News & Aktuelles     H  
   

44 Kirchspiele in einer Nacht zerstört / Geburtsstunde der heutigen Küste
650 Jahre Grote Mandränke von 1362
Mitteilung vom 10. Januar 2012

Eine kleine Geschichte der nordfriesischen Sprache
Vortrag von Prof. Dr. Jarich Hoekstra im Nissenhaus in Husum
Mitteilung vom 5. Januar 2012

Husum - die Kreisstadt der Nordfriesen
2012: Veranstaltungsreihe des Nordfriisk Instituut in Husum mit mehr als 30 Terminen
Mitteilung vom 2. Januar 2012

"Heimat Fraschlönj - eine Utopie?
Mitteilung vom 19. Dezember 2011

"Ferteel iinjsen!" - 35 neue friesische Geschichten in einem Buch
Mitteilung vom 12. Dezember 2011

"Die dänische Minderheit ist kein Kloster"
Prominente Minderheitenvertreter zu Gast an der Universität Flensburg
Mitteilung vom 12. Dezember 2011

Zum Tode von Hans Hoeg
Würdigung eines engagierten Sylter Friesen
Mitteilung vom 8. Dezember 2011

Ein Bürgerbündnis in Eiderstedt und bedeutende Persönlichkeiten Nordfrieslands
Zeitschrift Nordfriesland Nr. 176 erschienen
Mitteilung vom 5. Dezember 2011

Königsgedichte, Tiervergleiche, ein Naturschutzgebiet und ein friesischer Pastor
Nordfriesisches Jahrbuch 47 (2012) erschienen
Mitteilung vom 1. Dezember 2011

"Weihnachten im Stall" von Astrid Lindgren endlich auch auf Friesisch
Zweisprachig friesisch-deutsche Ausgaben für Sylt, Föhr und das Festland
Mitteilung vom 28. November 2011

Wer schreibt, der bleibt!
Sieben der zehn "größten Nordfriesen" arbeiteten mit Tinte.
Mitteilung vom 28 .November 2011

Weißrussische Delegation zu Gast in Nordfriesland
Mitteilung vom 14. November 2011

Bundestag erhöht Fördersumme für die friesische Volksgruppe
Mitteilung vom 11. November 2011

Vorsitzender der "Domowina" zu Gast in Nordfriesland
Mitteilung vom 9. November 2011

Wer war der "größte Nordfriese", die "größte Nordfriesin"?
Nordfriisk Instituut sucht nach bedeutenden Persönlichkeiten der Region
Mitteilung vom 8. November 2011

"Heimat Nordfriesland - was ist das eigentlich?"
Mitteilung vom 3. November 2011

Zwischen Volkssprache und Hochkirche
Nordfriisk Instituut: Buch zu Leben und Wirken des Pastors Heinrich Hansen
Mitteilung vom 2. November 2011

Von der Windstille bis zum Orkan
Die Gewinner der Tams-Jörgensen-Preisaufgabe 2011 stehen fest
Mitteilung vom 12. Oktober 2011

Sollte der Hindenburgdamm umbenannt werden?
Historische Arbeitsgruppe des Nordfriisk Instituut tagt auf Sylt
Mitteilung vom 21. Oktober 2011

Drei Mal Friesisch: sehr gut
Mitteilung vom 13. Oktober 2011

Von der Windstille bis zum Orkan
Die Gewinner der Tams-Jörgensen-Preisaufgabe 2011 stehen fest
Mitteilung vom 12. Oktober 2011

Ein Künstler, eine Minderheit und ein Masterplan
Nordfriesland 175 erschienen
Mitteilung vom 15. September 2011

"Frisipedia" - Was es mit der friesischen Wikipedia auf sich hat
Treffen der AG Sprache und Literatur des Nordfriisk Instituut
Mitteilung vom 14. September 2011

Hein Hoop - Unikum, Multitalent, Bürgerschreck
Vortrag von Arno Bammé über den Eiderstedter Künstler zum Abschluss des Sommer-Instituts
Mitteilung vom 1. September 2011

"Dieser Fisch war ein böser Teufel!"
Literaturwisschenschaftlerin Maike Schmidt sprach im Nordfriesischen Sommer-Institut über den historischen Walfang
Mitteilung vom 19. August 2011

Der friesische Philosoph Friedrich Paulsen und die Halligen
"Die Inseln der Seligen können nicht schöner sein" / Vortrag von Professor Thomas Steensen auf Langeneß
Mitteilung vom 17. August 2011

Eine liebenswürdige Friesin und begabte Sprachwissenschaftlerin
Mitteilung vom 18. August 2011

"Frische Brise" und "steifer Wind" auf Friesisch
Am 1. September ist Einsendeschluss für die zweite Tams-Jörgensen-Preisaufgabe des Nordfriisk Instituut
Mitteilung vom 9. August 2011

Ländliche Räume in Nordfriesland - zwischen allen Stühlen
Prof. Dr. Wolfgang Riedel sprach im Nordfriesischen Sommer-Institut
Mitteilung vom 5. August 2011

Baugeschichtliche Spurensuche IGB-Architektin Ellen Bauer sprach im Nordfriesischen Sommer-Institut
Mitteilung vom 21. Juli 2011

Vier Lebensläufe lebendig geschildert
Silke v. Bremen sprach im Nordfriesischen Sommer-Institut in Bredstedt
Mitteilung vom 8. Juli 2011

Wie der Rundfunk nach Nordfriesland kam
Werner Junge berichtete im Nordfriisk Instituut über 60 Jahre NDR-Studio Flensburg
Mitteilung vom 23. Juni 2011

Von der Neukonstruktion des Menschen, Thema Heimat, Thema Radio und ein Kanalprojekt
Vierteljahresschrift Nordfriesland 174 erschienen
Mitteilung vom 16. Juni 2011

Hallig statt Hörsaal
Vierzig Studierende der Universität Flensburg besuchten Oland und Langeneß
Mitteilung vom 10. Juni 2011

Radio, Persönlichkeiten, Walfang, Perspektiven und Spurensuche
Sechs Vorträge: 21. Nordfriesisches Sommer-Institut
Mitteilung vom 9. Juni 2011

Heimat Nordfriesland. Ein Kanon friesischer Kultur
Nordfriisk Instituut legt besonderes Heimatbuch vor
Mitteilung vom 10. Mai 2011




 

44 Kirchspiele in einer Nacht zerstört / Geburtsstunde der heutigen Küste
650 Jahre Grote Mandränke von 1362

 


Albert PantenDie historischen Aufzeichnungen sprechen eine eindeutige Sprache. Von "tempestas magna" (großem Sturm), "inundatio maxima" (größter Überschwemmung), "Grote mandranck in Vreslande" ist dort die Rede. Am 16. Januar 1362 brachen auf dem Höhepunkt eines dreitägigen Orkans die Deiche in Nordfriesland und an vielen anderen Orten entlang der Küste. Auf dieses genau 650 Jahre zurückliegende Datum macht das Bredstedter Nordfriisk Instituut aufmerksam.

Das 14. Jahrhundert war eine schwierige Zeit, die von einer generellen Klima-Verschlechterung in Europa geprägt war, so Albert Panten, führender Kenner der regionalen mittelalterlichen Überlieferung. In der Mitte des Jahrhunderts entvölkerte der Schwarze Tod, die Pest, ganze Landstriche. 1350 erreichte die Seuche auch die nordfriesischen Utlande, die sich zwischen dem Bereich des heutigen Sylt und der Eidermarsch vor der Festlands-Geest weit nach Westen erstreckten. Die Deiche waren seinerzeit nicht höher als zwei bis zweieinhalb Meter. Viele Menschen, deren Arbeitskraft eigentlich für den Unterhalt der Deiche gebraucht worden wäre, waren der Pest zum Opfer gefallen. Auf die ungenügenden Schutzwerke traf sodann in der Schicksalsnacht eine vom Sturm entfachte rasende Flut.

In zeitgenössischen Chroniken, aus denen die eingangs wiedergegebenen Zitate stammen, spiegelt sich das katastrophale Geschehen wider. Bis nach Ostfriesland sind erhebliche Schäden dokumentiert. Von 100 000 Toten wurde gesprochen. Diese Angabe ist sicherlich übertrieben, aber es ist eine in jener Zeit übliche Art, die schiere Unübersehbarkeit der Opferzahl zum Ausdruck zu bringen.

Die friesischen Utlande waren eine wirtschaftlich besonders starke Region. In der Landwirtschaft wurden Überschüsse erzielt, der Handel mit Salz, das aus Torf gewonnen wurde, brachte Gewinne. Hier ließen sich gute Steuereinkünfte erzielen. Albert Panten weist hin auf Nicolaus Bruns, von 1350 bis 1367 Bischof von Schleswig. Dieser ließ 44 im Bereich des heutigen Nordfriesland gelegene Kirchspiele auflisten, aus denen ihm nach der Flut von 1362 keine Einnahmen mehr zuflossen. 32 davon lagen in der Propstei "Strandensi", also im Bereich der späteren Inseln Pellworm und Nordstrand. Der Untergang des sagenumwobenen Rungholt, das in dieser Liste verzeichnet ist, hat Symbolkraft für die gesamte Katastrophe von 1362.

In der Folge der Flut, die Rungholt das Verderben brachte, bildete sich zugleich ein offener Meereszugang zur Südwestecke der schleswigschen Geest heraus. Hier entwickelte sich Husum innerhalb weniger Jahrzehnte zu einem wichtigen Handelsort. Große Teile des von der Flut losgerissenen und aufgewühlten Landes lagerten sich an neuen Stellen ab. Vor der Geestkante entstand so ein breiter Streifen fruchtbaren Marschbodens, der in den folgenden Jahrhunderten in zahlreichen Eindeichungen gesichert und für die Bewirtschaftung gewonnen wurde. Als weltweit einmaliger Landschaftstypus wuchsen auf der mittelalterlichen, nun verwüsteten Kulturoberfläche - ebenfalls durch Sedimentation - die nordfriesischen Halligen heran. Die gesamte Küste gewann eine neue Gestalt. Die großen Sturmfluten bilden viel eher als Kriegs- und Herrschaftsdaten die Epochengrenzen der nordfriesischen Geschichte, hebt das Nordfriisk Instituut hervor. Das gilt in besonderem Maße für die Flut von 1362, die Geburtsstunde des modernen Nordfriesland.

In der nächstfolgenden Ausgabe der vom Nordfriisk Instituut herausgegebenen Vierteljahresschrift "Nordfriesland" wird ein Aufsatz von Albert Panten zu dem Thema erscheinen. Die Flutkatastrophe und die bis heute ungebrochene Bedeutung des Küstenschutzes für Nordfriesland sind Thema eines Film- und Vortragsabends in der vom Institut ausgerichteten Reihe "Husum. Kreisstadt der Nordfriesen" am Freitag, 23. März, 19.00 Uhr im Husumer Kino-Center.


 
 

Eine kleine Geschichte der nordfriesischen Sprache
Vortrag von Prof. Dr. Jarich Hoekstra im Nissenhaus in Husum

 


Prof. Dr. Jarich Hoekstra (Foto: Nordfriesische Wörterbuchstelle)Das Friesische gehört zu den westgermanischen Sprachen und gelangte im Mittelalter mit den ersten friesischen Siedlern an die schleswigsche Westküste. Die Entwicklung des Friesischen erläutert Prof. Dr. Jarich Hoekstra, Friesisch-Professor und Leiter der Nordfriesischen Wörterbuchstelle an der Universität Kiel, unter dem Titel "Eine kleine Geschichte der nordfriesischen Sprache" am Dienstag, 10. Januar, 20.00 Uhr im Nissenhaus in Husum im Rahmen der von der Ortsgruppe Husum der Schleswig-Holsteinischen Universitätsgesellschaft ausgerichteten 64. Husumer Universitätswoche. Der Vortrag bildet den Auftakt der Reihe "Husum. Kreisstadt der Nordfriesen", mit der das Bredstedter Nordfriisk Instituut gemeinsam mit Partnern die friesische Sprache, Geschichte und Kultur in den Mittelpunkt stellen möchte. Der Abend wird mitgetragen vom Nordfriesischen Verein Husum-Rödemis.


 
 

Husum - die Kreisstadt der Nordfriesen
2012: Veranstaltungsreihe des Nordfriisk Instituut in Husum mit mehr als 30 Terminen

 


Husum - Kreisstadt der NordfriesenHüsem, so heißt Husum auf Friesisch. In Husum ist die Verwaltung des 1970 gegründeten Kreises Nordfriesland angesiedelt. Der Kreis bildet die erste politisch-administrative Einheit, in der sämtliche nordfriesischen Siedlungsgebiete zusammengefasst sind, ausgenommen nur die Insel Helgoland. Husum ist also die Kreisstadt der Nordfriesen.
Die Bedeutung Husums für ganz Nordfriesland möchte das Nordfriisk Instituut, Bredstedt, stärker ins öffentliche Bewusstsein rücken. Professor Dr. Thomas Steensen konzipierte dazu eine Reihe von mehr als 30 über das ganze Jahr 2012 verteilten Veranstaltungen, in denen - großenteils in Zusammenarbeit mit Husumer Vereinen und Institutionen - Aspekte der friesischen Kultur und Geschichte zum Thema gemacht werden. Die Schirmherrschaft der Veranstaltungsreihe "Husum - Kreisstadt der Nordfriesen" hat Bürgermeister Uwe Schmitz übernommen. Gefördert wird das Vorhaben von der Stadt Husum, den Stadtwerken Husum sowie der Johannes-und-Irene-Thordsen-Stiftung, einzelne Veranstaltungen außerdem von der Nord-Ostsee Sparkasse und weiteren Partnern.
Den Auftakt bildet der Vortrag "Eine kleine Geschichte der nordfriesischen Sprache" von Professor Dr. Jarich Hoekstra im Rahmen der 64. Husumer Universitätswoche am 10. Januar um 20 Uhr im Nissenhaus. 2012 jährt sich die "Grote Mandränke" von 1362 zum 650. Mal. Mit einem Film- und Vortragsabend im Husumer Kino-Center am 23. März - nur ein weiteres Beispiel - wird an diese gerade auch für die Entwicklung Husums wesentliche Sturmflut erinnert.
Geplant sind viele weitere Vorträge, Tagungen, Ausstellungen, Lesungen und Präsentationen, wobei sich sprachliche und historisch-landeskundliche Themenstellungen abwechseln. Einbezogen werden zum Beispiel friesische Programmpunkte bei traditionellen Husumer Veranstaltungen wie etwa den Pole Poppenspäler Tagen. Das Gesamtprogramm für die Reihe "Husum - Kreisstadt der Nordfriesen" kann beim Nordfriisk Instituut angefordert bzw.hier eingesehen werden.


 
 

Heimat Fraschlönj - eine Utopie?

 


Heimat Fraschlönj - Eine Utopie?Mit dem Thema "Heimat Nordfriesland" befasst sich auf besondere Weise der Autor der soeben im Verlag Nordfriisk Instituut veröffentlichten Schrift "Heimat Fraschlönj: Eine Utopie?" Sie erschien als Nummer 9 der Reihe "NF-Texte aus dem Nordfriisk Instituut". Heinrich Erdmann beginnt seine Überlegungen mit dem Dorfkrug seines Vaters Gustav, den dieser 1958 unter dem neuen Namen "Fraschlönj" als friesisches Heimat-Projekt übernommen hatte. Auf historischem Boden sollten sich Tradition und Fortschritt vereinen.
Die friesische Tradition verkörperte z. B. der Deezbüller "Friesenmaler" Carl Ludwig Jessen (1833-1917), dessen Werk und Wirkung vor allem durch die Abhandlungen des Lehrers und friesischen Sprachpflegers Albrecht Johannsen (1888-1967) der Nachwelt überbracht wurden. Die aus verschiedenen Perspektiven beleuchtete Bedeutung des "Malerchronisten für seine Heimat" nimmt den zentralen Teil des Buches ein. Für den Fortschritt des friesischen Heimatbewusstseins nach dem Zweiten Weltkrieg standen Männer wie Johannes Oldsen (1894-1958) und Rudolf Muuss (1892-1972). Ersterer suchte die Anlehnung der zahlenmäßig kleinen friesischen Volksgruppe an Dänemark, letzterer sah die Friesen als einen deutschen Stamm mit eigener Tradition und Sprache. Die Gründung des Vereins Nordfriesisches Institut als politisch und ideologisch neutrale Organisation 1947/48 (vgl. NF-Texte Nr. 5, ISBN 3-88007-320-1) und auch die Einrichtung der Gaststube "Fraschlönj" in Risum-Lindholm sollten dazu dienen, die "verfeindeten" friesischen Lager zu vereinen. Beide Initiativen entwickelten sich zu Erfolgsprojekten für das friesische Bewusstsein; mit dem Kapitel "Das ,Fraschlönj' als friesisches Gemeinschaftszentrum" schließt der Autor den Kreis seiner Überlegungen.
Das Buch umfasst 128 Seiten, kostet 7,80 Euro und ist im Buchhandel sowie sowie hier erhältlich.


 
 

"Ferteel iinjsen!" - 35 neue friesische Geschichten in einem Buch

 


Da wird geliebt, gelitten und gelacht - wenn Nordfriesen zur Feder greifen, dann haben sie etwas zu erzählen. Soeben erschien im Verlag Nordfriisk Instituut ein neuer Band mit friesischen Kurzgeschichten. Er enthält Stücke aus dem Schreibwettbewerb "Ferteel iinjsen!", der alle zwei Jahre stattfindet und immer wieder viele Menschen anregt, Geschichten auf Friesisch zu verfassen. Der nun vorliegende Band enthält 35 Beiträge der Wettbewerbe "Naibers" (2008) und "Uun a naacht" (2010). So abwechslungsreich wie die Handlungsorte sind, so vielfältig sind auch die Geschichten. Während die einen in Afrika ihre große Liebe finden, laufen die anderen ganz allein durch Lappland. Doch auch die Nächte in Nordfriesland können abenteuerlich und unheimlich sein, genauso wie einige Nachbarn.
Das Buch umfasst 96 Seiten, kostet 7,80 Euro und ist im Buchhandel sowie hier erhältlich.


 
 

"Die dänische Minderheit ist kein Kloster"
Prominente Minderheitenvertreter zu Gast an der Universität Flensburg

 

Generalsekretär Jens A. Christiansen besuchte die Universität Flensburg; rechts Professor Dr. Thomas Steensen vom Friesischen Seminar der Universität
Prominente Vertreter des Minderheitenwesens sind im laufenden Wintersemester an der Universität Flensburg zu Gast. 25 Studierende der Fächer Friesisch und Geschichte befassen sich in einer von Professor Dr. Thomas Steensen (Nordfriisk Instituut, Bredstedt) geleiteten Lehrveranstaltung mit der historischen Entwicklung und aktuellen Situation der nationalen Minderheiten in Deutschland.
Die Nähe zu wichtigen Minderheiteneinrichtungen wird genutzt, um die Studierenden mit Akteuren ins Gespräch zu bringen. Soeben besuchte Jens A. Christiansen, Generalsekretär der dänischen Minderheit, die Universität und überraschte mit Vergleichen aus dem Bereich der Religion: Seine Organisation, der Südschleswigsche Verein (Sydslesvigsk Forening), sei für die Dänischgesinnten im Landesteil Schleswig wie die Kirche für gläubige Christen. Die dänische Minderheit sei aber kein Kloster, sondern offen für alle Interessierten. Christiansen betonte die Bedeutung der Minderheitenschulen und kritisierte scharf die Kürzungen durch das Land Schleswig-Holstein.
Im Minderheiten-Seminar hatten zuvor bereits der friesische Filmemacher Dr. Claas Riecken und die Sorbin Susann Schenk Gespräche mit den Studierenden geführt. Erwartet werden noch der Landesvorsitzende der Sinti und Roma Matthäus Weiß, Minderheitensekretär Thede Boysen, die Minderheitenbeauftragte Caroline Schwarz, die Direktorin des European Centre for Minority Issues Dr. Tove Malloy und der Direktor der Föderalistischen Union Europäischer Volksgruppen Jan Diedrichsen.


 
 

Zum Tode von Hans Hoeg
Würdigung eines engagierten Sylter Friesen

 

Im Alter von 94 Jahren starb am 03. Dezember der Sylter Friese Hans Hoeg. Der gelernte Kfz-Schlossermeister trat mit großem persönlichem Einsatz für den Erhalt und die Pflege seiner friesischen Muttersprache ein. "Hans Hoeg war über Jahrzehnte ein wichtiger Mitstreiter für das Nordfriisk Instituut, dessen Beirat er von 1976 bis 1985 angehörte. Immer wieder gab er Impulse und fand - wenn nötig - unbequeme, mahnende Worte zum Friesischen", so Thede Boysen, Vorsitzender des Vereins Nordfriesisches Institut. Für sein Engagement ernannte der Institutsverein Hans Hoeg 2002 zum Ehrenmitglied.
Ein besonderes Anliegen war es Hans Hoeg auf das sprachlich-kulturelle Erbe friesischer Persönlichkeiten seiner Heimatinsel aufmerksam und es kommenden Generationen zugänglich zu machen. So publizierte er beispielsweise 1981 und 1982 zwei Bände mit Gedichten auf Sölring von Wilhelm Siemens. 1989 erschien auf seine Initiative "Der Friese Jan", die Autobiografie des Sylter Kapitäns und Sprachkämpfers Nann Mungard. Dessen Sohn Jens Emil Mungard gilt als der begabteste Dichter in einer nordfriesischen Mundart. Hans Hoeg war der Hüter seines sprachlichen Erbes und legte 1995 in dem Band "Ströntistel en Dünemruusen" das mehr als 800 Gedichte umfassende lyrische Gesamtwerk Jens Mungards vor. 1986 erhielt Hoeg für seinen großen Einsatz den Sylter C.-P.-Hansen-Preis. In den letzten Jahren lag ihm das Vermächtnis von Nann und Jens Mungaard besonders am Herzen, die, ähnlich wie Hoeg selbst, ihren eigenen friesischen Weg auch gegen Widerstände und Widrigkeiten konsequent gingen.


