vordergrund von Besprechungen mit dem Vorsitzenden des Europaausschusses des Schleswig-Holsteinischen Landtages, Rolf Fischer (SPD), am 8. 4. im Landeshaus sowie mit Landrat Dr. Olaf Bastian am 15. 7. im Kreishaus. Immer wieder wurde Verbindung mit der Minderheitenbeauftragten der Ministerpräsidentin, Renate Schnack, aufgenommen. Ihr sei für die vielfach geleistete Hilfe und Vermittlung an dieser Stelle einmal herzlich gedankt! Der neue Beauftragte der Bundesregierung für nationale Minderheiten, Jochen Welt, besuchte das Institut am 18. 2. Ziel- und Leistungsvereinbarung: Mehrere Gespräche mit dem Kultusministerium, an denen Thede Boysen, Marlene Bierbach und Thomas Steensen teilnahmen, dienten dem Abschluss einer Ziel- und Leistungsvereinbarung. Diese konnte zum Jahresende getroffen werden. Kurzinformation Friesen für Bundesinnenministerium: Für Zwecke des Bundesinnenministeriums fertigte Thomas Steensen ein vierseitiges Exposé Die Friesen. Besuch von Mercator-Education: Am 24. 3. besuchten Tjerk Bottema und Johannes Hamersma von Mercator Education, Ljouwert/Leeuwarden, das Nordfriisk Instituut zu einem Informationsgespräch. Mercator Education ist eine Einrichtung der EU-Kommission, die sich mit Regional- und Minderheitensprachen im Bereich des Schulwesens beschäftigt. Dort arbeitet man zurzeit am Aufbau eines Netzwerkes für zwei- und dreisprachige Schulen im Internet. Thomas Steensen informierte die Gäste über die Ausbildung der Friesischlehrkräfte an der Universität Flensburg, Antje Arfsten und Dörte Flor gaben eine Übersicht über das vorhandene Unterrichtsmaterial und die sprachliche Situation in Nordfriesland. Kurt-Hamer-Stipendium: Thomas Steensen wirkte mit in der Vorbereitungskommission für das von der Ministerpräsidentin zu verleihende Kurt-Hamer-Stipendium, die von Staatssekretär Dr. Hellmut Körner, Bildungsministerium, geleitet wurde. Das Stipendium wurde am 8. 12. durch Ministerpräsidentin Heide Simonis im Landeshaus überreicht. Gleichzeitig wurde daran erinnert, dass vor 15 Jahren das Amt der Minderheitenbeauftragten eingerichtet wurde. Für die aus diesem Anlass erschienene Buchveröffentlichung über den ersten Minderheitenbeauftragten schrieb Thomas Steensen persönliche Erinnerungen an Kurt Hamer auf. Hagemann-Stiftung: Thomas Steensen wirkte weiterhin im Vorstand der Hagemann-Stiftung mit, die bereits mehrfach friesische Projekte gefördert hat, und übernahm übergangsweise den Vorsitz. Buchvorstellung: Am 16. 6. stellten Prof. Dr. Fritz-Ferdinand Zitscher, Hans-Jürgen Krähe und Hauke Koopmann ihr Buch ,Nordfriesland Weites Herz, klarer Horizont. Ein Vermächtnis. Thusnelda Kühls Erzählung Rüm Hart klar Kimming nach 100 Jahren ... sowie eine Neuausgabe des Buches von Thusnelda Kühl im Nordfriisk Instituut der Öffentlichkeit vor. Thomas Steensen konnte mehrere Journalisten und weitere Interessierte begrüßen. Am 26. 8. besuchte Adeline Petersen das Gemeentelijk Centrum voor Onderwijsbegeleiding (GCO) Fryslân, Ljouwert/Leeuwarden, um weitere Kooperationsmöglichkeiten zu beraten und weiteres westfriesisches, für den nordfriesischen Unterricht nutzbares Material zu prüfen. Am 7. 10. kamen der Vorstand des Institutsvereins und der Plattdeutsche Rat im Nordfriisk Instituut zu einer gemeinsamen Sitzung zusammen, um Möglichkeiten des Zusammenwirkens zu beraten. Am 23. 10. hielt das neue Gremium DialogForumNorden eine
Sitzung im Institut, über dessen Arbeit und aktuelle Situation Thomas
Steensen berichtete. 1. Interessengemeinschaft Baupflege (Vorsitzender: Gerd Kühnast) Gerd Kühnast 2. Arbeitsgruppe Geschichte (Vorsitzender: Sönnich Volquardsen)
3. Arbeitsgruppe Genealogie (Vorsitzender: Jens Uwe Nissen / stellvertr. Vorsitzende: Karna Voigt)
Fiete Pingel fungierte weiterhin als Sekretär der Arbeitsgruppen 2 und 3. 4. Arbeitsgruppe Sprache und Literatur (Vorsitzender Prof. Nils Århammar) Adeline Petersen/Nils Århammar |
![]() Arbeitsbericht 2003 Version 1 (Dateigröße: ca. 3 MB) ![]() Arbeitsbericht 2003 Version 2 (Dateigröße: ca. 100 KB) |
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