 
 

Ein Bürgerbündnis in Eiderstedt und bedeutende Persönlichkeiten Nordfrieslands
Zeitschrift Nordfriesland Nr. 176 erschienen

 


Zeitschrift NORDFRIESLAND Nr. 176Das Eiderstedter Forum, ein ehrenamtliches Bürgerbündnis, hat sich die Suche nach zeitgemäßen Lösungen für Probleme in Eiderstedt auf die Fahne geschrieben, die allein mit staatlichen und kommunalen Mitteln nicht mehr gelöst werden können. Ansätze und Perspektiven der Arbeit stellt Forums-Sprecherin Beate Leibrandt in der soeben vom Bredstedter Nordfriisk Instituut vorgelegten 176. Ausgabe der Vierteljahresschrift "Nordfriesland" vor.
Im Einzelnen präsentiert werden die Ergebnisse der Leseraktion "Wer war der größte Nordfriese? Wer war die größte Nordfriesin?" Um zwei einzelne bedeutende Persönlich-keiten geht es in weiteren Beiträgen. Der Sylter Friese Jens Mungard wurde mit einem eigenen Stein in der Gedenkstätte für das KZ Sachsenhausen geehrt, in dem er 1940 starb. Der aus Nordfriesland stammende Pastor Heinrich Hansen wird gewürdigt, der sich für Plattdeutsch in der Kirche und für die Versöhnung der christlichen Konfessionen einsetzte.
Aktuelle Berichte und Buchbesprechungen runden Nordfriesland 176 ab. Das Heft umfasst 32 Seiten, kostet drei Euro und ist erhältlich über den Buchhandel oder direkt beim Nordfriisk Instituut.


 
 

Königsgedichte, Tiervergleiche, ein Naturschutzgebiet und ein friesischer Pastor
Nordfriesisches Jahrbuch 47 (2012) erschienen

 


Wie spiegelt sich friesische Identität in Gedichten wider, die im 18. und vor allem im 19. Jahrhundert auf Friesisch zu Ehren von gekrönten Häuptern verfasst wurden? Mit dieser Frage befasst sich der aus Ostfriesland stammende Kieler Nachwuchsfrisist Temmo Bosse in seinem Beitrag im soeben vom Bredstedter Nordfriisk Instituut publizierten "Nordfriesischen Jahrbuch" 47 (2012).
Wie sich die Zeit des nationalen Erwachens und des deutsch-dänischen Konflikts in der Mitte des 19. Jahrhunderts in der Überlieferung von Koldenbüttel niederschlägt, hat der frühere dortige Pastor Johann-Albrecht Janzen erarbeitet. Dietmar Steenbuck von der Landesforstverwaltung schildert die Entwicklung des Naturschutzgebietes Eichkratt Schirlbusch bei Drelsdorf, anhand derer sich verschiedene Phasen des Naturschutzdenkens nachvollziehen lassen. Der nordfriesische Pastor Ernst Martin Dahl würdigt seinen westfriesischen Amtsbruder Bernard Smilde, der wesentlich zur Stärkung der friesischsprachigen Verkündigung auch in Nordfriesland beigetragen hat.
Mit friesischen Redewendungen, in denen Tiervergleiche zur Charakterisierung von Menschen herangezogen werden, befasst sich die junge Föhringer Sprachforscherin Keike Faltings. Die Umwandlung des Amrumer Friedhofes mit seinen Seefahrergrabsteinen zur Touristenattraktion ist das Thema von Prof. Dr. Martin Rheinheimer von der Syddansk Universitet, Esbjerg.
Der Niebüller Geschichtsforscher Albert Panten stellt drei Veröffentlichungen zur mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Geschichte Nordfrieslands vor und ergänzt sie mit eigenen Quellenbefunden. Der Sprachwissenschaftler Dr. Ulf Timmermann würdigt den aus Schweden stammenden Frisisten Prof. Nils Århammar zu seinem 80. Geburtstag. Buchbesprechungen und eine Aufstellung der 2010 in Zeitungen und Zeitschriften erschienenen nordfriesischen Texte runden das Nordfriesische Jahrbuch ab. Es umfasst 208 Seiten, kostet 9,80 Euro und ist erhältlich über den Buchhandel oder direkt hier.


 
 

"Weihnachten im Stall" von Astrid Lindgren endlich auch auf Friesisch
Zweisprachig friesisch-deutsche Ausgaben für Sylt, Föhr und das Festland

 


Eine Mutter erzählt ihrem Kind von Weihnachten: von einer schwangeren Frau und ihrem Mann, die vor langer Zeit in einem fremden Land eine nächtliche Bleibe suchten; von dem Kind, das in einem Stall zur Welt kam, und dem Stern, der den Hirten den Weg zum Neugeborenen wies. "Weihnachten im Stall", so lautet der deutsche Titel eines wunderschönen Buchs vom "allerersten Weihnachten" von Astrid Lindgren, das soeben in drei friesisch-deutschen Ausgaben im Verlag Nordfriisk Instituut erschienen ist.
Dem friesischen Text steht jeweils eine deutsche Übersetzung gegenüber, sodass auch ungeübtere Friesischsprechende oder solche, die es noch werden wollen, der schönen Geschichte mühelos folgen können. Durch die charmant-zurückhaltenden Zeichnungen von Harald Wiberg wird das Buch zu einem wahren Schmuckstück in breitem Vorleseformat und damit zu einer echten Empfehlung für den Gabentisch.
Die Ausgabe im Mooringer Frasch ist unter dem Titel "Jül önj e bousem" erhältlich. Sie wurde von Institutsdirektor Prof. Dr. Thomas Steensen zusammen mit Studierenden der Universität Flensburg und Marie Tångeberg übersetzt. Die föhrerfriesische Ausgabe heißt "Jul uun a busem" und wurde von den Institutslektorinnen Antje K. Arfsten und Wendy Vanselow bearbeitet. Für die sylterfriesische Version "Jööl ön Buusem" zeichnen Antje K. Arfsten und Carin Clemenz verantwortlich.
Das Buch umfasst 32 gebundene Seiten und ist für 12,90 Euro im örtlichen Buchhandel oder hier erhältlich.


 
 

Wer schreibt, der bleibt! Sieben der zehn "größten Nordfriesen" arbeiteten mit Tinte.

 


Der Schriftsteller und Dichter Theodor Storm ist nach Ansicht der Leserinnen und Leser der bedeutendste Nordfriese. Dies ergab eine vom sh:z-Verlag und dem Nordfriisk Instituut in Bredstedt durchgeführte Aktion unter der Fragestellung "Wer ist der größte Nordfriese, die größte Nordfriesin?" Unterstützt wurde die Umfrage von der VR Bank Niebüll. Insgesamt beteiligten sich 603 Personen - viel mehr, als man im Institut erwartet hatte. 85 Mitspielende (= 14,1 Prozent) entschieden sich für den Husumer Schriftsteller, den übrigens auch der bekannte Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki empfiehlt, " wenn sich Menschen mit den großen deutschen Erzählern der nicht allzu fernen Vergangenheit beschäftigen wollen". Storm prägte das Bild Nordfrieslands in Deutschland und in der Welt und schrieb mit seinem Alterswerk "Der Schimmelreiter" das "Nationalepos" der Nordfriesen.
Dem Literaten folgt sein weibliches Pendant auf Platz zwei. 66 Stimmen (10,9 Prozent) gingen an die Schriftstellerin Margarete Böhme. Die gebürtige Husumerin veröffentlichte über 40 Romane und griff um 1900 in schonungsloser Offenheit Themen auf, die von der Gesellschaft tabuisiert und verdrängt wurden. Bemerkenswerter Weise fanden einige der vielen Frauen, die Margarete Böhme wählten, ihre Themen "meist auch heute noch aktuell".
Den beiden Literaturschaffenden folgt mit dem Philosophen und Pädagogen Friedrich Paulsen ein Gelehrter auf Platz drei. Besonders die Langenhorner, allen voran der Friesenverein, bewiesen ihr neu erwachtes Heimatbewusstsein und hievten den bis vor Kurzem fast vergessenen, aber bedeutenden Sohn ihrer Gemeinde auf einen würdigen Spitzenplatz. Die seinerzeit revolutionären Gedanken des Philosophen und Pädagogen Paulsen veränderten den gymnasialen Unterricht. Auf den Langenhorner fielen 60 Stimmen (10 Prozent). Insgesamt wurden 88 historische Persönlichkeiten nominiert, darunter elf Frauen. Nicht in die TopTen schafften es überraschenderweise der Mitbegründer der Soziologie in Deutschland Ferdinand Tönnies, geboren bei Oldenswort, und der Maler Carl Ludwig Jessen aus Niebüll-Deezbüll, dessen fast fotografisch genauen Darstellungen des nordfriesischen Volkslebens ihm das Prädikat "Friesenmaler" einbrachten.
Hier die Gewinner der Buchpreise: Die "Geschichte Nordfrieslands" in sechs Bänden ging an Dolly Hofmann, das Buch "Heimat Nordfriesland. Ein Kanon friesischer Kultur" an Klaus Degenhardt. Herzlichen Glückwunsch!

1. Theodor Storm Husum, Schriftsteller
2. Margarete Böhme Husum, Schriftstellerin
3. Friedrich Paulsen Langenhorn, Philosoph
4. James Krüss Helgoland, Schriftsteller
5. Theodor Mommsen Garding, Literaturnobelpreisträger
6. Heinrich Hansen Klockries, Pastor
7. Emil Nolde Nolde, Maler
8. Hans Momsen Fahretoft, Mechaniker
9. Uwe Jens Lornsen Keitum, Politiker
10. Jens Emil Mungard Keitum, Sylterfriesischer Dichter


 
 

Weißrussische Delegation zu Gast in Nordfriesland

 

Eine weißrussische Delegation besuchte das Nordfriisk Instituut
Eine Delegation aus Weißrussland war zu Gast im Nordfriisk Instituut. Die Gruppe unter der Leitung von Ewa Chylinski vom European Centre for Minority Issues, Flensburg, erhielt einen Überblick über die historischen Grundlagen der Minderheitenpolitik in Schleswig-Holstein und insbesondere über den aktuellen Status und die Förderung der friesischen Volksgruppe. Der Vorsitzende des Trägervereins, Thede Boysen, erläuterte, dass es sich in Schleswig-Holstein weniger um ein "Minderheitenmodell" als um eine singuläre Lösung für einen Grenzkonflikt handelt, die kaum für andere Minderheitenregionen zu verallgemeinern ist. Neben den Aktivitäten des Nordfriisk Instituut wurden auch die schulische und mediale Versorgung der einheimischen Minderheit durch die öffentlichen Einrichtungen erörtert. Die Gruppe besuchte auch die friesisch-dänische Schule in Risum. Zuvor war sie bereits zu Gast an der Universität Flensburg, wo Professor Dr. Thomas Steensen über die Möglichkeiten des Friesischstudiums informierte


 
 

Bundestag erhöht Fördersumme für die friesische Volksgruppe

 

Der Bundestagsabgeordnete Jürgen Koppelin (3. v. links) bei einem Besuch im Nordfriisk Instituut mit dem Vorsitzenden des Trägervereins Thede Boysen, Institutsgeschäftsführerin Marlene Kunz und Professor Thomas Steensen (v. l.)
"Das ist eine gute Nachricht für das Nordfriisk Instituut!" Mit diesen Worten begrüßten Thede Boysen, der Vorsitzende des Vereins Nordfriesisches Institut, und Professor Dr. Thomas Steensen, Direktor des Nordfriisk Instituut, die am Donnerstag beschlossene Erhöhung der Projektmittel für die friesische Volksgruppe im Haushalt des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.
Boysen dankte dem Bundestagsabgeordneten Jürgen Koppelin, der sich in besonderer Weise für die Erhöhung eingesetzt hatte. Von der Erhöhung sollen 20.000 Euro gezielt der zentralen wissenschaftlichen Einrichtung der Friesen, dem Nordfriisk Instituut in Bredstedt, zugutekommen, um die vom Land Schleswig-Holstein beschlossene Mittelkürzung abzumildern. Der Bund fördert die friesische Volksgruppe künftig insgesamt mit 370.000 Euro. "Mit dem Beschluss des Bundes sind zwar unsere Finanzprobleme nicht endgültig gelöst, aber wir sehen wieder mehr Licht am Horizont", erklärte Thede Boysen abschließend.


 
 

Vorsitzender der "Domowina" zu Gast in Nordfriesland

 

von links Frank Nickelsen, Erk Hassold,David Statnik, Prof. Dr. Thomas Steensen und die Sorbinnen Susann Schenk und Katharina Jurk vor dem Nordfriisk Instituut in Bredstedt
Über die Situation der friesischen Volksgruppe informierte sich der neue Vorsitzende des sorbischen Verbandes "Domowina", David Statnik. Der 28-jährige Veranstaltungstechniker steht seit diesem Frühling an der Spitze des "Bundes Lausitzer Sorben"; dieser Dachverband der sorbischen Vereine wird 2012 sein 100-jähriges Bestehen feiern. Statnik besuchte zunächst die friesisch-dänische Schule in Risum; Schulleiter Jörgen Jensen Hahn zeigte, dass große Teile des Unterrichts in friesischer Sprache gehalten werden. Im Nordfriisk Instituut in Bredstedt erläuterte Prof. Dr. Thomas Steensen die Arbeit dieser wissenschaftlichen Einrichtung mit einer großen Bandbreite. Im Friisk Hüs informierten Erk Hassold, Vorsitzender des Friesenrats, und Geschäftsführer Frank Nickelsen über ihre Arbeit sowie über die Verbindungen mit den Ost- und Westfriesen. Statnik nahm die Einladung an, auf der Jahresversammlung 2012 des Vereins Nordfriesisches Institut den Hauptvortrag zu halten.


 
 

Wer war der "größte Nordfriese", die "größte Nordfriesin"?
Nordfriisk Instituut sucht nach bedeutenden Persönlichkeiten der Region

 


Die Region Nordfriesland hat außergewöhnlich viele bedeutende Menschen hervorgebracht. Darauf möchte das Bredstedter Nordfriisk Instituut die Aufmerksamkeit lenken mit der Frage: Wer war der "größte Nordfriese", die "größte Nordfriesin"?
Neben Theodor Storm und Emil Nolde, deren Werk der Weltliteratur und der internationalen Kunst angehört, stammen Wissenschaftler aus Nordfriesland, die Pioniere ihrer Disziplinen waren, aber auch weitere bedeutende Schriftsteller und Maler, außerdem zum Beispiel politische Vordenker, Philosophen, Ingenieure, Sprachpfleger…
Das Nordfriisk Instituut fordert - unterstützt von der VR Band eG Niebüll - alle Interessierten auf: Wählen Sie den größten Nordfriesen! Die Spielregeln: Es können nur bereits verstorbene Menschen gewählt werden, die in Verbindung mit Nordfriesland (einschließlich Helgoland) standen. Jede(r) kann nur eine Stimme abgeben, per Postkarte an das Nordfriisk Instituut, Süderstr. 30, 25821 Bräist/Bredstedt, NF, E-Mail an info@nordfriiskinstituut.de oder auf der Homepage www.nordfriiskinstituut.de. Voraussetzung ist die Angabe der vollständigen Anschrift. Unter allen Teilnehmenden werden Bücher aus dem Verlag des Nordfriisk Instituut verlost, und zwar "Heimat Nordfriesland" und die sechsteilige "Geschichte Nordfrieslands". Einsendeschluss ist der 27. November.


 
 

"Heimat Nordfriesland - was ist das eigentlich?"

 


Was ist das Besondere an der Region Nordfriesland? Warum sehen viele Menschen diese Landschaft als ihre Heimat an? Zu diesen Themen hält Professor Dr. Thomas Steensen vom Nordfriisk Instituut am Dienstag, 8. November, einen Vortrag auf Einladung des Nordfriesischen Vereins Husum-Rödemis. Steensen veröffentlichte vor Kurzem das Buch "Heimat Nordfriesland - Ein Kanon friesischer Kultur". Der Vortrag beginnt um 19 Uhr im "Osterkrug" in Husum. Interessierte sind willkommen, der Eintritt ist frei.


 
 

Zwischen Volkssprache und Hochkirche
Nordfriisk Instituut: Buch zu Leben und Wirken des Pastors Heinrich Hansen

 

Einladung
Unter dem Titel "Zwischen Volkssprache und Hochkirche" befasst sich ein neues Buch aus dem Nordfriisk Instituut mit Leben und Wirken des Pastors Heinrich Hansen. Hansen, der 1861 in Klockries zur Welt kam und 1940 in Breklum starb, gab als einer der Ersten im 20. Jahrhundert Impulse für eine christliche Gemeinschaft über Konfessionsgrenzen hinweg. Auf seine Initiative gründete sich die ökumenisch orientierte Hochkirchliche Vereinigung. Er setzte sich zudem besonders für die niederdeutsche Verkündigung ein. Das Evangelium findet leichter den Weg zu den Gläubigen, wenn es in der Volkssprache gepredigt wird, davon war er überzeugt.
Pastor Dr. Heinrich Kröger, Soltau, Gründer der Plattform "Plattdüütsch in den Kark", hat sich intensiv mit Heinrich Hansen befasst. Seine Forschungsergebnisse und die weiterer Autoren werden in dem neuen Buch zusammengefasst. Es erschien als 10. Band in der von Prof. Dr. Thomas Steensen herausgegebenen Reihe "Nordfriesische Lebensläufe". Vorgestellt wird es am Sonnabend, 12. November, 14.30 Uhr im Nordfriisk Instituut in Bredstedt. Heinrich Kröger gibt einen Überblick über Heinrich Hansens Leben und Werk. Alle Interessierten sind herzlich willkommen.
Um Anmeldung wird gebeten beim Nordfriisk Instituut, Süderstr. 30, 25821 Bräist/Bredstedt; Tel.: (04671) 60120; Fax: (04671) 1333; E-Mail: info@nordfriiskinstituut.de.


 
 

Sollte der Hindenburgdamm umbenannt werden?
Historische Arbeitsgruppe des Nordfriisk Instituut tagt auf Sylt

 


Der Eisenbahndamm, der die Insel Sylt mit dem Festland verbindet, wurde 1927 fertiggestellt und nach dem damaligen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg benannt. Er war es, der Adolf Hitler, den "Führer" der NSDAP, 1933 zum Reichskanzler ernannte und damit der Errichtung der NS-Diktatur den Weg ebnete. Ist es heute noch angemessen, dass Straßen, Plätze oder ein Eisenbahndamm seinen Namen tragen? Mit dieser Frage befasst sich der Historiker Nils Hinrichsen, M. A. bei einer Tagung der Arbeitsgruppe Geschichte des Bredstedter Nordfriisk Instituut am Sonnabend, 5. November, im Sylter Heimatmuseum in Keitum. Zu Beginn um 15.00 Uhr informiert Sven Lappoehn, Geschäftsführer der Söl'ring Foriining, über "Landeskunde und Geschichte in Sylter Museen". Alle Interessierten sind herzlich willkommen. Es wird um Anmeldung im Nordfriisk Instituut gebeten: Tel.: (04671) 60120; Fax: (04671) 1333; E-Mail: info@nordfriiskinstituut.de.


 
 

Drei Mal Friesisch: sehr gut

 

(v.l.n.r.): Dr. Steffen Kirchhof, Kirstin Goebel, Prof. Dr. Volkert Faltings, Britta Frank, Prof. Dr. Thomas Steensen und Gyde Hahn
Das Zentrum für Wissenschaftliche Weiterbildung an der Universität Flensburg (ZWW) bietet im Zusammenarbeit mit dem Friesischen Seminar seit dem Wintersemester 08/09 das Zusatzangebot Frisistik an. Prof. Dr. Thomas Steensen, Direktor des Nordfriisk Instituut und Honorarprofessor an der Universität Flensburg, und Dr. Volkert Faltings, Honorarprofessor an der Universität Flensburg und Vorstandsvorsitzender der Ferring Stiftung, überreichten Britta Frank, Gyde Hahn und Kirstin Goebel im feierlichen Rahmen ihre Zertifikate, mit denen die drei Absolventinnen nun selbst an Schulen friesisch unterrichten können.
Prof. Dr. Faltings und Prof. Dr. Steensen freuten sich, den überaus engagierten Frauen ihre durchweg mit sehr gut benoteten Zertifikate überreichen zu können und sprachen die Hoffnung aus, sie alle an nordfriesischen Schulen bald wiedersehen zu können. Steensen dankte den drei Frauen für die Bereitschaft, sich für die friesische Sprache einzusetzen, sie zu bewahren und zu fördern.
Das Angebot Frisistik am ZWW ist aus zwei Modulen aufgebaut, je ein Modul pro Semester. Das Zertifikat kann in der Phase des Masterstudiums erworben werden. Das Angebot wendet sich vor allem an Studierende, die im Bachelor-Studium Germanistik mit dem Schwerpunkt Friesisch studiert haben. Aber auch Lehrkräfte, die schon im Schuldienst sind, haben die Möglichkeit, Frisistik an der Universität Flensburg zu belegen. Als erste Lehrerin nutzte Britta Frank, die auf Sylt arbeitet, diese Möglichkeit. Da das Fach klein sei, könne man flexibel auf die Bedürfnisse der Teilnehmerinnen und Teilnehmer reagieren, ein Blockunterricht sei möglich, erläuterte Prof. Dr. Steensen.
Im ersten Modul steht das Erlernen der Sprache im Vordergrund, dabei werden aber auch schon Lehrmaterialien erarbeitet, die später im Schulunterricht genutzt werden können. Das zweite Modul befasst sich mit der friesischen Kultur, der Historie und mit der Linguistik. Für Dr. Steffen Kirchhof, Leiter des ZWW hat sich das gemeinsame Angebot von ZWW und friesischem Seminar bewährt. Es sei die einfachste und beste Möglichkeit, am Standort Flensburg Frisistik anzubieten.


 
 

Von der Windstille bis zum Orkan
Die Gewinner der Tams-Jörgensen-Preisaufgabe 2011 stehen fest

 

Drei der glücklichen Gewinner der Tams-Jörgensen-Preisaufgabe: von links: Jens Jessen, Enke Christiansen, Kai Klint
Wenn wir im Radio hören, dass sich ein Wind mit Windstärke 10 ankündigt, sind wir vorgewarnt: Es erwartet uns ein schwerer Sturm. Eingeteilt werden die Windstärken nach der sogenannten Beaufort-Skala.
Bisher war die Klassifikation und Beschreibung der Windstärken uns nur im Deutschen geläufig, doch das könnte sich jetzt ändern. Die diesjährige Tams-Jörgensen-Preisaufgabe des Nordfriisk Instituut bestand nämlich darin, die Beaufort-Skala in die friesische Sprache zu übersetzen.
Fünf Teilnehmer und Teilnehmerinnen schickten ihre Beiträge ein, die von einer Jury durchgesehen und bewertet wurden. Neben Beiträgen in Sölring, Mooring und Öömrang gab es auch einen Beitrag im Friesischen der Wiedingharde. Da alle fünf Teilnehmer die Aufgabe ausgezeichnet gemeistert hatten, gab es am Ende nur Gewinner. Neben einer Urkunde und einem Preisgeld erhielten Enke Christiansen, Inken Hempel, Jens Jessen, Kai Klint und Hans-Joachim Meyer je ein Exemplar des "Interfriisk Lexikon" von Tams Jörgensen. Auszüge aus der friesischen Beaufort-Skala bringt der neueste Newsletter des Nordfriisk Instituut. Er kann kostenlos als ABO bestellt werden unter www.nordfriiskinstituut.de/newsletterabo.


 
 

Ein Künstler, eine Minderheit und ein Masterplan
Nordfriesland 175 erschienen

 


Zeitschrift NORDFRIESLAND Nr. 175Der Eiderstedter Künstler Hein Hoop starb 1986, also vor 25 Jahren. Der Soziologe und Eiderstedt-Kenner Prof. Dr. Arno Bammé würdigt den vielseitigen kreativen Provokateur der 1970er und 80er Jahre im Hauptbeitrag von "Nordfriesland" Soeben legte das Bredstedter Nordfriisk Instituut die 175 Ausgabe seiner Vierteljahresschrift vor. Hoop, so das Fazit, pflegte in seinen Skulpturen, Grafiken und Aktionen sein ganz individuelles Künstlertum, engagierte sich aber auch im pazifistischen und im ökologischen Sinne.
Dr. Ludwig Elle vom Sorbischen Institut in Bautzen schildert in seinem Artikel die gegenwärtige Situation der Lausitzer Sorben und die Perspektiven der - von manchen Widerständen und von Finanzkürzungen bedrohten - sorbischen Arbeit. Um die Zukunft des Kreises Nordfriesland angesichts des tiefgreifenden demografischen Wandels dreht sich der vom Kreis erarbeitete "Masterplan Daseinsvorsorge", den Landrat Dieter Harrsen erläutert.
Aktuelle Berichte runden Nordfriesland 175 ab. Das Heft umfasst 32 Seiten, kostet drei Euro und ist erhältlich über den Buchhandel oder direkt beim Nordfriisk Instituut in Bredstedt.


 
 

"Frisipedia" - Was es mit der friesischen Wikipedia auf sich hat
Treffen der AG Sprache und Literatur des Nordfriisk Instituut

 


Einladung AG Sprache Wikipedia ist wahrscheinlich den meisten schon ein Begriff: Die Internet-Enzyklopädie, an der sich jeder mit seinem Wissen beteiligen kann, ist schon seit Jahren ein beliebtes Nachschlagewerk. Doch dass es diese Seite auch auf Friesisch abzurufen gibt, das dürfte noch nicht überall bekannt sein. Bei dem kommenden Treffen der AG Sprache und Literatur des Nordfriisk Instituut, das am 24. September 2011 um 14.15 Uhr im "Strandhotel" in Dagebüll stattfindet, wird der Amrumer Jens Jessen über seine Arbeit an dieser "Frisipedia" berichten.
Des Weiteren soll an die kürzlich verstorbene Sprachwissenschaftlerin und langjährige Mitarbeiterin des Nordfriisk Instituut, Adeline Petersen, erinnert werden. Institutslektorin Antje Arfsten stellt einige ihrer Bücher noch einmal vor.
Gestärkt mit Kaffee und Kuchen werden dann der Gewinner oder die Gewinnerin der diesjährigen Tams-Jörgensen-Preisaufgabe bekannt gegeben. Wer hat am schönsten bzw. am passendsten die Beaufort-Skala in eine der friesischen Sprachen übersetzt?
Und zu guter Letzt sollen alle Teilnehmer noch einmal selbst aktiv werden, wenn Jule Homberg ihre Kreativaufgabe stellt.

Zu dem Treffen am 24. September wird um Anmeldung im Nordfriisk Instituut, Tel. 04671-60120 gebeten.


 
 

Hein Hoop - Unikum, Multitalent, Bürgerschreck
Vortrag von Arno Bammé über den Eiderstedter Künstler zum Abschluss des Sommer-Instituts

 

Auf dem Bild zu sehen Nissen/Bammé/Steensen (Foto Fiete Pingel)
Der Eiderstedter Künstler Hein Hoop (1927-1986) suchte neue Formen der Kunst und er wandte sich pazifistisch und ökologisch gegen bestimmte Entwicklungen in der Gesellschaft. Prof. Dr. Arno Bammé, Soziologe an der Universität Klagenfurt und führender Kenner der Kulturgeschichte Eiderstedts, berichtete im Abschlussvortrag des 21. Nordfriesischen Sommer-Instituts von den ironischen, erotischen und politisch-skandalösen Werken und Aktionen des Künstlers, bei denen Küstennatur und Wattenmeer eine wichtige Rolle spielten. Skulpturen und Grafiken, aber auch Texte bildeten Hoops Medien. Peter Nissen, Dramaturg mit Textmanufaktur in Hamburg, rezitierte einige sinnlich-hintersinnige Gedichte von Hoop, der seine "Galerie Eiderdamm" in Katingsiel unterhielt.

Die Veranstaltung musste wegen Überfüllung kurzfristig in das Bredstedter Bürgerhaus verlegt werden. Institutsdirektor Prof. Dr. Thomas Steensen, der das angeregt mitgehende Publikum begrüßte, zog eine positive Bilanz des Nordfriesischen Sommer-Instituts, das auch im 21. Jahr von der Nord-Ostsee Sparkasse sowie der Spar- und Leihkasse zu Bredstedt AG unterstützt wurde. Die Reihe umfasste neben dem hervorragenden Abschlussabend drei gut und zwei sehr gut besuchte Vorträge. Die Planungen für das 22. Nordfriesische Sommer-Institut haben begonnen.


 
 

Der friesische Philosoph Friedrich Paulsen und die Halligen
"Die Inseln der Seligen können nicht schöner sein" / Vortrag von Professor Thomas Steensen auf Langeneß

 

Thomas Steensen (links) und Fiede Nissen vor der Rixwarf auf Langeneß
Der bekannte nordfriesische Philosoph und Pädagoge Friedrich Paulsen (1846-1908) war eng mit den Halligen verbunden. Sein Vater stammte von der Hallig Oland, weitere Vorfahren von Langeneß. Über die Bedeutung dieser Herkunft für Paulsens Leben und Werk berichtete Professor Dr. Thomas Steensen vom Bredstedter Nordfriisk Instituut in einem Vortrag in der Gaststätte Hilligenley auf Langeneß. Eingeladen hatte der Nordfriesische Verein Langeneß-Oland mit seinem Vorsitzenden, Halligbürgermeister Fiede Nissen.
Die Sturmflut vom Februar 1825, die auf den Halligen 74 Todesopfer forderte, bildete in der Erinnerung des Vaters und der Tanten ein großes traumatisches Erlebnis, das ihre Kindheitserinnerungen prägte. Die Familie verließ Oland, und keiner von ihnen betrat jemals wieder eine Hallig. Das schilderte Thomas Steensen anhand ausführlicher Zitate aus Friedrich Paulsens Lebenserinnerungen, die im Verlag des Nordfriisk Instituut erschienen sind. Erst im Alter von 44 Jahren besuchte Friedrich Paulsen die Halligen. Von der Welt seiner Vorfahren war er tief beeindruckt und schrieb: "Die Inseln der Seligen können nicht schöner sein." Steensen zitierte Paulsens detaillierte, treffend beobachtete Beschreibungen vom Leben der Halligleute, das weithin von Kargheit geprägt war.
Für Friedrich Paulsen, so Thomas Steensen, war die Verwurzelung in der "Heimat" stets eine wichtige Basis auch für seine wissenschaftliche Arbeit. Vor allem leitete er daraus das pädagogische Prinzip ab, dass Kinder die Welt "vom Nahen zum Fernen" erfahren sollten, also ausgehend von ihrer eigenen täglichen Umgebung. Fiede Nissen bedauerte in seinem Schlusswort, dass kaum ein Halligbewohner den Vortrag über den bedeutenden Landsmann besuchte - gekommen waren fast ausschließlich einige Feriengäste.


 
 

Eine liebenswürdige Friesin und begabte Sprachwissenschaftlerin

 

Adeline Petersen (Foto: Harry Kunz)
Im 71. Lebensjahr verstarb am 12. August 2011 in Kiel nach langer Krankheit die Sprachwissenschaftlerin Adeline Petersen, die sich um die Förderung der friesischen Sprache große Verdienste erwarb. Am 15. Oktober 1940 in Niebüll geboren, wuchs sie in der Wiedingharde auf, wo ihr Vater das Pumpwerk an der Wiedau als Ingenieur betreute. Ihre Kindheit war vor allem geprägt von seiner Muttersprache, dem Wiedingharder Freesk. Ihre Mutter sprach Mooringer Frasch.
Adeline Petersen war ein begabtes Kind des schleswigschen Grenzlandes und beherrschte dessen Sprachen, nämlich neben dem Friesischen das Dänische und das Deutsche, Plattdeutsch und Süderjütisch konnte sie sehr gut verstehen. Dazu kamen noch Westfriesisch, Niederländisch und weitere Sprachen. Sie besuchte vor allem dänische Schulen und machte 1962 in Tondern Abitur. Zum Studium ging sie in die Niederlande. In Groningen erwarb sie den Grad "doktorandus".
Nach verschiedenen Stationen in den Niederlanden und an der Nordfriesischen Wörterbuchstelle der Kieler Universität war sie von 1994 bis 2008 im Nordfriisk Instituut in Bredstedt tätig. Mit der Herausgabe von Büchern und Schriften in friesischer Sprache und in zahlreichen Arbeits- und Forschungsvorhaben setzte sich Adeline Petersen für die Pflege und Weiterentwicklung des Friesischen ein. Der Verein Nordfriesisches Institut ernannte sie 2009 zu seinem Ehrenmitglied.
"Wir trauern", schreibt Prof. Dr. Thomas Steensen vom Nordfriisk Instituut in einer WSürdigung, "um eine angesehene Frisistin und tüchtige Autorin. Wir trauern aber auch um eine liebenswerte Kollegin, die wir nicht vergessen werden."


 

"Dieser Fisch war ein böser Teufel!"
Literaturwisschenschaftlerin Maike Schmidt sprach im Nordfriesischen Sommer-Institut über den historischen Walfang

 


Wendy Vanselow vom Nordfriisk Instituut und Dr. Maike Schmidt vor dem Institutsgebäude in BredstedtDie wichtigste Motivation für die Nordfriesen, sich an der mühe- und gefahrvollen Jagd auf den Wal zu beteiligen, waren die guten Verdienstmöglichkeiten. Was auf so materieller Basis begann, ist inzwischen zu einem faszinierenden Kapitel der nordfriesischen Geschichte geworden. Zu diesem Schluss kam Dr. Maike Schmidt, Dozentin am Institut für Neuere Deutsche Literatur und Medien der Kieler Universität, im voll besetzten Versammlungssaal des Nordfriisk Instituut in Bredstedt in ihrem Vortrag "‚Dieser Fisch war ein böser Teufel.' Der historische Walfang der Nordfriesen". Zu der Veranstaltung im Rahmen des 21. Nordfriesischen Sommer-Instituts konnte Institutslektorin Wendy Vanselow ein lebhaft mitgehendes Publikum begrüßen. Die Reihe wird unterstützt von der Nord-Ostsee Sparkasse sowie der Spar- und Leihkasse zu Bredstedt AG.
Von der Mitte des 17. Jahrhunderts an fuhren Tausende von Nordfriesen von den Inseln Amrum, Föhr und Sylt sowie von den Halligen - die jüngsten waren 10, die ältesten 80 Jahre alt - vor allem auf niederländischen, aber beispielsweise auch auf dänischen Schiffen ins Eismeer bei Grönland und Spitzbergen, um den Wal zu jagen. Als gute Seeleute bekannt, stiegen viele Nordfriesen zu Kommandeuren auf, die ihre Mannschaften zum großen Teil aus ihren Heimatdörfern rekrutierten, so die Referentin, die soeben mit einer Arbeit über das Grönland-Bild im Deutschland des 18. Jahrhunderts den Doktortitel erwarb.
In Schiffsjournalen und Reiseberichten ist vom Alltag an Bord zu lesen, so die Referentin, aber auch von Schiffsunglücken im Packeis und von den Gefahren der Jagd. So schreibt der Föhringer Jens Jacob Eschels (1757-1842) in seinen Erinnerungen: "Dieser Fisch war ein böser Teufel, er schlug gleich, als er die Harpune empfing, die Schaluppe entzwei."


 
 

"Frische Brise" und "steifer Wind" auf Friesisch
Am 1. September ist Einsendeschluss für die zweite Tams-Jörgensen-Preisaufgabe des Nordfriisk Instituut

 


Dass der Wind in den Frieslanden nicht selten einmal stürmische Ausmaße annimmt, dürfte jedem, der hier lebt, aufgefallen sein. Doch wie drückt man die Stärke aus, mit der der Wind sich bemerkbar macht? Ist es noch eine "frische Brise" oder doch schon ein "steifer Wind", der einem da gerade die Haare zerzaust? Im den meisten Sprachen kann man sich längst an der sogenannten Beaufort-Skala orientieren, die den Wind in zwölf verschiedene Stärken einteilt und seine Auswirkungen auf die Umwelt beschreibt. Doch bislang fehlen Übersetzungen dieser Einteilung auf Friesisch.
Das soll sich jetzt ändern: Zum zweiten Mal wird nun die Tams-Jörgensen-Preisaufgabe der Arbeitsgemeinschaft Sprache und Literatur des Nordfriisk Instituut ausgeschrieben. Die diesjährige Herausforderung besteht darin, eine Beschreibung der einzelnen Windstärken und des dazugehörigen Seegangs gemäß der Beaufort-Skala für Nordfriesisch, Westfriesisch und Saterfriesisch zu entwickeln.
Einsendeschluss für die Vorschläge ist der 1. September 2011. Es können Einzelpersonen oder Gruppen teilnehmen. Als Wettbewerbsbeitrag reicht eine friesische Übersetzung. Eine vom Nordfriisk Instituut benannte Jury wählt den überzeugendsten Vorschlag aus und vergibt einen Preis in Höhe von 250 Euro. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Das Preisgeld wird gestellt aus den Erträgen des 2005 gegründeten Tams-Jörgensen-Fond, benannt nach dem ersten Leiter des Nordfriisk Instituut. Wer also gute Ideen hat, schickt seinen friesischsprachigen Beitrag hierher - Postanschrift: Süderstraße 30, 25821 Bräist/Bredstedt, NF, E-Mail: info@nordfriiskinstituut.de.
Auf www.nordfriiskinstituut.de finden Sie einige nützliche Links zu der Beaufort-Skala.


 
 

Ländliche Räume in Nordfriesland - zwischen allen Stühlen
Prof. Dr. Wolfgang Riedel sprach im Nordfriesischen Sommer-Institut

 


Prof. Dr. Wolfgang Riedel im Nordfriisk InstituutDas Dorf als eigenständige Siedlungsform ist in der Regionalentwicklung kaum noch oder gar nicht mehr vorgesehen. In einem weltweit äußerst dynamischen Prozess der Urbanisierung werden die Funktionen der gesamten Landschaft von den städtischen Kernen aus definiert. So bestimmte Prof. Dr. Wolfgang Riedel, an der Universität Flensburg lehrender Geograf und von 1994 bis 2007 Inhaber des Lehrstuhls für Landschaftsplanung und Landschaftsgestaltung an der Universität Rostock, den Rahmen für seinen Vortrag "Ländliche Räume in Nordfriesland - zwischen allen Stühlen" im Nordfriisk Instituut in Bredstedt, dessen Vortragssaal fast bis auf den letzten Platz gefüllt war. Die Veranstaltung war Teil der von der Nord-Ostsee Sparkasse sowie der Spar- und Leihkasse zu Bredstedt AG geförderten Reihe 21. Nordfriesisches Sommer-Institut.
In Deutschland, Schleswig-Holstein und Nordfriesland hat die Verstädterung nicht so dramatische Folgen wie etwa in Afrika, Asien oder Lateinamerika, so Prof. Riedel, seit 1979 Schriftleiter der traditionsreichen wissenschaftlichen Regional-Zeitschrift "Die Heimat" (seit 2003 "Natur- und Landeskunde"). Gleichwohl sei auch in unseren Breiten eine enthemmte Landschaftsentwicklung zu konstatieren. Ein akutes Beispiel bildet, so Riedel, die Anpflanzung von Mais zum Betrieb von Biogas-Anlagen über weiteste Strecken.
Es muss nicht so sein, dass die Entwicklung der ländlichen Regionen widerstandslos von den Zentren aus definiert wird, so der Referent. In der traditionsreichen Landschaft Stapelholm, deren westlicher Teil seit 1970 zum Kreis Nordfriesland gehört, wurde ein "Stapelholmer Manifest" formuliert, in dem die durchaus vorhandenen eigenständigen Perspektiven dieser ländlichen Region aufgezeigt werden. Auf diesem Feld setzt auch die Arbeit des Nordfriisk Instituut und der Interessengemeinschaft Baupflege an, das betonte Wolfgang Riedel, die als "Kraftmotoren" gewachsene innere Potenziale Nordfrieslands zum Tragen bringen.


 
 

Baugeschichtliche Spurensuche
IGB-Architektin Ellen Bauer sprach im Nordfriesischen Sommer-Institut

 


Nordfriisk Instituut beim IGB-Vortrag (von links): Prof. Dr. Thomas Steensen, Ellen Bauer, Kerstin Sprenger, Hans-Georg HostrupDie Geschichte des Kirchenbaus reicht in Nordfriesland rund 800 Jahre zurück, die ältesten erhaltenen Bauern- und Bürgerhäuser entstanden vor etwa 500 Jahren. Die historischen Gebäude weisen vielfach Spuren auf, anhand derer man ihre Entwicklung nachvollziehen kann. Darüber berichtete die Tetenbüller Architektin Ellen Bauer bei ihrem Vortrag "Spurensuche. Erkenntnisse zur Architektur in Nordfriesland" im überfüllten Vortragssaal des Nordfriisk Instituut in Bredstedt. Zu der Veranstaltung im Rahmen des 21. Nordfriesischen Sommer-Instituts begrüßte Hans-Georg Hostrup, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Baupflege (IGB) Nordfriesland & Dithmarschen e.V., auch Institutsdirektor Prof. Dr. Thomas Steensen als "Gast im eigenen Haus". Hostrup bedankte sich bei der Nord-Ostsee Sparkasse sowie der Spar- und Leihkasse zu Bredstedt AG für ihre Unterstützung der Vortragsreihe.
Beim Bau der ältesten Kirchen wie etwa der in Olderup, so Ellen Bauer, die sich seit der Gründung der IGB im Jahre 1980 intensiv an deren Dokumentations- und Beratungstätigkeit beteiligt, sind Feldsteine verwendet worden. Vom späten Mittelalter an setzte sich die Ziegelbauweise durch, die auch bei Bürger- und Bauernhäusern nach und nach die traditionellen Holzbauten ersetzten. Anhand einer von Kerstin Sprenger von der IGB vorgeführten Bildpräsentation zeigte die Referentin zahlreiche Spuren im Mauerwerk historischer Häuser, die beispielsweise erkennen ließen, wie sich der schon von den Römern erfundene Bogenbau in nordfriesischen Häusern ausprägte. Gemauerte Bögen zeugen etwa im Roten Haubarg in Witzwort von einem herrschaftlichen Vorgängerbau. Erkennbar sei an vielen Gebäuden in Nordfriesland der architektonische Einfluss aus den Niederlanden, der unter den Herzögen von Schleswig-Holstein-Gottorf im 16. Und 17. Jahrhundert eine Hochphase erlebte.
Es gelte das baugeschichtliche Erbe sensibel zu pflegen, so Ellen Bauer. So sei es beispielsweise durchaus möglich, ein altes Haus den aktuellen Erfordernissen der Wärmedämmung anzupassen, ohne die Fassade zu "verhunzen".


 
 

Vier Lebensläufe lebendig geschildert
Silke v. Bremen sprach im Nordfriesischen Sommer-Institut in Bredstedt

 


Silke v. Bremen vor dem Nordfriisk InstituutHenriette Hirschfeld-Tiburtius legte bei ihrem Bestreben, eine regelrechte akademische Ausbildung zur Zahnärztin zu absolvieren, ein Selbstbewusstsein an den Tag, die ihren Vorfahren mütterlicherseits aus einer Sylter Kapitänsfamilie wohl angestanden hätte. Zu diesem Schluss kam Silke v. Bremen bei ihrem Vortrag "Die erste deutsche Zahnärztin: eine Nordfriesin - von Sylt. Vier spannende Lebensläufe" im Rahmen des 21. Nordfriesischen Sommer-Instituts im Nordfriisk Instituut in Bredstedt. Die Reihe wird unterstützt von der Nord-Ostsee Sparkasse sowie der Spar- und Leihkasse zu Bredstedt AG.
Henriette, die 1834 als Tochter des Westerländer Pastors Pagelsen zur Welt kam, setzte sich gegen den Zeitgeist durch, der Frauen wenig zutraute und wenig erlaubte, so die studierte Geografin Silke v Bremen, die auf Sylt als Publizistin und Gästeführerin tätig ist. Nach einem Studium in den USA betrieb Henriette Hirschfeld-Tiburtius in Berlin ihre Praxis. Sie setzte sich für die medizinische Versorgung der städtischen Unterschicht und für die Förderung von Frauen im Beruf ein.
Uwe Jens Lornsen, 1793 in Keitum geborener Vorkämpfer der parlamentarischen Demokratie, führte privat ein Leben, das von Unglück und Krankheit geprägt war. Das stellte Silke v. Bremen heraus. Lornsen, der auf politischem Gebiet eine bedeutende Lebensleistung vorzuweisen hat, litt unter Hypochondrie und war von seiner Kindheit an ein einsamer Mensch. Er ging für einige Jahre nach Brasilien in ein vor allem auch persönliches Exil, so die Referentin, 1838 nahm er sich in Genf das Leben.
Im Jahre 1903 ließ der Berliner Restaurantbesitzer Otto Busse am Westerländer Strand das Hotel Miramar errichten, das sich bis heute im Familienbesitz befindet. Sein Sohn Georg August Busse (1867-1947) übernahm die Leitung des Hauses. Er war von Hause aus Künstler, so Silke v. Bremen in ihrem ebenso kurzweiligen wie kenntnisreichen Vortrag, und hatte Kontakte zu Prominenten seiner Zeit. Er war es, der zum Beispiel Außenminister Gustav Stresemann, Schauspieler Hans Albers oder Flugpionierin Elly Beinhorn nach Westerland lockte.
Zwischen den Inseln Sylt und Capri spielten sich Kindheit und Jugend der 1927 geborenen Schriftstellerin Claretta Cerio ab, so die Referentin abschließend. Ihre Mutter stammte von Capri und war ihrem Mann Ernst Wiedermann auf dessen Heimatinsel Sylt gefolgt. Sein Vater Otto Wiedermann hatte 1896 in Westerland ein erfolgreiches Café eröffnet. In ihrer Biografie "Mit Bedenken versetzt" schildert Claretta Cerio jene Zeit, die nicht zuletzt - auch auf der Insel - durch das Aufkommen des Nationalsozialismus geprägt war. Ihr Vater gehörte zu den überzeugten Anhängern Hitlers, musste dann aber - Ironie des Schicksals - aus der SA, der Kampforganisation der Partei, austreten, weil man sich "plötzlich" daran erinnerte, dass seine Mutter die Tochter eines jüdischen Kurgastes war.


 
 

Spurensuche zur Architektur in Nordfriesland
Ellen Bauer spricht im Nordfriesischen Sommer-Institut

 


Verschiedene Bauepochen werden sichtbar.Giebel eines Vörhuus im Kirchenkoog bei Tetenbüll (Foto: Ellen Bauer) Nordfrieslands Bauernhauslandschaft gilt in ihrer Vielfalt als weithin einmalig. Auch in der historischen Bausubstanz der Städte lassen sich manche Besonderheiten ausmachen. Die Tetenbüller Architektin Ellen Bauer begibt sich am Mittwoch, 20. Juli, 19.30 Uhr im Nordfriisk Instituut in Bredstedt auf eine "Spurensuche" zur Architektur in Nordfriesland. Die Veranstaltung gehört zur Reihe "21. Nordfriesisches Sommer-Institut". Der Abend wird mitgetragen von der Interessengemeinschaft Baupflege Nordfriesland & Dithmarschen e. V., in deren Arbeit die Referentin seit vielen Jahren engagiert ist. Das Nordfriesische Sommer-Institut wendet sich an alle Interessierten, Einheimische und Gäste gleichermaßen. Es wird unterstützt von der Nord-Ostsee Sparkasse sowie der Spar- und Leihkasse zu Bredstedt AG. Gezeigt werden anlässlich des Vortrages Ausstellungseinheiten zu nordfriesischen Themen aus dem Projekt "Heimat Nordfriesland. Ein Kanon friesischer Kultur". Wir wären Ihnen sehr verbunden, wenn Sie den Vortrag gegebenenfalls auch in Ihre Terminankündigungen aufnehmen könnten.


 
 

Wie der Rundfunk nach Nordfriesland kam
Werner Junge berichtete im Nordfriisk Instituut über 60 Jahre NDR-Studio Flensburg

 

Von links: Referent Werner Junge, Landtagsvizepräsidentin Gitta Trauernicht, Prof. Dr. Thomas Steensen vom Nordfriisk Instituut und Ilse Johanna Christiansen, stellvertretende Vorsitzende des Friesenrates Sektion Nord, vor dem Nordfriisk Instituut.(Text und Foto: Fiete Pingel)
Schon bald nachdem die "Nordische Rundfunk AG", kurz NORAG, 1924 von Hamburg aus die ersten Sendungen ausstrahlte, hatte das neue Medium auch erste Hörer in Nordfriesland. Das war der Ausgangspunkt des Vortrages von Werner Junge, Leiter das NDR-Studios Flensburg, zum Auftakt des 21. Nordfriesischen Sommer-Instituts zum Thema "Wie der Rundfunk nach Nordfriesland kam". Im Nordfriisk Instituut in Bredstedt begrüßte Hausherr Prof. Dr. Thomas Steensen dazu ein lebhaft mitgehendes Publikum. Er dankte der Nord-Ostsee Sparkasse sowie der Spar- und Leihkasse zu Bredstedt AG für die langjährige Förderung der Vortragsreihe.
Es ist ein großer Schatz, die eigene friesische Sprache zu sprechen. Das stellte Gitta Trauernicht, Vizepräsidentin des Schleswig-Holsteinischen Landtages, in ihrem Grußwort heraus. Das Land Schleswig-Holstein bleibe sich seiner Verantwortung für das Friesische bewusst und wisse die "mit Sachkenntnis, Begeisterung und Empathie" betrieben Arbeit des Nordfriisk Instituut sehr zu schätzen.
Werner Junge, der aus Sankt Peter-Ording stammt und seine journalistischen Lehrjahre bei den Husumer Nachrichten verbrachte, führte mit fundierten Informationen und einem launigen Vortrag durch fast neun Jahrzehnte Radio, untermalt mit Hörbeispielen. Schon in den 1920er Jahren gab es erste Rundfunkhörer in Nordfriesland. In der NS-Zeit hielt das junge Medium in Form des "Volksempfängers" in zahlreichen Haushalten Einzug und diente damals vor allem der Nazi-Propaganda. Nach dem Krieg, seit 1950 vom NDR-Studio Flensburg aus, setzte das Radio seinen Siegeszug fort. Inzwischen wurde es zwar vom Fernseher aus den Wohnzimmern verdrängt, so Werner Junge, es hat sich aber neue Wege zum Publikum erschlossen. In der Reihe "Frasch for enarken" sendet die NDR 1 Welle Nord einmal pro Woche auch ein paar Minuten Friesisch.


 
 

Von der Neukonstruktion des Menschen, Thema Heimat, Thema Radio und ein Kanalprojekt
Vierteljahresschrift Nordfriesland 174 erschienen

 

Zeitschrift NORDFRIESLAND
Der Soziologe Ferdinand Tönnies und der Hirnforscher Oskar Vogt, Pioniere in ihren Fächern, verbrachten beide ihre prägenden Jugendjahre in Husum. Anknüpfend an ihr Wirken wurde dort zu Perspektiven einer "Neukonstruktion" des Menschen ein Symposium abgehalten. In der soeben vom Bredstedter Nordfriisk Instituut herausgegebenen 174. Ausgabe der Vierteljahresschrift Nordfriesland gibt der Husumer Redakteur Rüdiger Otto von Brocken Einblicke in diese spannenden neuen Forschungen.
Ausführlich dargestellt werden die Ergebnisse des vom Nordfriisk Instituut kürzlich abgeschlossenen Projekts "Heimat Nordfriesland. Ein Kanon friesischer Kultur". Es geht dabei um Informationen zu nordfriesischen Themen und vor allem um die Formulierung von Fragen nach Inbegriffen regionaler Identität, die zu eigenen Antworten einladen. In einem weiteren Beitrag befassen sich Fiete Pingel und Prof. Dr. Thomas Steensen vom Nordfriisk Instituut mit der Präsenz des Nordfriesischen im Rundfunk und mit der Problematik, wie die Medienversorgung zwischen privaten und öffentlich-rechtlichen Sendern aufgeteilt ist.
Willy Peter Ström, Journalist aus Husum, beschreibt das Projekt eines Kanals, der im 19. Jahrhundert als "kürzeste und wohlfeilste" Verbindung zwischen Nord- und Ostsee diskutiert wurde. Die Wasserstraße hätte von Husum ihren Ausgang nehmen sollen. Aktuelle Berichte und literarische friesische Texte runden Nordfriesland 174 ab. Beigeheftet ist das Protokoll der Mitgliederversammlung des Vereins Nordfriesisches Institut. Das Heft umfasst 32 Seiten, kostet drei Euro und ist erhältlich über den Buchhandel oder direkt beim Nordfriisk Instituut in Bredstedt.


 
 

Hallig statt Hörsaal
Vierzig Studierende der Universität Flensburg besuchten Oland und Langeneß

 

Sommer-Institut
Diese Exkursion war für 40 Studierende der Universität Flensburg erlebnisreich. Sie begaben sich in die ihnen vorher kaum bekannte Lebenswelt der Halligen Nordfrieslands. Im Gedächtnis bleiben wird der Ausflug aber auch als vielleicht nasseste Exkursion der Universitätsgeschichte.
Die Studierenden beschäftigen sich in Lehrveranstaltungen von Professor Dr. Thomas Steensen (Nordfriisk Instituut) mit friesischer Sprache und Geschichte. Mit dem Ausflug sollten sie vor Ort Land und Leute kennenlernen. Unter Leitung der Wattführerin Regina Matthiesen ging es von Dagebüll aus zu Fuß übers Watt. Noch bevor die Hallig Oland erreicht war, setzte prasselnder Regen ein. Ganz trocken wurde es dann nicht mehr, und feucht blieb trotz Regenschutzes auch die Kleidung der Teilnehmenden.
Trotzdem führten die Studierenden, zumeist angehende Lehrkräfte, in der Kirche von Hallig Langeneß ein intensives Gespräch mit dem Halligbürgermeister und bekannten Halligpostboten Hans-Friedrich ("Fiede") Nissen. Er berichtete zum Beispiel über die Anstrengungen, die Halligen auch für junge Menschen attraktiv zu halten. Im Tadsen-Museum auf der Ketelswarf erhielten die Studierenden Einblicke in die besonderen Wohnverhältnisse in einem Hallighaus früherer Tage.
Kommentar eines Teilnehmers nach der Rückfahrt ans Festland mit dem kleinen Schiff "Rungholt": "Die Exkursion war ein Erlebnis, das man so schnell nicht vergessen wird."


 
 

Heimat Nordfriesland. Ein Kanon friesischer Kultur
Nordfriisk Instituut legt besonderes Heimatbuch vor

 


Was macht das Besondere der "Heimat Nordfriesland" aus? Warum fühlen sich die Menschen hier gut? Und was ist eigentlich friesische Identität? Antworten auf diese Fragen bietet das Buch "Heimat Nordfriesland. Ein Kanon friesischer Kultur", das soeben vom Bredstedter Nordfriisk Instituut vorgelegt wurde. In 13 Abschnitten gehen Institutsdirektor Prof. Dr. Thomas Steensen als Autor sowie die Institutslektoren Harry Kunz und Fiete Pingel als Redakteure den Inbegriffen des Nordfriesischen nach.
Die Basis für die hier zusammengefassten Erkenntnisse bildete einerseits eine Reihe von Befragungen, etwa bei den friesischen Vereinen, bei Studierenden, bei nordfriesischen Landfrauen und bei der Leserschaft der vom Institut publizierten Vierteljahresschrift "Nordfriesland". Auf diese Weise konnten Hinweise aus der interessierten Öffentlichkeit in den Kanon eingehen. Eine wesentliche Grundlage bildete aber auch die Auswertung der regionalkundlichen Literatur.
Ziel war nicht etwa ein kritikloser Lobpreis des Friesentums. Entstanden ist vielmehr ein Buch, das auf der Grundlage sorgfältig aufgearbeiteter Informationen zu den einzelnen Themen zum Nachdenken über die friesische Identität anregen soll. Zitate aus den Befragungen und aus der Literatur beleuchten eine Vielzahl von - durchaus auch gegensätzlichen - Aspekten.
"Heimat Nordfriesland?!", "Die Friesen und die Frieslande - Dreiklang an der Nordsee", "Die Landschaft Nordfrieslands - Wind, Weite, Wasser, Watt, Wellen", "Friesisch und das ‚Sprachenland Nordfriesland'", "Landgewinn und Landverlust - das friesische Grundmotiv", "Verbindung mit der Welt", "Die Friesen rechnen gut", "Friesische Häuser", "Biikebrennen, Boßeln und besondere Bräuche", "Die freien Friesen", "Nordfriesland zwischen Heimatkunst und Weltliteratur", "Gemaltes Nordfriesland", "Die ‚großen Friesen'" - so lauten die Überschriften der Kapitel, zu denen jeweils auch eine Präsentationseinheit erstellt wurde.
Erarbeitet wurde der "Kanon friesischer Kultur" im Rahmen eines Projekts, das aus Mitteln des Bundes vom Frasche Rädj, Interfriesischer Rat Sektion Nord gefördert wurde. Das Buch umfasst 192 Seiten und ist mit über 170 meist farbigen Abbildungen reich illustriert. Es kostet 26,80 Euro und ist zu beziehen über den Buchhandel oder direkt beim Nordfriisk Instituut in Bredstedt.


 
 

Radio, Persönlichkeiten, Walfang, Perspektiven und Spurensuche
Sechs Vorträge: 21. Nordfriesisches Sommer-Institut

 

Sommer-Institut
Zum 21. Mal lädt das Bredstedter Nordfriisk Instituut zur Vortragsreihe "Nordfriesisches Sommer-Institut" ein. In insgesamt sechs Vorträgen sollen unterschiedliche Einblicke in die vielgestaltige Kultur und Geschichte Nordfrieslands gewährt werden. Das Angebot wendet sich an alle Interessierten, Einheimische und Feriengäste gleichermaßen, und nicht nur an ein akademisches Fachpublikum.

Unter der Überschrift "Wie der Rundfunk nach Nordfriesland kam" berichtet Werner Junge, Medienmann aus Eiderstedt und inzwischen Leiter des NDR-Studios Flensburg, zum Auftakt am Mittwoch, 22. Juni, über die Vorgeschichte seines Senders und über dessen Präsenz an der Westküste.

"Die erste deutsche Zahnärztin: eine Nordfriesin - von Sylt", diese kaum bekannte Tatsache bildet den Titel für die Präsentation von insgesamt vier Lebensläufen von Menschen aus Nordfriesland, die überregional bemerkenswert erscheinen. Referentin ist am Mittwoch, 6. Juli, die Sylter Publizistin Silke v. Bremen.

Am Mittwoch, 20. Juli, begibt sich die Architektin Ellen Bauer aus Tetenbüll auf "Spurensuche". Die engagierte Baupflegerin referiert "Erkenntnisse zur Architektur in Nordfriesland". Der Abend wird mitgetragen von der Interessengemeinschaft Baupflege Nordfriesland & Dithmarschen.

Um Perspektiven der Regionalentwicklung im nördlichen Schleswig-Holstein geht es Prof. Dr. Wolfgang Riedel, Flensburg, in seinem Vortrag "Ländliche Räume in Nordfriesland - zwischen allen Stühlen" am Mittwoch, 3. August.

Nordfriesen leben seit Jahrhunderten von und mit dem Meer. Ein wichtiges Element der regionalen Geschichte bildet der Walfang. Am Mittwoch, 17. August, berichtet Maike Schmidt von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel darüber unter dem Titel "Dieser Fisch war ein böser Teufel".

Zum Abschluss befasst sich Prof. Dr. Arno Bammé von der Universität Klagenfurt am Mittwoch, 31. August, in dem Vortrag "Unikum, Multitalent und Bürgerschreck" mit dem Eiderstedter Künstler Hein Hoop (1927-1986).

Bei den einzelnen Veranstaltungen werden nordfriesische Themen anhand von Banner-Displays aus dem Projekt "Heimat Nordfriesland. Ein Kanon friesischer Kultur" präsentiert.

Gefördert wird das 21. Nordfriesische Sommer-Institut von der Nord-Ostsee Sparkasse sowie der Spar- und Leihkasse zu Bredstedt AG. Die Vorträge beginnen jeweils um 19.30 Uhr. Anstelle eines Eintrittsgeldes wird jeweils um eine Spende gebeten.


 
 

Abenteuer Archivarbeit

 


Institutslektorin Antje Arfsten folgt dem Vortrag von Prof. Dr. Jarich HoekstraAuf der Jagd nach verschollenen Büchern reist er um die Welt, liest sich durch Stapel staubiger Bücher und durchforstet die größten Bibliotheken mit akribischer Geduld: So oder so ähnlich stellt man sich einen Sprachwissenschaftler bei der Archivarbeit vor.
Doch Prof. Dr. Jarich Hoekstra von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, der bei dem letzten Treffen der AG Sprache und Literatur des Nordfriisk Instituut in Dagebüll einen Vortrag über seine Suche nach friesischen Texten und deren Inhalt hielt, relativierte diese Ansicht: "Das ganze ist nicht so romantisch, wie man es sich vorstellt. Meistens recherchiere ich von meinem Schreibtisch aus im Internet und lasse mir dann Kopien der Texte zuschicken." Dass der als "Sherlock Holmes des Friesischen" angekündigte Sprachwissenschaftler aber zum Beispiel eine Reise nach Sankt Petersburg nicht scheute, um dort einen friesischen Text aufzustöbern, weckte in den interessierten Zuhörern dann doch ein gewisses Gefühl von Detektivromantik.
Anschließend waren die gut 20 Teilnehmer des Treffens selbst gefordert. Nachdem die Vorsitzende der Arbeitsgruppe Jule Homburg die Techniken zum "Elfchen"-Verfassen erklärt hatte, durfte jeder solch ein kleines Gedicht anfertigen und vortragen. Die fröhliche Stimmung der Teilnehmer spiegelte sich dann auch in ihren kleinen Werken wider: Das fast schon sommerliche Wetter hatte wohl alle beflügelt.


 
 

pro und contra Küstenschutzabgabe, 100 Jahre Stadt Wyk, 70 Jahre privater Landbesitz auf Hooge
Vierteljahresschrift Nordfriesland 173 erschienen

 


Zeitschrift NORDFRIESLANDZu den Vorschlägen der Kieler Regierung für die Konsolidierung der Landesfinanzen gehört auch die Erhebung einer nur von der unmittelbar betroffenen Bevölkerung zu leistenden Abgabe für den Küstenschutz. Die soeben vom Bredstedter Nordfriisk Instituut vorgelegte 173. Ausgabe der Vierteljahresschrift Nordfriesland bietet in Stellungnahmen von Dr. Juliane Rumpf, Ministerin für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume, und Dieter Harrsen, Landrat des Kreises Nordfriesland, die Argumente pro bzw. contra Küstenschutzabgabe in konzentrierter Form dar. Der Föhringer Friese Jakob Tholund beschreibt in seinem ausführlichen Beitrag wesentliche Züge der Geschichte von Wyk auf Föhr, das nunmehr auf ein volles Jahrhundert seit Verleihung der Stadtrechte zurückblicken kann. Er schildert die Entwicklung des Ortes vor dem Hintergrund des rasant gewachsenen Fremdenverkehrs, betrachtet aber auch die Zeit des Nationalsozialismus. Dr. Hans Joachim Kühn, bis zu seiner Pensionierung im archäologischen Landesamt tätig, befasst sich mit einem wichtigen Einschnitt in der Geschichte seiner Heimat-Hallig Hooge. Dort wurde 1941, also vor 70 Jahren, die gemeinsame Landnutzung aufgehoben, die das wirtschaftliche Leben auf den Halligen über Jahrhunderte bestimmte, heute aber nur auf Gröde in Kraft ist. Beiträge des friesischen Schreibwettbewerbs "Ferteel iinjsen!" und aktuelle Berichte runden Nordfriesland 172 ab. Das Heft umfasst 32 Seiten, kostet drei Euro und ist erhältlich über den Buchhandel oder direkt beim Nordfriisk Instituut in Bredstedt.


 
 

Wegweiser zu den Quellen der Landwirtschaftsgeschichte des Kreises Stormarn

 


Einladung AG Sprache und Literatur. Jetzt können auch die Heimatforscherinnen und -forscher im Kreis Stormarn mit schnellem und zielsicherem Griff ihr Aktenstudium in den Archiven beginnen. Im Rahmen des von der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landschaft geförderten Projekts "Wegweiser zu den Quellen der Landwirtschaft Schleswig-Holsteins" erschien im Verlag Nordfriisk Instituut in Bredstedt der achte Band. Projektbearbeiter Harry Kunz befasst sich in dem 270 Seiten starken Buch mit der Aktenlage und Überlieferung landwirtschaftlicher Quellen in dem ehemaligen Amt Trittau im Herzogtum Holstein. Weitere Untersuchungsgebiete sind u. a. die Ämter Reinbek, Reinfeld, Rethwisch, Traventhal und Tremsbüttel sowie die ade-ligen Güterdistrikte Itzehoe und Preetz. Die Arbeit soll allen Forschenden, die sich mit der landwirtschaftlichen Vergangenheit des Kreises Stormarn beschäftigen, als Hilfestellung dienen. Der langjährige hauptamtliche Kulturreferent des Kreises Dr. Johannes Spallek unterstützte die Arbeit mit einem Artikel zur Geschichte Stormarns.
Der "Wegweiser zu den Quellen der Landwirtschaftsgeschichte des Kreises Stormarn" entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Landesarchiv Schleswig-Holstein. Hauptteil des achten "Wegweisers" ist wiederum das Quellenverzeichnis, eine Aufstellung einiger Tausend Aktentitel mitsamt ihren Bestellnummern, die der Verfasser zur Erforschung der Geschichte der Bauernhöfe aus den Archivbeständen herausgefiltert hat. Neben den Schuld- und Pfandprotokollen, den direkten Vorläufern der Grundbücher, handelt es sich dabei z. B. um die jährlichen Rechnungslegungen aus den historischen Ämtern, um Landwesensakten aller Art, um die Dokumentation des Steuer- und Hebungswesens, die Erfassung der Gebäude in den Brandkatastern, um Erb- und Vormundschaftssachen und nicht zu-letzt auch um Vieh- und Volkszählungen - kurz Unterlagen, die über die Verhältnisse der landwirtschaftlichen Betriebe und ihre Bewirtschafter Auskunft geben können.
Die Aufbereitung der Daten durch eine eigens entwickelte Systematik erlaubt es, treffsicher und ohne besondere Vorkenntnisse Quellenmaterial über bestimmte Dörfer, Wohnplätze und Höfe aufzufinden. Besonderes Augenmerk wurde darauf gelegt, dass auch Menschen, die noch keine Erfahrungen mit Archiven aufweisen, schnell und zielstrebig an die für sie interessanten Quellen gelangen. Dazu wurden ausführliche Orts- und Jurisdiktionsverzeichnisse erstellt, über die sich die Akten-titel erschließen.
Der "Wegweiser Stormarn" enthält auch einen methodischen Leitfaden für den angehenden Höfeforscher, zeigt die Möglichkeiten des Herangehens an eine sol-che Aufgabe und führt durch die in Frage kommenden Institutionen und Ämter. Quellen und Hilfsmittel werden erläutert, ihre Bedeutung für den Forschungsablauf eingeordnet. Ausdrücklich wird dabei auf nichtamtliche Unterlagen hingewiesen, die sich unter Umständen noch in Privatbesitz befinden und im Einzelfall die wertvollere Quelle darstellen können.
Eine ausführliche Dokumentation bereits erschienener Arbeiten zum Thema Landwirtschaft und Höfeforschung im Bereich des Kreises Stormarn sowie eine Kontaktadressenliste runden den Wegweiser ab. Das Buch kostet 27,90 Euro und ist beim Nordfriisk Instituut oder über den Buchhandel (ISBN 978-3-88007-363-0) erhältlich.


 
 

Ein Feuerbrauch mit Tradition
Die Biiken brennen wieder in Nordfriesland

 


Bei klarem Wetter leuchten die Biiken weithin. Menschen versammeln sich am traditionellen FeuerAuch 2011 werden mehr als 60 Biiken in Nordfriesland entzündet, das geht aus einer Mitteilung des Bredstedter Nordfriisk Instituut hervor. Die heutige Form des Biikebrennens am 21. Februar mit einem großen, stationären Reisigfeuer ist seit der Mitte des 19. Jahrhunderts sicher belegt. Am darauf folgenden 22. Februar, dem Petritag, wurde auf Sylt in alter Zeit traditionell ein Gerichtstag abgehalten. Der Chronist Christian Peter Hansen hielt 1860 fest, dass auf Sylt, Föhr und Amrum solche Biiken entzündet wurden.
Der Feuerbrauch - "Biike" heißt auf Friesisch "Feuerzeichen" - geht auf einen Fackeltanz zurück, der zur Fastnacht getanzt wurde. Dementsprechend wanderte der Tag des Festes bis ins 18. Jahrhundert durch den Kalender. Die Biike hat sich in ihrer modernen Form des brennenden Reisighaufens von den Inseln und Halligen ausgehend in den letzten Jahrzehnten entlang der Küste Nordfrieslands ausgebreitet, teilweise sogar darüber hinaus.
Inzwischen ist das alljährliche Feuer an vielen Orten zu einem festen Termin auch im politischen Kalender geworden. Repräsentanten von Kreis und Gemeinden nehmen vielfach die Gelegenheit wahr, in Ansprachen am Feuer aktuelle regionale Themen aufzugreifen. Eine besondere Bedeutung hat das Biikebrennen für die engagierten Friesen. So lädt der Friesenrat jeweils zu einem zentralen Biike-Empfang mit politischer Prominenz.
Einige der traditionellen Feuer wurden zu touristischen Großereignissen umgewandelt, bei denen sich die Fremden in großer Zahl einfinden. Die meisten Biikenfeste aber stehen vor allem im internen dörflichen Kalender. Dort sind Freunde von auswärts zwar willkommen, vor allem aber geht es an den Feuern und bei den anschließenden Festen um den eigenen Zusammenhalt.


 
 

1362: Untergang Rungholts und Geburtsstunde der nordfriesischen Küste
Nordfriisk Instituut macht 650 Jahre "Grote Mandränke" zum Thema

 


Darstellung einer Flutkatastrophe, Bild aus dem 17. Jahrhundert 
(Sammlung Nordfriisk Instituut) 100 000 Menschen sollen ums Leben gekommen sein, als im Januar 1362 die Nordsee entlang der friesischen Küste über die Deiche stieg und weite Strecken besiedelten Landes in Meeresboden zurückverwandelte. Zur 650. Wiederkehr dieses für Nordfriesland und die Küste epochalen Ereignisses plant das Bredstedter Nordfriisk Instituut für den 24. März 2012 eine Veranstaltung im NordseeCongressCentrum in Husum.

Die "Grote Mandränke" gehört zu den größten Naturkatastrophen des mittelalterlichen Europa. Die - wahrscheinlich übertriebene - Überlieferung zur Zahl der Opfer symbolisiert ihr von den Zeitgenossen empfundenes Ausmaß. Im nordfriesischen Raum ist mit der Mandränke vor allem der Name der Marschensiedlung Rungholt verbunden. Sage und Dichtung haben sich ihres Untergangs angenommen.

Zugleich steht die Flut von 1362 für eine grundlegende Umwälzung an der Küste. So öffnete sie zum Beispiel einen Meereszugang zur Südwestecke der schleswigschen Geest. Hier entwickelte sich in wenigen Jahrzehnten die Siedlung Husum zu einem Hafen- und Handels-ort. Die Zeit der Mandränke war auch die Geburtsstunde der meisten Halligen, die auf der mittelalterlichen Kulturoberfläche neu aufwuchsen.

Am 24. März 2012 sollen Landgewinn und Landverlust als Leitthema der Geschichte Nordfrieslands aus verschiedenen Blickwinkeln mit Kurzvorträgen, Präsentationen, Musik- und Theaterdarbietungen dargestellt werden. Mit Zeitzeugenberichten möchte das Nordfriisk Instituut im Rahmen der Veranstaltung auch an die schwere Sturmflut erinnern, die genau 600 Jahre nach der Mandränke, nämlich 1962 an der Nordseeküste schwere Schäden anrichtete. Die Vorbereitungen für den 24. März 2012 sind angelaufen …


 
 

Fördermittel des Bundes nutzen der friesischen Volksgruppe
Der Bundestagsabgeordnete Jürgen Koppelin besuchte das Nordfriisk Instituut

 

Der Bundestagsabgeordnete Jürgen Koppelin besuchte das Nordfriisk Instituut; von links Thede Boysen, Marlene Kunz, Koppelin, Prof. Dr. Thomas Steensen."Die Förderung durch die Bundesrepublik Deutschland fällt bei der friesischen Volksgruppe auf fruchtbaren Boden. Darüber bestand Einigkeit, als der Bundestagsabgeordnete und FDP-Landesvorsitzende Jürgen Koppelin das Nordfriisk Instituut in Bredstedt besuchte. Er ließ sich durch den Vorsitzenden Thede Boysen und den stellvertretenden Vorsitzenden Peter Nissen sowie Professor Dr. Thomas Steensen und Geschäftsführerin Marlene Kunz umfassend über die Arbeit der wissenschaftlichen Einrichtung informieren.
"Die Bundesebene hat sich 2010 als verlässlicher Partner der friesischen Volksgruppe erwiesen", attestierte Vereinsvorsitzender Thede Boysen dem Haushaltspolitiker Koppelin. Thomas Steensen erinnerte daran, dass der Abgeordnete sich vor wenigen Jahren erfolgreich für die erste friesischsprachige Briefmarke eingesetzt habe. Jürgen Koppelin zeigte sich beeindruckt von den Ergebnissen, die im Nordfriisk Instituut mit Projektmitteln des Bundes erzielt wurden, darunter moderne friesische Sprachkurse. Er wolle sich auch weiterhin für die friesische Volksgruppe einsetzen, sagte er zu.


 
 

Dr. Ralf Stegner zu Gast im Nordfriisk Instituut

 


von links: Thede Boysen, Dr. Stegner, Marlene Kunz, Prof. Dr. Thomas Steensen"Es ist beeindruckend, was hier im Zusammenspiel von ehren- und hauptamtlicher Arbeit geleistet wird." Das erklärte der Landes- und Fraktionsvorsitzende der SPD Schleswig-Holstein, Dr. Ralf Stegner, nach einem mehrstündigen Besuch im Nordfriisk Instituut in Bredstedt. Der Politiker traf mit dem Vorsitzenden des Trägervereins Thede Boysen und dem stellvertretenden Vorsitzenden Peter Nissen sowie Prof. Dr. Thomas Steensen als Direktor und Marlene Kunz als Geschäftsführerin zusammen. Seit fast 50 Jahren sei das Institut aus Schleswig-Holstein nicht wegzudenken, sagte der SPD-Politiker.
Neben der Besichtigung der umfangreichen Bibliothek wurden in den Gesprächen die aktuellen Haushaltskürzungen der Landesregierung und die unmittelbaren Auswirkungen auf die Arbeit des Instituts thematisiert. "Die Landesregierung hat durch die in unseren Augen falschen Kürzungen der Minderheitenpolitik und dem Institut einen Bärendienst erwiesen, darüber kann auch nicht die Unterstützung des Bundes hinwegtäuschen", erklärte Ralf Stegner. "Zusammen mit den Kürzungen bei anderen Vereinen und Verbänden sowie bei den Schulen der dänischen Minderheit ergibt sich ein falsches Bild Schleswig-Holsteins, das eine SPD-geführte Landesregierung nach der kommenden Landtagswahl vorrangig korrigieren wird."
Abschließend lobte Stegner erneut die Arbeit von Verein und Institut. "Die SPD-Fraktion wird das Thema nicht aus den Augen verlieren; die heutigen Gespräche waren ein wichtiger Anfang. Wir werden den Austausch von Informationen und gemeinsame Gespräche weiter forcieren."


 
 

Ein Forscherleben für die Westküste - 100 Jahre Albert Bantelmann
Vortragsnachmittag im Nordfriisk Instituut

 

Einladung zum 8.01.2011
Mit der Erforschung der schleswig-holsteinischen Westküste, insbesondere Nordfrieslands, ist der Name des Prähistorikers Albert Bantelmann untrennbar verknüpft. Am Sonnabend, 8. Januar 2011, jährt sich sein Geburtstag zum 100. Male. Das haben das Nordfriisk Instituut und seine Arbeitsgruppe Geschichte zum Anlass genommen, an diesem Tag in Zusammenarbeit mit dem Archäologischen Landesamt Schleswig-Holstein einen Vortragsnachmittag im Institut in Bredstedt auszurichten.
Von 1936 an erforschte der am 8. Januar 1911 in Hamburg geborene Bantelmann mehr als 50 Jahre die Vor- und Frühgeschichte an der Küste. Bekannt wurde er nicht zuletzt als Leiter der Ausgrabungen auf den Großwarften Tofting bei Oldenswort und Elisenhof bei Tönning. Er verfasste grundlegende Arbeiten zur Entwicklung der Landschaft und zu den frühesten Besiedlern. 1986 erhielt er den ersten Hans-Momsen-Preis des Kreises Nordfriesland.
Bei der Veranstaltung im Nordfriisk Instituut wird Prof. Dr. Thomas Steensen eine kurze Einführung geben. Sodann wird der Niebüller Geschichtsforscher Albert Panten in seinem Referat "Erkenntnisse zur Vor- und Frühgeschichte. Albert Bantelmann und Nordfriesland" vor allem die Bedeutung der Arbeiten des Forschers als Grundlage für die regionale Geschichtsschreibung würdigen. "Albert Bantelmann als Archäologe und historischer Geograf - seine Leistungen in der Westküstenforschung aus heutiger Sicht", so lautet das Vortrags-Thema von Dr. Martin Segschneider, Dezernatsleiter im Archäologischen Landesamt Schleswig-Holstein. Der Vortragsnachmittag beginnt um 14.30 Uhr. Alle Interessierten sind herzlich willkommen. Anmeldungen bitte an das Nordfriisk Instituut, Süderstr. 30, 25821 Bräist/Bredstedt, NF; Tel.: (04671) 60120; Fax: (04671) 1333; E-Mail: info@nordfriiskinstituut.de.. Es wird um eine Spende gebeten.


 
 

Ingbert Liebing: Arbeit für die friesische Heimat stärken!
Der CDU-Bundestagsabgeordnete besuchte das Nordfriisk Instituut und das Friisk Hüs in Bredstedt

 


Der CDU-Bundestagsabgeordnete Ingbert Liebing besuchte das Nordfriisk Instituut in Bredstedt; von links: Prof. Dr. Thomas Steensen, Thede Boysen, Marlene Kunz, Peter Nissen, Ingbert LiebingDie schwierige Finanzsituation des Nordfriisk Instituut in Bredstedt stand im Mittelpunkt eines Gesprächs, das der nordfriesische CDU-Bundestagsabgeordnete Ingbert Liebing mit dem Institut führte. "Mit der Kürzung des institutionellen Zuschusses an das Nordfriisk Instituut betreibt die Landesregierung den Ausstieg aus der Minderheitenpolitik, bevor die friesische Volksgruppe überhaupt Teil der Minderheitenpolitik des Landes geworden ist", so beschrieb der Vorsitzende des Trägervereins Thede Boysen die Situation. "Die komplexen Aufgaben und die bisher erfolgreiche Arbeit werden von der Landesregierung anscheinend gar nicht wahrgenommen", erklärte er weiter. An dem Gespräch nahmen auch der stellvertretende Vorsitzende Peter Nissen, Direktor Prof. Dr. Thomas Steensen und Geschäftsführerin Marlene Kunz teil.
Liebing zeigte einerseits Verständnis für die Nöte des Instituts, da für den umfangreichen Aufgabenbestand der Einrichtung schon die bisherige Finanzausstattung alles andere als komfortabel gewesen sei. Andererseits warb er um Verständnis dafür, dass das Land Schleswig-Holstein, das finanziell direkt vor dem Abgrund stehe, nur mit einer konsequenten Kehrtwende wieder zukunftsfähig werde. Der Bundestagsabgeordnete sagte zu, sich bei der Landesregierung dafür einzusetzen, in Zukunft nicht nur über Haushaltsdaten, sondern auch über inhaltliche Leistungen zu sprechen. "Wenn zwischen Institut und Landesregierung ein bestimmter Leistungskatalog vereinbart wird, den das Institut für das Land zur Umsetzung der Sprachen- und Minderheitencharta erbringt, dann muss dafür auch das entsprechende Geld zur Verfügung gestellt werden", sagte Liebing. Diese Gespräche sollten im neuen Jahr aufgenommen werden, nachdem im Landtag die ursprünglich beabsichtigte Haushaltskürzung für das Institut abgemildert und der Finanzbeitrag für die nächsten Jahre festgeschrieben worden sei.
Prof. Thomas Steensen berichtete, dass das Institut aufgrund seiner umfangreichen Sammeltätigkeit in der Bibliothek "aus allen Nähten platzt". Ingbert Liebing sagte zu, auch auf Bundesebene zu prüfen, ob für einen Anbau Finanzmittel mobilisiert werden könnten. Dies sei bei der Einrichtung der Organisationszentrale gelungen, die der Abgeordnete im Anschluss an das Institut besuchte. Im ehemaligen Forstamt wurde er vom Vorsitzenden des Friesenrates, Erk Hassold, begrüßt und durch die Räume geführt, in denen jetzt die friesischen Organisationen gemeinsam ihre Verwaltungsgeschäfte erledigen können. Diese Einrichtung ist mit Mitteln aus dem Haushalt des Kanzleramtes und des dort zuständigen Staatsministers für Kultur und Medien finanziert worden. Liebing gratulierte Hassold und den dort ansässigen Vereinen zur ihrer "neuen Heimat" und verband dies mit der Hoffnung, dass nicht nur die Vereine noch ein Stück näher zusammenrücken, sondern die Arbeit für die friesische Heimat gestärkt werden könne.


 
 

Nordfriesisches Institut dankt Staatssekretär Dr. Christoph Bergner
Der CDU-Politiker in einem Brief nach Kiel: "Kürzungen unverhältnismäßig und minderheitenpolitisch nicht hinnehmbar"

 


"Staatssekretär Dr. Bergner hält klaren Kurs im Interesse der friesischen Volksgruppe. Dafür danken wir ihm herzlich!" Das erklärte Thede Boysen, Vorsitzender des Vereins Nordfriesisches Institut, zu einem Brief, den der CDU-Politiker Christoph Bergner, parlamentarischer Staatssekretär im Bundesinnenministerium und Beauftragter der Bundesregierung für nationale Minderheiten, an Landtagspräsident Torsten Geerdts (CDU) und Kultusminister Dr. Ekkehard Klug (FDP) gerichtet hat.

In dem Brief kritisiert Bergner scharf die Absicht der Landesregierung, die schon jetzt geringe Förderung der Friesen weiter zu kürzen. "Die Sparpläne des Landes Schleswig-Holstein haben nachhaltige Auswirkungen auf die Arbeit der friesischen Vereine sowie des Nordfriisk Instituut und gefährden die friesische Kultur- und Spracharbeit", schreibt er wörtlich. Insbesondere das Nordfriisk Instituut in Bredstedt sei in seiner Arbeitsfähigkeit gefährdet. Bergner weist auf übernommene internationale Verpflichtungen hin. Bei einer Kürzung werde das Nordfriisk Instituut das Land Schleswig-Holstein aufgrund der mangelnden personellen Ausstattung nicht mehr bei der Erfüllung der Verpflichtungen aus dem Rahmenübereinkommen des Europarates zum Schutz nationaler Minderheiten und der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen unterstützen können. Wörtlich fährt Christoph Bergner fort: "Die angekündigten Einsparungen führen aufgrund des am Gesamthaushalt gemessen geringfügigen Betrages nur zu einer marginalen Entlastung des Landeshaushaltes. Sie haben jedoch nachhaltige Auswirkungen auf die kultur- und sprachpolitische Arbeit der friesischen Volksgruppe und gefährden deren Fortführung. Im Ergebnis sind die angekündigten Kürzungen unverhältnismäßig und minderheitenpolitisch nicht hinnehmbar." Der Staatssekretär bittet abschließend das Land, von den angekündigten Kürzungen bei der Förderung der friesischen Volksgruppe Abstand zu nehmen.

"Dies sind deutliche Worte des Bundesbeauftragten für nationale Minderheiten", erklärte Thede Boysen. Es sei kaum vorstellbar, dass sich das Land Schleswig-Holstein darüber hinwegsetzen werde.


 
 

Nordfriesische Identität zwischen hochklassiger Lyrik und Welterbe Wattenmeer
Vierteljahresschrift Nordfriesland 172 soeben erschienen

 


Zeitschrift NordfrieslandMit verschiedenen Elementen nordfriesischer Identität befassen sich die Beiträge in der soeben vom Bredstedter Nordfriisk Instituut vorgelegten 172. Ausgabe der Vierteljahresschrift Nordfriesland. Der Sylter Friese Jens Mungard, der 1885 in Keitum geboren wurde und 1940 im KZ Sachsenhausen starb, hinterließ mehr als 800 Gedichte. Viele davon zeugen vom meisterhaften Sprachtalent Mungards, das hebt der Sprachwissenschaftler Dr. Ommo Wilts in seinem Beitrag hervor. Der Sylter Dichter geriet mit dem NS-Regime in Konflikt, was ihn Freiheit und Leben kostete.

Über vier andere nordfriesische Persönlichkeiten aus vier Jahrhunderten - den Walfänger Matz Petersen, den Handelsherrn Seneca Inggersen, den Revolutionär Harro Harring und den Unternehmer und friesischen Vordenker Dr. Frederik Paulsen - schreibt der Sohn des Letztgenannten, der Pharmaunternehmer Prof. Dr. h. c. mult. Frederik Paulsen. In seinem Text geht es um die fruchtbare Spannung zwischen Regionalität und Weltbürgertum, die sich gerade an diesen nordfriesischen Beispielen herausarbeiten lässt.

Der Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer feierte sein 25-jähriges Bestehen. Der NDR-Journalist Werner Junge zeichnet in seinem Beitrag den Weg nach von der heftig umstrittenen Gründung des Parks bis zur weithin begrüßten Aufnahme des Wattenmeers in die Weltnaturerbeliste der UNESCO. Berichtet wird zudem u. a. über die Ehrung des Bredstedter Sozialdemokraten Andreas Carlsen und der Rabbinerstochter Mirjam Cohen, beide Opfer des NS-Regimes, durch "Stolpersteine" des Kölner Künstlers Gunter Demnig sowie über ein Theaterprojekt an der Husumer Theodor-Storm-Schule.

Nordfriesland 172 umfasst 32 Seiten, kostet drei Euro und ist erhältlich über den Buchhandel oder direkt beim Nordfriisk Instituut in Bredstedt. .


 
 

Storms Landschaften, Ludwig Nissens Erfolg in New York und der "Virus frisicus"
Nordfriesisches Jahrbuch 2011 soeben erschienen

 


Nordfriesisches Jahrbuch 2011Theodor Storm hat reale Elemente zum Beispiel aus der nordfriesischen Landschaft oder aus der Tradition der Stadt Husum in seinen Novellen und Gedichten literarisch überformt und sie in den Dienst der Geschichte gestellt, die er erzählen wollte. Das weist Prof. Dr. Heinrich Detering, Präsident der Theodor-Storm-Gesellschaft, in seinem Aufsatz "Im Zwielicht der Fiktion - Theodor Storms Landschaften" anhand von eingehend untersuchten Beispielen nach. Der Text steht in dem soeben vom Bredstedter Nordfriisk Instituut vorgelegten Nordfriesischen Jahrbuch 46 (2011).
Der Historiker Dr. Paul-Heinz Pauseback, der das Auswanderer-Archiv Nordfriesland im Nordfriisk Instituut aufgebaut hat und ehrenamtlich leitet, berichtet von der gelungenen Integration des gebürtigen Husumers Ludwig Nissen in New York. Nissen, aus dessen Erbe das Husumer Nissenhaus errichtet wurde, gehörte um 1900 zur führenden Schicht der dynamischen Metropole, das wird anhand zahlreicher Quellenbelege herausgearbeitet.
Prof. Dr. Jarich Hoekstra, Leiter der Nordfriesischen Wörterbuchstelle an der Universität Kiel, publiziert und kommentiert im Jahrbuch eine Ansprache des aus Fahretoft stammenden Pastors Peter Petersen, die dieser 1819 an der damaligen Husumer Gelehrtenschule in friesischer Sprache hielt. Wie es zur Zeit der Aufklärung unter den Gebildeten und den örtlichen Entscheidungsträgern in Koldenbüttel zuging, schildert aufgrund eingehender Quellenstudien der frühere dortige Pastor Johann-Albrecht Janzen. Um den Husumer Bürgermeisterssohn und Juristen Johannes Paul Ipsen, der 1749 in Wobbenbüll starb, geht es in Beiträgen der Chronistin Tatjana Hetzel und des Husumer Stadtarchivars Holger Borzikowsky.
Wie es mit den Perspektiven des Friesischen im Schulunterricht und im Studium an der Universität Flensburg bestellt ist, haben Flensburger Studierende untersucht. Der Erlanger Germanist Prof. Dr. Horst Haider Munske schildert die wissenschaftlichen Lebensläufe von Sprachforschern, die sich mit Leidenschaft dem Friesischen zuwandten, ohne selbst Friesen zu sein. Der Herausgeber des 2001 erschienenen "Handbuchs des Friesischen" bekennt, dass er selbst vom "Virus frisicus" befallen ist.
Eine ausführliche Bibliografie zur Geschichte, Sprache und Kultur der Insel Amrum hat der Historiker Prof. Dr. Martin Rheinheimer von der Syddansk Univesitet, Esbjerg, zusammengestellt. Buchbesprechungen und eine Aufstellung der im Jahre 2009 in Zeitungen und Zeitschriften erschienenen nordfriesi-schen Texte runden das Jahrbuch ab. Es umfasst 160 Seiten, kostet 9,80 Euro und ist erhältlich über den Buchhandel oder direkt beim Nordfriisk Instituut in Bredstedt.


 
 

Ferteel iinjsen! - Feierliche Preisübergabe

 

Auftritt des Föhrer Frauenchors Die Jury hat entschieden - die Platzierung für den diesjährigen "Ferteel iinjsen!" Schreibwettbewerb steht fest. Der Ausschreibung des NDR 1 Welle Nord und des Nordfriisk Instituut folgten zahlreiche Teilnehmer, die ihre friesischen Geschichten zum Thema "Uun a naacht" einsandten. Welche gewinnen konnte? Das wird an dieser Stelle natürlich nicht verraten.
Aber wer am Sonnabend, den 27. November, in die "Nordsee Akademie" in Leck kommt, kann ab 14.00 Uhr bei der feierlichen Preisvergabe live dabei sein, wenn geübte FriesischsprecherInnen die fünf besten Texte vortragen - und so das Geheimnis um die ersten Plätze lüften. Dann wissen auch die fünf Besten, dass sie einen Teil des Preisgeldes von 1 600 Euro gewonnen haben. Eine der vorgelesenen Geschichten erhält zudem den Publikumspreis - was zusätzliche 250 Euro Gewinn für den/die Autor/in bedeutet.
Durch das Programm führt die TV-Moderatorin Elin Rosteck, für die musikalische Rahmengestaltung sorgen die "Feer Ladies" und Jan Graf. Der Wettbewerb "Ferteel iinjsen!" wird auch in diesem Jahr von der Nord-Ostsee Sparkasse und der Spar- und Leihkasse zu Bredstedt AG gesponsert. Die "Nordsee Akademie" befindet sich in der Flensburger Str. 18 in 25917 Leck.
Der Eintritt ist kostenlos. Die Karten für die Veranstaltung sind beim Nordfriisk Instituut, Tel. 04671-60120, E-Mail: info@nordfriiskinstituut.de zu reservieren.


 
 

Ein Denkmal für Friedrich Paulsen in Langenhorn
AG Geschichte des Nordfriisk Instituut besuchte die Langenhorner Chronisten

 

Im Langenhorner Dorfarchiv, in dem auch Einrichtungs- und Gebrauchsgegenstände gesammelt werden, haben Platz genommen (von links): Dr. Christian M. Sörensen, Dr. Klaus Kellmann, Prof. Dr. Thomas Steensen und Karl Ingwer Malcha. Foto: Fiete Pingel, Nordfriisk Instituut
Dem Philosophen und Pädagogen Friedrich Paulsen (1846-1908) sollte in seinem Geburtsort Langenhorn ein Denkmal gesetzt werden. Dieser Vorschlag von Prof. Dr. Thomas Steensen vom Nordfriisk Instituut stieß auf einer Tagung der Instituts-AG für Geschichte in Langenhorn auf lebhaften Beifall.
In zwei ehemaligen Klassenräumen der Langenhorner Friedrich-Paulsen-Schule unterhält die dortige Chronik-AG ein umfangreiches Archiv und eine mehr als 4 000 Stücke umfassende Bildsammlung. Chronisten-Sprecher Karl Ingwer Malcha präsentierte deren Arbeit bei der Tagung, zu der AG-Vorsitzender Dr. Christian M. Sörensen ein zahlreiches, interessiertes Publikum begrüßen konnte. Die Chronik-Arbeit in Langenhorn begann 1953 auf Initiative des Fräische Feriin fun 'e Hoorne. Von Anfang an maßgeblich beteiligt war der langjährige Vereinsvorsitzende Magnus Feddersen, der auch mehr als drei Jahrzehnte Langenhorner Bürgermeister war. Die Ergebnisse der Forschung werden in den "Chronikblättern" publiziert.
Vorgestellt wurden zwei neue Veröffentlichungen zu Friedrich Paulsen, dem bedeutendsten Sohn Langenhorns. In seinem Buch "Friedrich Paulsen und das Kaiserreich" schildert Dr. Klaus Kellmann, gebürtiger Langenhorner und Dezernent der Kieler Landeszentrale für politische Bildung, den Einsatz Paulsens für eine zeitgemäße Bildung der Menschen. Diese Bildung sollte auch der Gesellschaft dienen, die Paulsen nach der damals gängigen Praxis als "Volksgemeinschaft" bezeichnete, so Kellmann in seinem lebhaften Vortrag. Damit sei aber keineswegs die Volks-Idee der Nationalsozialisten gemeint. Paulsen genoss internationales Renommee, sagte Kellmann abschließend. Auf der Suche nach einem angesehenen deutschen Fürsprecher für ihr Anliegen, den Zwist zwischen den Nationen beizulegen, wandte sich etwa die französische Friedensgesellschaft an niemand anderen als an Friedrich Paulsen.
Thomas Steensen blickte zurück auf die Gedenkfeiern zum 150. Geburtstag Friedrich Paulsens 1996 und zu seinem 100. Todestag 2008, die beide auf Anregung des Nordfriisk Instituut in Langenhorn begangen wurden. "Friedrich Paulsen. Weg, Werk und Wirkung eines Gelehrten aus Nordfriesland", unter diesem Titel gab Steensen nun ein Buch heraus, in dem Fachwissenschaftler erstmals die verschiedenen Wirkungsfelder Paulsens beleuchten. Abschließend regte Professor Steensen an, dass sich Langenhorn noch sehr viel stärker mit Friedrich Paulsen identifizieren sollte. So wie etwa Garding nach dem dort geborenen Nobelpreisträger Theodor Mommsen als "Mommsen-Stadt" für sich werbe, könne Langenhorn sich mit gutem Recht als "Paulsen-Dorf" bezeichnen.


 
 

"Stolpersteine" in Bredstedt und Husum gegen das Vergessen
Der Kölner Künstler Gunter Demnig kommt nach Nordfriesland

 

In mehr als 500 Orten in Deutschland und anderen europäischen Staaten halten "Stolpersteine" die Erinnerung an Opfer der nationalsozialistischen Diktatur wach. Auf Einladung des Nordfriisk Instituut wird der für dieses Projekt mehrfach ausgezeichnete Kölner Künstler Gunter Demnig am Dienstag, 23. November, nach Bredstedt und Husum kommen und hier jeweils einen Stein verlegen. Abends hält er einen Vortrag in Husum. Gefördert wird dies durch die Ute-Karl-Friedrich-und-Carsten-Hagemann-Stiftung. In Bredstedt wird erinnert an den Zigarrenmacher Andreas Carlsen. Er gehörte der SPD und der "Friedensgesellschaft" an und zog sich den Hass Bredstedter Nationalsozialisten zu. Carlsen wurde öffentlich gedemütigt, verfolgt und verhaftet. Auf dem Weg zu einer Gerichtsverhandlung stürzte er sich 1936 aus dem Zug und verstarb. Der "Stolperstein" in Husum gilt der ehemaligen Schülerin der Theodor-Storm-Schule, Mirjam Cohen. Die einzige Tochter des Bezirksrabbiners in Friedrichstadt wurde 1943 im Konzentrationslager Auschwitz ermordet. Der "Stolperstein" in Bredstedt wird am 23. November um 16 Uhr vor der ehemaligen Tabakfabrik, Süderstraße 6, gesetzt. Den Husumer Stein verlegt Gunter Demnig um 17 Uhr vor dem Gebäude der Volkshochschule in der Theodor-Storm-Straße 2, wo sich damals die Theodor-Storm-Schule befand. An der heutigen TSS beschäftigt sich eine Theatergruppe mit Mirjam Cohen. Seinen öffentlichen Vortrag über das Projekt "Stolpersteine" hält Gunter Demnig daher in der Aula der Schule, Ludwig-Nissen-Str. 62; Beginn ist um 19.30 Uhr. Das Theaterstück wird aufgeführt am 19., 20. und 26. November, und zwar um 19.00 Uhr ebenfalls in der Aula der TSS.


 
 

Landtagspräsident Torsten Geerdts zu Besuch im Nordfriisk Instituut

 

Die Chemie stimmte: Thede Boysen, Vorsitzender des Vereins Nordfriesisches Institut, Direktor Prof. Dr. Thomas Steensen, Geschäftsführerin Marlene Kunz, Landtagspräsident Torsten Geerdts (v. l.)Foto: Harry Kunz, Nordfriisk Instituut
Sichtlich beeindruckt zeigte sich Landtagspräsident Torsten Geerdts von der seit Bestehen des Nordfriesischen Instituts geleisteten Arbeit. "Das vielfältige Wirken dieser wichtigen Kultur- und Bildungseinrichtung der friesischen Volksgruppe hat sich insbesondere in zahlreichen Publikationen zu Sprache, Geschichte und Kultur der Friesen niedergeschlagen", stellte er bei seinem Besuch des Nordfriisk Instituut in Bredstedt fest. Umso weniger verständlich sei es dann aber, so der Vorsitzende des Trägervereins Thede Boysen, wenn diese Arbeit nun durch die geplanten Sparmaßnahmen der Landesregierung in Frage gestellt würde. Im Gespräch mit Vorstand und Leitung des Instituts verständigte man sich einvernehmlich darüber, für die Zukunft ein gemeinsames Konzept zu erarbeiten, um die Förderung der friesischen Volksgruppe nachhaltiger und zielgerichteter als bisher zu gestalten. Im Anschluss besuchte der Landtagspräsident das "Friisk Hüs", die jüngst eröffnete Organisationszentrale der Friesen in Bredstedt.


 
 

"Friesisch kompakt" mit weihnachtlicher Note

 

Einen eintägigen friesischen "Kompaktkurs für Anfänger" mit weihnachtlicher Note bietet die Volkshochschule Husum an. Vermittelt werden Grundkenntnisse der friesischen Sprache und die wichtigsten Informationen über die friesische Kultur und Geschichte. Die Teilnehmenden werden friesische Weihnachtsgedichte und eine Weihnachtsgeschichte von Astrid Lindgren in friesischer Sprache lesen. Die Leitung hat Prof. Dr. Thomas Steensen vom Nordfriisk Instituut. Die Tagesveranstaltung am Sonnabend, 4. Dezember, beginnt um 9.30 Uhr und endet um 17.00 Uhr. Anmeldungen nimmt die Volkshochschule in Husum bis zum 26. November entgegen: Tel. 04841/83590 oder mail@vhs-husum.de.


 
 

Chronikarbeit in Langenhorn - neue Bücher über Friedrich Paulsen
Historische Arbeitsgruppen des Nordfriisk Instituut laden zu einer Tagung ein

 


Programm
Die Arbeitsgruppe Geschichte des Nordfriisk Instituut besucht die seit Jahrzehnten aktiven Langenhorner Chronisten. Im Rahmen einer Tagung am Sonnabend, 13. November, 14.30 Uhr in der Friedrich-Paulsen-Schule in Langenhorn stellt Karl Ingwer Malcha von der dortigen Chronik- und Archivgruppe deren Sammlung und Tätigkeiten vor. Die 3 000-Seelengemeinde kann auf eine mehr als 650-jährige urkundlich belegte Geschichte zurückblicken.
Auf dem Tagungsprogramm steht zudem die Präsentation von zwei Publikationen, die sich mit dem berühmtesten Sohn Langenhorns befassen, dem in der Zeit des deutschen Kaiserreichs führenden Philosophen und Pädagogen Friedrich Paulsen (1846-1908). Dr. Klaus Kellmann von der Kieler Landeszentrale für politische Bildung präsentiert dessen politisches Denken in seinem Buch "Friedrich Paulsen und das Kaiserreich". "Friedrich Paulsen. Weg, Werk und Wirkung eines Gelehrten aus Nordfriesland" ist der Titel eines von Prof. Dr. Thomas Steensen vom Nordfriisk Instituut herausgegebenen Buches, in dem Fachwissenschaftler erstmals Paulsens unterschiedliche Wirkungsfelder beleuchten.
Bereits am Vormittag, ab 9.30 Uhr, kommt die AG Genealogie im Nordfriisk Instituut in Bredstedt zu ihrer geneaologischen Tauschbörse zusammen. Gäste sind herzlich eingeladen.
Aus organisatorischen Gründen ist für die Langenhorner Tagung eine Anmeldung erbeten an das Nordfriisk Instituut, Süderstr. 30, 25821 Bräist/Bredstedt, NF; Tel.: (04671) 60120; Fax: (04671) 1333; E-Mail: info@nordfriiskinstituut.de.. Alle Interessierten sind herzlich willkommen. Anstelle eines Eintrittsgeldes wird um eine Spende gebeten.


 
 

Erstmals umfassend gewürdigt: Weg, Werk und Wirkung Friedrich Paulsens
Nordfriisk Instituut legt Buch über den nordfriesischen Pädagogen und Philosophen vor

 

Zur Vorstellung des neuen Buches über Friedrich Paulsen war die Enkelin des Philosophen, Uta Hartig geb. Paulsen aus Linz in Österreich, mit weiteren Angehörigen aus Berlin-Steglitz eigens nach Bredstedt gereist. Professor Dr. Thomas Steensen überreichte ihr ein Exemplar; in der Mitte Ingwert Paulsen, Geschäftsführer des Husum Verlags.Foto: Harry Kunz, Nordfriisk Instituut
"Weg, Werk und Wirkung" des nordfriesischen Philosophen und Pädagogen Friedrich Paulsen (1846-1908) werden in einem neuen Buch erstmals umfassend gewürdigt. Das Nordfriisk Instituut in Bredstedt legte es soeben im Husum Verlag vor. Herausgeber Professor Dr. Thomas Steensen schreibt in der Einführung, kaum ein anderer Wissenschaftler sei so stark von seiner regionalen Herkunft geprägt worden wie Paulsen. Sein Werk habe deshalb für Nordfriesland besondere Bedeutung.
Zwölf namhafte Autoren beleuchten sein Wirken aus verschiedenen Blickwinkeln. Professor Heinz-Elmar Tenorth von der Humboldt-Universität in Berlin - an der Paulsen zeitlebens tätig war - arbeitet seine einzig dastehende Bedeutung als Historiker der Erziehung heraus. Tenorth, einer der bekanntesten Pädagogen in Deutschland, zeigt auch, dass Paulsen es an seiner Universität im Kollegenkreis keineswegs leicht hatte. Die Flensburger Literaturwissenschaftlerin Professor Dr. Helga Bleckwenn widmet sich dem bahnbrechenden Buch "Geschichte des gelehrten Unterrichts". Es gilt noch heute als unübertroffenes Standardwerk. Der Nordfriese wurde damit zum "Vater" des modernen Gymnasiums.
Der Philosoph und Politikwissenschaftler Reinhard Mehring, Professor in Heidelberg, erläutert Paulsens "Einleitung in die Philosophie", die in nicht weniger als 42 Auflagen erschien. Weltweit zählte er zu den meistgelesenen philosophischen Schriftstellern. Dies betont auch Dr. Werner Busch von der Kant-Gesellschaft. Er zeigt, wie Paulsen den Philosophen Immanuel Kant für viele lesbar und verständlich machte.
Dr. Klaus Kellmann von der Landeszentrale für politische Bildung in Kiel widmet sich Paulsens Staatsverständnis. Professor Dr. Bernhard vom Brocke, Historiker in Kassel und Marburg, zeigt seine herausragende Stellung im Kultusbetrieb des Kaiserreichs. Professor Dr. Hans-Christof Kraus von der Universität Passau beschreibt, wie Paulsen die Freiheit der Wissenschaft gegen Übergriffe des Staates verteidigte, indem er sich für einen sozialdemokratischen Privatdozenten einsetzte. Der landeskundliche Publizist Bernd Philipsen untersucht seine Stellungnahme zur "Judenfrage". Der Soziologe Dr. Uwe Carstens von der Tönnies-Gesellschaft schildert die lebenslange, nicht immer einfache Freundschaft zwischen Paulsen und Ferdinand Tönnies, dem ebenfalls aus Nordfriesland stammenden Begründer der Soziologie. Thomas Steensen beleuchtet die intensive Verbindung mit seiner Herkunftsregion. Der Literaturwissenschaftler Professor Dr. Dieter Lohmeier, Kuratoriumssprecher des Nordfriisk Instituut, befasst sich mit Paulsens Lebenserinnerungen, die das Institut vor zwei Jahren veröffentlichte. Dr. Winfried Schultze, Leiter des Archivs der Berliner Humboldt-Universität, zeigt die Bedeutung seines wissenschaftlichen Nachlasses.
Auf Farbseiten wird die Ausstellung dokumentiert, die Studierende der Universität Flensburg in Zusammenarbeit mit dem Nordfriisk Instituut und dem Grafiker Rainer Kühnast erarbeiteten. Schließlich bringt das Buch ein umfassendes Schriftenverzeichnis zu Friedrich Paulsen. Der 272 Seiten umfassende reich illustrierte Band ist zum Preis von 24,95 Euro im Buchhandel und im Nordfriisk Instituut erhältlich.


 
 

Urbis et Orbis.
Regionalität und Internationalität
Vortrag von Prof. Dr. Frederik Paulsen im Nordfriisk Instituut

 

Prof. Dr. h. c. mult. Frederik Paulsen
Ein Zusammenklang von regionaler Verwurzelung mit ausgeprägter Weltoffenheit gilt als Charakteristikum vieler Friesen. Prof. Dr. h. c. mult. Frederik Paulsen wird am Freitag, 24. September, 14.30 Uhr im Nordfriisk Instituut in Bredstedt unter dem Titel "Urbis et Orbis. Regionalität und Internationalität" erläutern, was dieses friesische Erbe für ihn als Unternehmer und als Mäzen heute bedeutet. Frederik Paulsen ist Vorstandsvorsitzender des von seinem Vater Dr. Frederik Paulsen (1909-1997) aufgebauten weltweit operierenden Pharmaunternehmens Ferring. Auf der Grundlage einer eigenen Gemäldesammlung von internationalem Rang hat er in Alkersum das "Museum Kunst der Westküste" einrichten lassen. Der lateinische Titel des Vortrages geht auf eine Zeile des römischen Dichters Ovid zurück, der feststellte, dass die Grenzen der Stadt Rom mit den Grenzen des Erdkreises übereinstimmten.
Nach dem Vortrag wird das Buch "Friedrich Paulsen. Weg, Werk und Wirkung eines Gelehrten aus Nordfriesland" vorgestellt, das im Husum Verlag erscheint. Paulsen war ein Langenhorner Bauernsohn und wurde zu einem der führenden Gelehrten in der Zeit des deutschen Kaiserreichs. Seine Werke strahlten weltweit aus. Erstmals beleuchten Wissenschaftler unterschiedlicher Fachrichtungen den friesischen Philosophen und Pädagogen aus verschiedenen Blickwinkeln. Herausgeber des 272 Seiten umfassenden Buches ist Prof. Dr. Thomas Steensen, Direktor des Nordfriisk Instituut.


 
 

Jens Mungard: Friesische Lyrik als Widerstand
Dr. Ommo Wilts berichtete im Nordfriesischen Sommer-Institut von dem Sylter Dichter

 


Die Sprachwissenschaftlerinnen des Nordfriisk Instituut Wendy Vanselow (links) und Antje Arfsten begrüßten den Kieler Frisisten Dr. Ommo Wilts in BredstedtJens MungardDer Keitumer Bauer Jens Mungard (1885-1940) verstand meisterhaft, mit seiner Muttersprache, dem Sylterfriesischen, umzugehen, fast 800 Gedichte zeugen davon. Er war wohl der bedeutendste unter denjenigen, die in einem der nordfriesischen Dialekte schrieben. Zu diesem Ergebnis kam der Kieler Frisist Dr. Ommo Wilts in seinem Vortrag "Friesische Lyrik als Widerstand" in der Reihe 20. Nordfriesisches Sommer-Institut, zu dem Instituslektorin Antje Arfsten im Nordfriisk Instituut in Bredstedt ein interessiertes Publikum begrüßen konnte. Die vom Nordfriisk Instituut ausgerichtete Reihe wird gefördert von der Nord-Ostsee Sparkasse sowie von der Spar- und Leihkasse zu Bredstedt AG.

In seinen Dichtungen setzt Mungard sich auch kritisch mit der politischen Entwicklung auseinander. Das machte Ommo Wilts mit zahlreichen eindrucksvollen Zitaten deutlich, in denen er die Schönheit von Mungards Sölring zum Klingen brachte. Nach der sogenannten Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 überzog er die neuen Herren mit Spott und wandte sich zum Beispiel deutlich gegen die NS-Judenhetze. Wegen seiner kritischen Haltung und auch wegen seiner Kontakte zu den Westfriesen in den Niederlanden und zu dänischen Kreisen galt Mungard als politisch verdächtig. Er wurde in "Schutzhaft" genommen" und schließlich ins KZ Sachsenhausen gebracht, wo er 1940 starb.

Jens Mungard war ein ausgeprägter Einzelgänger, so der Referent, und den meisten seiner Zeitgenossen auf Sylt in Belesenheit und Bildung überlegen. Zudem hatte sein Vater, der Sylter Sprachpfleger Nann Mungard, im Jahre 1920 in der Auseinandersetzung um die Neufestlegung der deutsch-dänischen Grenze öffentlich dafür plädiert, dass der nördliche Teil von Südschleswig und damit auch die Insel Sylt dänisch werden sollte. Er setzte sich damit in einen klaren Gegensatz zur Mehrheit seiner Landsleute, die eine Abkehr von Deutschland damals als Verrat ansahen. Das alles führte dazu, dass Jens Mungard auf seiner Heimatinsel weithin isoliert war. Obwohl Mungard und sein beachtliches Werk ein "Pfund" bilden, mit dem die Nordfriesen und die Sylter "wuchern" könnten, so Ommo Wilts abschließend, erinnert bis heute kein Straßenname und kein von seinen Landsleuten gesetztes Denkmal an ihn. Im August 2009 wurde allerdings in Keitum ein "Stolperstein" des Kölner Künstlers Gunter Demnig für Jens Emil Mungard angebracht.


 
 

Der Jarling 2011 ist da!
Nordfriesischer Kalender zeigt typische Häuser der Region

 


Jarling 2011Jarling ist Mooringer Friesisch und heißt "dieses Jahr". Seit 1978 gibt das Nordfriisk Instituut diesen einzigartigen Fotokalender heraus. Mit ihm soll die Eigenart der nordfriesischen Landschaft nicht nur im Bild widergespiegelt werden, sondern auch in den Bildtexten. Die gibt es nämlich auf Friesisch und Plattdeutsch. Zu jedem Bildmotiv erscheint der Text in einer dieser Sprachen. Das, was sonst noch als typisch für Nordfriesland gilt, sind sicherlich die Häuser. Vor dem Hintergrund des 30-jährigen Bestehens der IG Baupflege Nordfriesland & Dithmarschen im Jahre 2010 haben sich die Herausgeber entschlossen, den Jarling thematisch an Häuserporträts zu orientieren. Herausgekommen ist ein bunter Querschnitt vom Haubarg über die Kate bis zum Geesthardenhaus.

Für die Ausgabe 2011 konnte der Fotograf Lars Salomonsen gewonnen werden, der durch seine innovative Bildsprache in Deutschland und Dänemark auf sich aufmerksam machte. Als Fotograf hält Salomonsen nicht viel von Grenzen. Er probiert gerne Neues aus: neue Motive, andere Sichtweisen und unbekannte Blickwinkel. Dafür reist er rund um die Welt. 1974 in Aabenraa geboren, hat sich Salomonsen schnell der Fotografie zugewandt. Seit 1997 arbeitet er mit Unterbrechungen als freier Fotograf und porträtiert das Zeitgeschehen in Deutschland und Dänemark. Ihm sind für den Jarling teilweise sehr persönliche Ansichten gelungen, die abseits vom süßlichen Kitsch den Häusern in der friesischen Landschaft gerecht werden.
Der Jarling 2011 kostet 16,80 Euro und ist im Buchhandel sowie im Nordfriisk Instituut erhältlich.


 
 

Fürstengärten in Renaissance und Barock, Bürgerparks, Bauernblumen als Motiv
Dr. Margita Meyer berichtete im Nordfriesischen Sommer-Institut über Gartendenkmale

 


Der Vorsitzende der Interessengemeinschaft Baupflege Nordfriesland & Dithmarschen e. V. (links) und Prof. Dr. Thomas Steensen vom Nordfriisk Instituut begrüßen Dr. Margita Meyer in Bredstedt. (Foto: Fiete Pingel)Der Husumer Schlossgarten wurde im 16. Jahrhundert angelegt, Darstellungen aus dem 17. Jahrhundert zeigen ihn als barocken Fürstengarten. Das war eine von vielen fundierten Informationen, die Dr. Margita Meyer in ihrem Vortrag "Garten-Denkmalpflege in Schleswig-Holstein mit besonderem Blick auf Nordfriesland" im Nordfriisk Instituut in Bredstedt vermittelte. Der Abend in der Reihe 20. Nordfriesisches Sommer-Institut wurde mitgetragen von der Interessengemeinschaft Baupflege Nordfriesland & Dithmarschen e. V., deren Vorsitzender Hans-Georg Hostrup im überfüllten Versammlungssaal des Instituts ein äußerst interessiertes Publikum begrüßen konnte. Die Reihe wird ausgerichtet vom Nordfriisk Instituut und gefördert von der Nord-Ostsee Sparkasse sowie von der Spar- und Leihkasse zu Bredstedt AG.

Neben dem Husumer Schlossgarten, der in den Jahren 1878 und 1879 in seine heutige Gestalt gebracht wurde, beschrieb die studierte Landschaftsarchitektin Margita Meyer, die seit 1993 als Dezernentin für Gartendenkmalpflege beim Landesamt für Denkmalpflege in Kiel tätig ist, auch die Überreste des Tönninger Schlossgartens. Die Spuren sind im Stadtbild deutlich zu erkennen, das Gelände sei aber, wie manche andere Parks auch, mit Denkmälern überfrachtet. Einer umfangreichen Rettungsaktion bedurfte der grüne Marktplatz in Friedrichstadt, so die Referentin in ihrem freien, engagierten und reich bebilderten Vortrag.

Dr. Meyer hob den Einsatz der Tatinger Richardsen-Bruchwitz-Stiftung hervor, die bei der Neugestaltung des Hochdorfer Gartens eng mit dem Landesamt zusammenarbeitet. Die Umsetzung von Konzepten der Garten-Denkmalpflege könne nur gelingen, wenn die Eigentümer offen dafür sind. Ein gelungenes Beispiel für die Wiederherstellung und weiterführende Neugestaltung eines Gartendenkmals bildet der Garten der Stiftung Ada und Emil Nolde in Seebüll. Der berühmte Expressionist Emil Nolde hatte eine farbenprächtige Blumenvielfalt angepflanzt, die sich in vielen seiner Bilder wiederfindet. Bei der Pflege eines Gartendenkmals muss ständig das Gesamtkonzept im Auge behalten werde, so Dr. Meyer abschließend. Ein Garten könne nur lebendig bleiben, wenn ein Gärtner ständig darin tätig ist und sein Herz daran verliert.


 
 

Lob des Friesischen

 


von links: Thede Boysen, Dr. Robert Habeck, Marlene Kunz, Prof. Dr. Thomas Steensen "In einer Zeit, in der das Friesische wieder populär wird und die langjährige Arbeit des Nordfriisk Instituut solche Früchte trägt, ihm den Garaus zu machen, kann ich überhaupt nicht verstehen", sagte der Vorsitzende der grünen Landtagsfraktion Robert Habeck bei seinem Besuch des Instituts in Bredstedt. Selbst Germanist und gerade auf einer Sommerreise in die schleswig-holsteinische Geschichte, zeigte sich der grüne Frontmann beeindruckt von der Arbeit zur Pflege, Förderung und Erforschung der friesischen Sprache, Geschichte und Kultur. Vor allen Dingen die einzigartige Kombination, die auch Ehrenamtler zu Wissenschaftlern macht, die den Beitrag des Volkes fördert, begeisterte ihn.

Habeck informierte sich ausgiebig über die Forschungen und Schriften des Instituts und diskutierte danach mit dem Vorstand über die wachsende Bedeutung von Regionalsprachen in einer immer anonymer werdenden Welt. Thomas Steensen, der Institutsdirektor, war aufgebracht über die Politik der Landesregierung. Nicht allein über die Kürzungen von 30%, die sein Institut treffe, sondern vor allen Dingen auch über den Stil der Politik "von oben herab" empörte er sich. Der Vorsitzende des Trägervereins, Thede Boysen, verwies darauf, dass das Land sich zwar immer rühme, Vorbild für seine Minderheitenpolitik zu sein, tatsächlich jedoch zahle Schleswig-Holstein im Landesvergleich weit unterdurchschnittlich für seine Minderheiten. "Schleswig-Holstein kommt bereits jetzt seinen Verpflichtungen gegenüber den Friesen nicht nach. Die möglichen Kürzungsbeiträge der friesischen Minderheit wären lächerlich gering, andererseits wäre der Schaden für die engagierte Arbeit immens groß", sagte Boysen. Mit Spannung blicken der grüne Politiker Habeck und der Vorstand auf den Herbst, wenn die Haushaltsberatungen im Landtag beginnen. Sie entscheiden auch über die Zukunft des Nordfriisk Instituut.


 
 

Friesische Straßennamen und ihre Bedeutung

 

Straßenschild in Risum-Lindholm (Foto: Antje Arfsten)
Laamstich lautet ein Straßenname in Risum-Lindholm. Wollte die Gemeinde damit Philipp Lahm, dem Kapitän der deutschen Fußballmannschaft, eine eigene Straße widmen? "Nein, natürlich nicht", betonte Antje Arfsten, Lektorin des Bredstedter Nordfriisk Instituut, bei der Präsentation der Broschüre "Friesische Straßennamen auf Sylt, Föhr, Amrum, Helgoland und in Risum-Lindholm". "Laamstich heißt diese Straße schon seit vielen Jahren. Der Name bedeutet Weg zum Hochacker."
In der vorgestellten Broschüre finden sich von A wie Andreas-Hübbe-Wai bis W wie Winjshoog Gung weit über 300 friesische Straßennamen mit ihrer deutschen Übersetzung und vielen Erläuterungen. Anhand der Straßennamen kann man einiges über einen Ort erfahren, wo z. B. früher eine Mühle stand, wie die Nachbarorte heißen, nach denen häufig die Ausfallstraßen benannt sind, oder wer zu den heimischen Persönlichkeiten zählt wie Andreas Hübbe. Er verfasste zahlreiche friesische Gedichte und Lieder und wohnte zeitweise in Keitum auf Sylt, wo auch die nach ihm benannte Straße zu finden ist.
Das Heft erschien als Nummer 8 in der Reihe "NF-Texte aus dem Nordfriisk Instituut". Es umfasst 42 Seiten, kostet 3,50 € und ist im Buchhandel sowie im Nordfriisk Instituut zu erhalten (ISBN 978-3-88007-361-6).


 
 

Friesisch in Fryslân
Vortrag im Nordfriesischen Sommer-Institut
Prof. Dr. Reinier Salverda berichtete über die zweite Amtssprache der Niederlande

 


Vor dem Nordfriisk Instituut unter der westfriesischen Fahne (von links:) Johanna Salverda, Prof. Dr. Reinier Salverda, Ilse Johanna Christiansen und Erk Hassold vom Friesenrat, Prof. Dr. Thomas Steensen (Foto: Fiete Pingel, Nordfriisk Instituut) Etwa 350 000 der rund 600 000 Menschen, die in der niederländischen Provinz Fryslân leben, sprechen Friesisch, etwa weitere 190 000 verstehen es zumindest. Diese Zahlen nannte Prof. Dr. Reinier Salverda, seit 2006 Direktor der Fryske Akademy, in einem Vortrag in der Reihe "20. Nordfriesisches Sommer-Institut" in Bredstedt. Die Reihe wird ausgerichtet vom Nordfriisk Instituut und gefördert von der Nord-Ostsee Sparkasse sowie von der Spar- und Leihkasse zu Bredstedt AG.
Die Fryske Akademy sei die westfriesische "Schwester" des Nordfriisk Instituut, sagte dessen Direktor Prof. Dr. Thomas Steensen in seiner Begrüßung. 1938 gegründet, stand die Akademy Pate bei der Konzipierung des Instituts, dessen Trägerverein 1948 ins Leben gerufen wurde und das 1965 seine Arbeit aufnahm. Sie ist allerdings mit 80 Mitarbeitern ungleich größer als die Bredstedter Einrichtung.
Das Frysk, so der Referent, ist neben dem Niederländischen die zweite amtliche Sprache in den Niederlanden. Die friesische Bezeichnung Fryslân ist der offizielle Name der Provinz. Die Fryske Akademy in der Provinzhauptstadt Leeuwarden, die auf Friesisch Ljouwert heißt, hat soeben den letzten von 25 Bänden eines umfassenden Wörterbuches dieser Sprache vorgelegt, berichtete Prof. Salverda stolz. Das Westfriesische verfüge über eine reiche literarische Tradition. Es gebe allerdings keine Tageszeitung auf Friesisch und lediglich ein einziges Monatsmagazin. Viele in Fryslân, so Salverda abschließend, pflegen eine friesische Identität, die teilweise von der Sprache losgelöst ist.
Thomas Steensen wertete den Besuch Professor Salverdas, der auch dem Kuratorium des Nordfriisk Instituut angehört, als wichtigen Schritt zur Vertiefung der Zusammenarbeit. Immer wieder kommen aus Westfriesland Impulse, so Steensen, die etwa für den friesischen Unterricht oder für Publikationen in Nordfriesland wertvolle Anregungen bieten. Im Laufe von Gesprächen auch an der Universität Flensburg und mit dem Friesenrat seien weitere Anknüpfungspunkte für gemeinsame Vorhaben sichtbar geworden.
Beeindruckt zeigte sich der Gast aus Westfriesland von einem Besuch im Husumer Theodor-Storm-Zentrum, wo Storm-Kenner Prof. Dr. Karl Ernst Laage durch das Museum führte.


 
 

Wolle, Fleisch und Käse
Eröffnungsvortrag des 20. Nordfriesischen Sommer-Instituts zur Bedeutung der Schafwirtschaft

 


Sönnich Volquardsen"Wolle, Fleisch und Käse", unter diesem Titel berichtet Sönnich Volquardsen am Mittwoch, 30. Juni 2010, ab 19.30 Uhr in Bredstedt im Bürgerhaus in der Theodor-Storm-Straße über die Bedeutung der Schafwirtschaft für Nordfriesland. Der Abend bildet den Auftakt der Reihe "Nordfriesisches Sommer-Institut", zu der das Bredstedter Nordfriisk Instituut zum 20. Male einlädt. Der engagierte Friese Sönnich Volquardsen stammt aus der Wiedingharde und lebt in Tetenbüll in Eiderstedt. Im Jahre 2007 wurde er für seine vielfältige regionalkundliche Arbeit mit dem Hans-Momsen-Preis des Kreises Nordfriesland ausgezeichnet. Sönnich Volquardsen ist Bauer und hat über Jahrzehnte Schafe gehalten. Er kann als führender Kenner der Thematik gelten. Zu Beginn wird Landtagsvizepräsidentin Marlies Fritzen (Bündnis 90 Die Grünen) ein Grußwort sprechen. Die Veranstaltung steht in Verbindung mit den "Nordfriesischen Lammtagen". Lammkönigin Bente Petersen wird anwesend sein. Das Sommer-Institut wird gefördert von der Nord-Ostsee Sparkasse sowie von der Spar- und Leihkasse zu Bredstedt AG. Alle Interessierten sind herzlich willkommen. Anstelle eines Eintrittsgeldes wird um eine Spende gebeten.


 
 

Friesisch in der Praxis erlebt
Friesischstudierende aus Flensburg zu Besuch auf Amrum

 

Friesischlehrerin Regina Jessen (links) und Professor Dr. Thomas Steensen mit den Friesischstudierenden
Wie Friesisch in der Praxis funktioniert, erlebten fünf angehende Friesisch-Lehrkräfte bei einer von Professor Dr. Thomas Steensen geleiteten Exkursion auf die Insel Amrum. Die Friesischstudierenden von der Universität Flensburg tauchten dabei ganz in den Inseldialekt, das "Öömrang", ein. Sowohl Jörn Tadsen, Schulleiter der "Öömrang Skuul" in Nebel, als auch Jens Quedens, Vorsitzender des friesischen Vereins auf Amrum, sprachen ausschließlich Friesisch mit ihren Gästen.
Jörn Tadsen berichtete über den Friesischunterricht in seiner Schule. Mit welcher Begeisterung die Kinder mitgehen, erlebten die Studenten in einer Stunde mit Lehrerin Regina Jessen. Dabei bringt auch auf Amrum nur ein Teil der Schüler Friesischkenntnisse von zu Hause mit. Jens Quedens zeigte das "Öömrang Hüs" in Nebel, in dem der von ihm seit vielen Jahren geleitete "Öömrang Ferian" unter anderem ein kleines Museum unterhält. Die Wohnkultur vergangener Jahrhunderte konnte nachempfunden werden. Die Studierenden staunten über das große ehrenamtliche Engagement, das im Amrumer Friesenverein geleistet wird.
Die fünf Studierenden schließen ihr Studium in diesem und im kommenden Jahr ab. Friesisch kann an der Universität Flensburg im Bachelor-Studium als Schwerpunkt in der Germanistik, aber auch ergänzend zu anderen Fächern belegt werden. Im anschließenden zweisemestrigen Master-Studium kann dann im Zentrum für wissenschaftliche Weiterbildung der Universität Flensburg ein Zertifikat für Friesisch erworben werden. Die Seminare, gehalten von den Honorarprofessoren Volkert F. Faltings und Thomas Steensen, stehen auch bereits im Schuldienst tätigen Lehrkräften offen, die Kenntnisse im Friesischen haben.


 
 

Friesische Filme, eine Rockband und Perspektiven des Sylter Friesisch
Heft 170 der Zeitschrift Nordfriesland soeben erschienen

 


Zeitschrift NordfrieslandIn den letzten Jahren ist eine ganze Reihe von Filmen produziert worden, die nordfriesische Themen behandeln und in denen die friesische Sprache eine wesentliche Rolle spielt. Dr. Claas Riecken, einer der wichtigsten auf diesem Gebiet tätigen Produzenten zieht in einem Beitrag der soeben vom Bredstedter Nordfriisk Instituut vorgelegten Ausgabe 170 der Vierteljahresschrift "Nordfriesland" eine Bilanz dieser Arbeit und weist vor allem auf den pädagogischen und dokumentarischen Wert der Filme hin.
Auf dem ehemaligen Gut Fresenhagen bei Leck nahm die Berliner Rockband Ton Steine Scherben, die ihren Ruhm im Zusammenhang mit der Jugendbewegung der 1970er Jahre begründete, 1975 Zuflucht. Nach Frontmann Rio Reiser, der 1996 starb und auf dem Anwesen begraben liegt, ist das Haus benannt, das nun als ländliches Kulturzentrum fungiert. Seine Zukunft ist ungewiss. Prof. Dr. Thomas Steensen erarbeitete im Auftrag des Kreises Nordfriesland eine historische Stellungnahme, die nun in "Nordfriesland" nachzulesen ist.
Studierende der Universität Flensburg haben sich nach Sylt aufgemacht und untersucht, wie es um die Situation und um die Perspektiven des Sölring bestellt ist, der friesischen Mundart der Insel Sylt. "Nordfriesland" hat die Ergebnisse dokumentiert. Aktuelle Berichte, zum Beispiel über den friesischen Musikwettbewerb 2010, und Buchhinweise runden "Nordfriesland" 170 ab. Das Heft umfasst 32 Seiten. "Nordfriesland" 170 kostet 3,00 Euro und ist erhältlich über den Buchhandel oder direkt beim Nordfriisk Instituut.


 
 

Schafe, Friesen, Gärten, Lyrik, Orgeln und ein Jubiläum
Sechs Vorträge: 20. Nordfriesisches Sommer-Institut

 


Gesamtprogramm Sommer Institut 2010Zum 20. Mal lädt das Bredstedter Nordfriisk Instituut ein zu seiner Reihe "Nordfriesisches Sommer-Institut". Die sechs Veranstaltungen wenden sich an alle Interessierten, Einheimische und Feriengäste gleichermaßen, und nicht nur an ein akademisches Fachpublikum. Sie geben unterschiedliche Einblicke in die vielgestaltige Kultur und Geschichte Nordfrieslands.
"Wolle, Fleisch und Käse", unter dieser Überschrift schildert der Bauer und engagierte Friese Sönnich Volquardsen aus Tetenbüll zum Auftakt am Mittwoch, 30. Juni, im Bredstedter Bürgerhaus die Bedeutung der Schafwirtschaft für Nordfriesland, und zwar im Beisein der Lammkönigin. Die Veranstaltung steht in Verbindung mit den "Nordfriesischen Lammtagen". Landtagspräsident Torsten Geerdts wird ein Grußwort sprechen.
Am Mittwoch, 14. Juli, geht es um "Friesisch in Fryslân". Prof. Dr. Reinier Salverda, Direktor der Fryske Akademy in Ljouwert/Leeuwarden, schildert die Situation der friesischen Sprache und Literatur in den Niederlanden. Dr.-Ing Margita Meyer vom Kieler Landesamt für Denkmalpflege spricht am Mittwoch, 28. Juli, über Garten-Denkmalpflege in Schleswig-Holstein mit besonderem Blick auf Nordfriesland. Der Abend wird angeboten in Zusammenarbeit mit der Interessengemeinschaft Baupflege Nordfriesland & Dithmarschen.
Der Sylter Friese und Dichter Jens Mungard wurde vor 125 Jahren geboren und starb vor 70 Jahren im KZ Sachsenhausen. Der Kieler Frisist Dr. Ommo Wilts würdigt am Mittwoch, 11. August, Mungards besondere Persönlichkeit, der Vortrag heißt "Friesische Lyrik als Widerstand". Am Donnerstag, 26. August, beschreibt der Musikwissenschaftler Prof. Dr. Konrad Küster von der Universität Freiburg unter dem Titel "Musik am Deich" in der Kirche zu Langenhorn 500 Jahre Orgelkunst in Nordfriesland. Die Veranstaltung steht in Verbindung mit dem Langenhorner "Orgelsommer 2010".
Die Bildung des Kreises Nordfriesland im Jahre 1970 jährt sich zum 40. Mal. Zum Abschluss der Vortragsreihe am Donnerstag, 9. September, würdigen Diplom-Soziologe Harry Kunz und Prof. Dr. Thomas Steensen vom Nordfriisk Instituut dieses Jubiläum mit einer Präsentation unter dem Titel "Einheit in Vielfalt". Mitgetragen wird der Abend von der Instituts-AG für Geschichte.
Unterstützt wird das 20. Nordfriesische Sommer-Institut von der Nord-Ostsee Sparkasse und der Spar- und Leihkasse zu Bredstedt AG. Die Vorträge beginnen jeweils um 19.30 Uhr. Anstelle eines Eintrittsgeldes wird jeweils um eine Spende gebeten.


 
 

Die IG Baupflege Nordfriesland & Dithmarschen e.V.
lädt zur Exkursion ins nördliche Nordfriesland mit Besuch in Dänemark ein

 

Zu einer Exkursion ins nördliche Nordfriesland und ins angrenzende Dänemark am Sonnabend, den 15. Mai 2010 lädt die IG Baupflege Nordfriesland & Dithmarschen ein. Treffpunkt ist "Lude's Imbiß" in Rosenkranz um 10 Uhr.
Anmeldungen bitte bis zum 13. Mai an die IG Baupflege beim Nordfriisk Instituut, Tel. 04671 - 60120, auch für die Bildung von Fahrgemeinschaften aus dem südlichen Teil Nordfrieslands und Dithmarschen.
Die Rundfahrt führt zum Galerie-Holländer nach Høyer, der höchsten Holz-Windmühle Europas. In der Kirche von Møgeltønder gibt es aufsehenerregende Malereien zu entdecken. Unter anderem steht noch die Besichtigung eines typischen utlandfriesischen Hauses, sowie bau- und geschichtliche Erklärungen über den nördlichsten Teil unseres Kreises auf dem Programm.
Die Exkursion wird geleitet von Sönnich Volquardsen aus Tetenbüll. Er ist in der Wiedingharde geboren und ein führender Kenner der Geschichte Nordfrieslands sowie des schleswigschen Grenzlandes. 2007 wurde er mit dem Hans-Momsen-Preis ausgezeichnet.
Die Interessengemeinschaft Baupflege Nordfriesland & Dithmarschen e.V. befaßt sich seit 30 Jahren mit der Erhaltung und Dokumentation der Kulturlandschaft an der Westküste. Das Ziel des Vereins ist es, Einfluss auf die Bewahrung des Bauerbes und auf das regionale Bauen zu nehmen. Mehr Informationen zum Verein gibt es unter www.igbaupflege.de.

Ansprechpartner:
IG Baupflege beim Nordfriisk Instituut
info@igbaupflege.de
Tel. 04671-60120


 
 

Resolution
Die Mitgliederversammlung des Vereins Nordfriesisches Institut e. V. hat am 24. April 2010 in Husum folgende Resolution verabschiedet:

 


Seit 45 Jahren arbeitet das Nordfriisk Instituut für die Erforschung und Förderung der friesischen Sprache, Geschichte und Kultur. Mit erheblichem ehren- und hauptamtlichem Einsatz konnten wesentliche Ergebnisse erzielt werden. Das Institut hat in den vergangenen Jahren zusätzliche Aufgaben übernommen, so als An-Institut der Universität Flensburg. Gleichzeitig musste der ohnehin geringe Personalbestand eingeschränkt werden.

Um die bedrohte friesische Sprache und Kultur für die Zukunft zu bewahren, ist eine weitere Intensivierung der Arbeit erforderlich. Die friesische Volksgruppe in Deutschland wird im Vergleich mit vielen anderen Minderheiten in Europa nur mit geringfügigen staatlichen Mitteln gefördert. Kürzungen würden die Arbeitsfähigkeit des Nordfriisk Instituut in Frage stellen. Die Mitgliederversammlung des Vereins Nordfriesisches Institut appelliert an Landesregierung und Landtag, von den zurzeit in Rede stehenden Kürzungen abzusehen und mittelfristig den dringend notwendigen Ausbau der Institutsarbeit zu ermöglichen."


 
 

Vortrag über die Ferring-Stiftung
Jahresversammlung des Vereins Nordfriesisches Institut in Husum

 


Einladung Jahresversammlung des Vereins Nordfriesisches Institut in HusumAm Sonnabend, 24. April, ab 14.00 Uhr hält der Verein Nordfriesisches Institut e.V. im "Osterkrug" in Husum, Osterende 56 seine Jahresversammlung ab. Prof. Dr. Volkert F. Faltings wird über die vielfältigen Aufgaben und die Arbeitsweise der Ferring-Stiftung in Alkersum auf Föhr berichten. Auf der Tagesordnung stehen außerdem Berichte des Vorstands, Vorstandswahlen und ein Überblick über die Arbeit des Nordfriisk Instituut. Alle Interessierten sind herzlich willkommen. Es wird um Anmeldung im Institut gebeten: Telefon 04671/60120, E-Mail: info@nordfriiskinstituut.de.


 
 

Friesisch weltweit -
Russisches Buch über die Nordfriesen und die friesische Sprache

 

Umschlag des jüngst in Moskau erschienenen Buches über die nordfriesische Sprache
Nicht nur zwischen Eider und Wiedau, auch an der Moskva besteht Interesse an den Nordfriesen und ihrer Sprache. Der Linguist Professor Dr. Mark Diachkov veröffentlichte in der russischen Hauptstadt soeben ein Buch über das Nordfriesische. "A fresken an a fresk spriaken uun Tjiisklun" lautet die Fering-Übersetzung des russischen Originaltitels. Der Einband zeigt das Grütztopf-Wappen und den friesischen Spruch "Leewer duad üs slaaw". Mark Diachkov war mehrfach in Nordfriesland zu Gast, so bei der Ferring-Stiftung auf Föhr und beim Nordfriisk Instituut in Bredstedt. In seinem Buch stellt er die unterschiedlichen Sprachgebiete mit ihren Institutionen, Organisationen und Persönlichkeiten in Wort und Bild vor. Zu friesischen Sprachproben bringt er die russische Übersetzung. So wird man auch in Russland spätestens mit diesem Buch ein wenig mehr über die Nordfriesen und ihre Sprache erfahren können.


 
 

Sprachenfest Nordfriesland am 12.09.2010 in Bredstedt

 


In diesem Jahr wird am 12. September in Bredstedt das "Sprachenfest Nordfriesland" gefeiert. Der Aktionsausschuss "Sprachenland Nordfriesland" nimmt das 40-jährige Bestehen des Kreises Nordfriesland zum Anlass, ein Fest zu initiieren, auf dem sich die sprachliche Vielfalt der Region auf vielfältige Weise präsentiert. Bei einem ersten Vorbereitungstreffen im Nordfriisk Instituuts haben zahlreiche Vereine und Institutionen schon ihre Beteiligung zugesichert. Auf dem Programm stehen jetzt schon ein mehrsprachiger Gottesdienst, Theateraufführungen und reichlich Musik. Neben den Präsentationen der teilnehmenden Organisationen kann auch ein mittelalterliches Lager besucht werden. Den ganzen Tag über wird in Bredstedt einiges für die Gäste des Festes geboten.


 
 

Geringe Mittel, imposante Ergebnisse
Kuratorium beriet Arbeitsbericht und Arbeitsplanung des Nordfriisk Instituut

 

Das Kuratorium des Nordfriisk Instituut tagte in Bredstedt
"Erneut hat uns die kleine Mitarbeiterschar des Nordfriisk Instituut ein erstaunliches Arbeitsergebnis vorgelegt." Mit diesen Worten eröffnete Professor Dr. Dieter Lohmeier, seit 20 Jahren Sprecher des Kuratoriums, die Sitzung des im zweijährigen Rhythmus tagenden Gremiums. Auch die fast vollzählig anwesenden Kuratoriumsmitglieder, namhafte Persönlichkeiten aus Wissenschaft und öffentlichem Leben, zeigten sich vor dem Hintergrund, dass das Institut nur noch zweieinhalb feste Wissenschaftlerstellen zu bieten hat, von der Leistung beeindruckt.
Als "Leuchtturmprojekte" hob Institutsdirektor Professor Dr. Thomas Steensen die Erarbeitung moderner friesischer Sprachkurse, die "Neuentdeckung" des friesischen Wissenschaftlers Friedrich Paulsen sowie die Vollendung der sechsbändigen Geschichte Nordfrieslands hervor. In die europaweit verbreitete Beschäftigung mit "Erinnerungsorten" reihe sich nun auch ein Buch über Nordfriesland ein. Die in viele Sprachen der Welt übersetzte Erzählung "Der kleine Prinz" von Antoine de Saint-Exupéry gebe es jetzt auch in zwei friesischen Dialekten. Viele weitere Resultate werden aufgezeigt in dem 32 Seiten umfassenden Arbeitsbericht des Instituts.
Nächstes Ziel im sprachlichen Bereich sei ein Online-Sprachkurs für Frasch, Fering und Sölring im Internet, demonstrierten die Sprachlektorinnen Antje Arfsten und Wendy Vanselow. Aufgebaut werde auf einem Vorbild aus Westfriesland. Fiete Pingel erläuterte den für 2010 geplanten zwölfteiligen "Kanon der nordfriesischen Kultur". 2011 werde man der Frage nachgehen, wie einst die Selbstverwaltung in den friesischen Landschaften und Harden funktionierte. Harry Kunz regte an, einen umfassenden "Kultur-Kanon Nordfriesland" unter Beteiligung von Experten zu erarbeiten.
In eindrucksvollen Gastvorträgen stellte der Freiburger Musikwissenschaftler Professor Dr. Konrad Küster das Projekt "Musik - Kultur der Marschen" vor, und Professor Dr. Dietrich Scholze, Direktor des Sorbischen Instituts in Bautzen und langjähriges Kuratoriumsmitglied, berichtete über Sinn und Unsinn einer Evaluierung seiner Einrichtung.
Sparen ist auch in Schleswig-Holstein sinnvoll, aber nur sinnvolles Sparen schafft und erhält Werte! Mit diesen Gedanken ging das Kuratorium am Ende seiner vierstündigen Tagung auseinander.
Der Arbeitsbericht des Nordfriisk Instituut ist kostenlos erhältlich: Tel. 04671-60120, info@nordfriiskinstituut.de. Er ist auch im Internet einzusehen: www.nordfriiskinstituut.de


 
 

Von Kirchenarchivalien und wie man sie nutzt
Historische Arbeitsgruppen des Nordfriisk Instituut tagten in Bredstedt

 

Pastor Schuchardt (links vorne in geistlicher Kleidung) führte die AG Geschichte durch und um die Bredstedter Nikolai-KircheIn der Kirche von Humptrup sind zwei Holzteile mit wikingerzeitlichen Schnitzereien verbaut. Das brachte dem Ort unter Bauforschern die ein, dass hier vermutlich eine für jene Epoche in Skandinavien typische hölzerne Stabkirche gestanden habe. Diese Angabe unterzog der Niebüller Geschichtsforscher Albert Panten einer kritischen Prüfung, deren Ergebnisse er in einem Vortrag im Bredstedter Nordfriisk Instituut erläuterte. Das Referat stand im Rahmen einer Tagung der Instituts-AG für Geschichte, zu der AG-Vorsitzender Dr. Christian M. Sörensen ein interessiertes Publikum begrüßen konnte. In den Humptruper Kirchenrechnungen des 18. Jahrhunderts, so Panten, sind unter anderem Lieferungen der damaligen Flensburger Firma Angel verzeichnet, die Holz für den Ausbau des Gotteshauses beschafft hatte, und zwar aus Norwegen. Unter diesem Holz dürften sich entsprechend verzierte Teile einer älteren dortigen Stabkirche befunden haben, die sodann im Humptrup "recycelt" wurden.
Mit mehreren eindrucksvollen Beispielen erläuterte Albert Panten, dass anhand des Kirchenbaus die Bevölkerungsentwicklung in Nordfriesland nachvollziehbar ist. Im Mittelalter wanderten Kirchenstandorte im Zuge der Urbarmachung etwa von Moorgebieten und dem damit einhergehenden Bevölkerungswachstum, so zum Beispiel im Westen Eiderstedts und in Oldenswort. Im 17. Jahrhundert wurden in bestehende Kirchen Emporen eingebaut, um der steigenden Zahl der Gläubigen gerecht zu werden. Im 18. Jahrhundert kam es sodann zu umfangreichen Erweiterungsbauten. Die oft sehr detaillierten Angaben in den Kirchenrechungen bieten dabei in vielen Fällen bessere Anhaltspunkte als die reine Betrachtung der Gebäude durch Architektur-Experten. Manche Jahreszahl könne so korrigiert werden. So sei die Bredstedter St. Nikolai-Kirche, die allgemein auf das Jahr 1510 zurückgeführt werde, anhand der Akten - wahrscheinlich bereits in voller Größe - auf das Jahr 1462 zu datieren.
Durch diese Kirche hatte Pastor Peter Schuchardt die Gruppe zum Auftakt der Tagung geführt und die verschiedenen Phasen von Ausbau und Renovierung erläutert. Die prächtige Kanzel stammt aus dem 16., der Altar aus dem 19., die aktuelle Orgel aus dem 21. Jahrhundert. Über die Zusammenlegung der kirchlichen Archive in Nordfriesland berichtete Jens Uwe Nissen, Vorsitzender der Instituts-AG für Genealogie, die in Verbindung mit den Geschichtlern tagte. In den Räumen des früheren Kirchenkreises Südtondern in Leck, so Nissen, sind nun auch die Kirchenbücher der ehemaligen Kirchenkreise Husum-Bredstedt und Eiderstedt untergebracht. Die drei Gebiete sind seit 2009 zusammengeschlossen im Kichenkreis Nordfriesland.
Die AG Geschichte besuchte zusätzlich zu ihrem kirchengeschichtlichen Programm das Bredstedter Archiv im Bürgerhaus in der Theodor-Storm-Straße. Heinz Martin Magnussen vom Verein für Bredstedter Geschichte und Stadtbildpflege erläuterte die eindrucksvolle Sammlung, die nicht nur die Stadt-Akten umfasst, sondern auch Unterlagen von zahlreichen Bredstedter Vereinen und Verbänden sowie mehr als 16 000 Fotos. Die Instituts-AG hat sich auf Anregung ihres Vorsitzenden Christian M. Sörensen vorgenommen, den Kontakt zur Vereinen und Arbeitsgemeinschaften zu knüpfen und zu stärken, die sich in Nordfriesland mit der lokalen und regionalen Geschichte befassen.


 
 

Zur Baugeschichte alter Kirchen in Nordfriesland
Arbeitsgruppen-Tagung im Nordfriisk Institut in Bredstedt

 


Kirchen sind die wohl wichtigsten baulichen Zeugnisse dem Mittelalter und der frühen Neuzeit Nordfrieslands. Mit Gründung und Errichtung historischer Gotteshäuser befasst sich eine Tagung der Arbeitsgruppe Geschichte des Nordfriisk Instituut am Sonnabend, 27. März, in Bredstedt. Die Zusammenkunft beginnt um 14.00 Uhr in der St. Nikolai-Kirche in der Bredstedter Süderstraße mit einer Führung von Pastor Peter Schuchardt. Der Niebüller Geschichtsforscher Albert Panten wird in einem Vortrag im Nordfriisk Instituut an verschiedenen Beispielen erläutern, was die urkundlichen Quellen zum Kirchenbau verraten.

Auf dem Programm steht zudem ein Besuch im Bredstedter Bürgerhaus, wo Heinz Martin Magnussen vom Verein für Bredstedter Geschichte und Stadtbildpflege das Bredstedter Archiv vorstellen wird. Bereits am Vormittag, ab 9.30 Uhr kommt die Arbeitsgruppe Genealogie im Nordfriisk Instituut zu ihrer Genealogischen Tauschbörse zusammen. AG-Vorsitzender Jens Uwe Nissen berichtet über die Zusammenlegung der Propstei-Archive in Nordfriesland. Alle Interessierten sind herzlich willkommen. Anstelle eines Eintrittsgeldes wird um eine Spende gebeten.


 
 

Die nordfriesische Heimat in der Literatur
Angeregte Diskussion beim Treffen der "Arbeitsgemeinschaft Sprache und Literatur" des Nordfriisk Instituut

 


Zeitschrift NordfrieslandNordfriesische Heimat wird in der Literatur auf unterschiedlichste Weise konstruiert. Aber typische Nordfriesen-Klischees halten sich über Epochen hinweg. Das sind zwei der Thesen, die Institutslektorin Wendy Vanselow in ihrem Vortrag über "Die nordfriesische Heimat in der deutschsprachigen Literatur" beim Treffen der "Arbeitsgemeinschaft Sprache und Literatur" des Nordfriisk Instituut aufstellte. Die rund 20 Teilnehmer in Niebüll beteiligten sich rege an der anschließenden Diskussion, die vom stellvertretenden Vorsitzenden des Vereins Nordfriesisches Institut, Peter Nissen, moderiert wurde. Offensichtlich stieß dieses Thema bei vielen auf Interesse.
Auch der friesische Dokumentarfilm "Nis Albrecht, di üülje" über das Leben und Wirken des Dichters Nis Albrecht Johannsen wurde interessiert aufgenommen und zumeist positiv kommentiert. Der Film ist unter Mithilfe einiger nordfriesischer Darsteller vom Medienbüro Riecken produziert und gedreht worden.
Anschließend wies Institutslektorin Antje Arfsten auf die Schreibwerkstatt hin, die für das nächste Treffen geplant ist. Hier sollen die Teilnehmer die Möglichkeit bekommen, mit fachkundiger Hilfestellung eigene friesische Texte zu schreiben. Besonders interessant ist dies in Hinblick auf den anstehenden "Ferteel-iinjsen!" - Wettbewerb. Zu guter Letzt konnten sich die Teilnehmer ein Bild der vom Nordfriisk Instituut neu herausgegebenen Bücher machen.


 
 

Auswanderer, Museen, Nordfriesen in der Fremde
Nummer 169 der Zeitschrift Nordfriesland soeben erschienen

 


Zeitschrift Nordfriesland
Tausende von Menschen aus Nordfriesland suchten insbesondere seit dem 19. Jahrhundert ihr Glück in Übersee. Dr. Paul-Heinz Pauseback, Leiter des Auswandererarchivs Nordfriesland im Nordfriisk Instituut, präsentiert in einem Aufsatz das Deutsche Auswandererhaus in Bremerhaven und die BallinStadt/Auswandererwelt in Hamburg. Von beiden Städten aus verließen viele Nordfriesen ihre Heimat. Der Beitrag erschien in der 169. Ausgabe der Zeitschrift "Nordfriesland", die soeben vom Bredstedter Nordfriisk Instituut vorgelegt wurde.
Von einem erfolgreichen nordfriesischen Auswanderer, Heinrich Lütjens aus Leck, der seit mehr als 20 Jahren einen Universitäts-Club in Boston managt, berichtet sein Lecker "Landsmann" Bahne Bahnsen. Ebenfalls in der Fremde, nämlich im damaligen Deutsch-Südwest-Afrika, dem heutigen Namibia, machte Sönke Nissen aus Klockries sein Vermögen; Armin Püttger-Conradt beschreibt die Spuren, die Nissen in seiner Wahlheimat Glinde bei Hamburg hinterlassen hat.
Die Sylterin Silke v. Bremen widmet sich der von tiefem Leiden geprägten Persönlichkeit des Sylter Friesen und liberalen Vordenkers Uwe Jens Lornsen, der - letztlich vergeblich - im brasilianischen Exil Linderung suchte. Aktuelle Berichte, zum Beispiel über die Neugestaltung des Museums der Landschaft Eiderstedt, und Buchhinweise runden "Nordfriesland" 169 ab. Das Heft umfasst 32 Seiten, beigeheftet ist der nochmals 32 Seiten umfassende Arbeitsbericht des Nordfriisk Instituut für die Jahre 2008 und 2009. Es kostet 3,00 Euro und ist erhältlich über den Buchhandel oder direkt beim Nordfriisk Instituut.


 
 

Inbegriffe des Nordfriesischen
Kanon der nordfriesischen Kultur: Schwerpunkt-Projekt des Nordfriisk Instituut

 


Das Nordfriisk Instituut in Bredstedt (Foto: Nordfriisk Instituut)Was ist friesische Kultur? Worin spiegelt sie sich? Was sind ihre unverzichtbaren Bestandteile? Mit diesen Fragen befasst sich das Bredstedter Nordfriisk Instituut im Rahmen des Projekts "Kanon der nordfriesischen Kultur", das im Arbeitsjahr 2010 einen Schwerpunkt bildet. Es wird gefördert vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien über den Friesenrat.

Um die Bestandteile eines "Kultur-Kanons" zu ermitteln, führte das Institut in früheren Jahren Umfragen durch, so unter den Lesern der Vierteljahresschrift "Nordfriesland", Schülern, Studierenden, Landfrauen und unter aktiven Mitgliedern der friesischen Vereine. Aus dem, was als Inbegriffe des Nordfriesischen genannt wurden, wurde dann ein aus zwölf Bereichen bestehender Kanon abgeleitet.

Ein Element bildet die friesische Besiedlung entlang der Nordseeküste und die darauf beruhenden aktuellen Beziehungen zwischen West-, Ost- und Nordfriesland. In einem weiteren Kapitel sind die friesische Sprache und die Vielfalt der in Nordfriesland alteingesessenen Sprachen zusammengefasst. Vielfältig wie kaum irgendwo sonst ist die Bauernhauslandschaft in der Region, auch sie ein Kapitel des Kanons. Das Thema Landgewinn und Landverlust wirkt wie ein roter Faden der friesischen Geschichte. Eng damit verknüpft sind die technische Entwicklung der Entwässerung, der Deichbau und die Organisation der Deichunterhaltung. Diese genossenschaftliche Organisation bildet eine wesentliche Basis für die politische Eigenverantwortung in den friesischen Marschen. Zusammen mit den Kapitänen bilden die Marschbauern eine Kanon-Einheit, in der es um die Tradition der "Friesischen Freiheit" und der Selbstverwaltung geht.

Seefahrer auf allen Meeren, Auswanderer, die auch in der Fremde die friesische Sprache beibehalten, Missionare, sie alle stellten eine Verbindung her zwischen dem kleinen Nordfriesland und der großen Welt. Zum Kernbestand des Kanons gehören Leben und Wirken in Nordfriesland verwurzelter Persönlichkeiten, die in die Welt hinauswirkten, wie der Wobbenbüller Revolutionsdichter Harro Harring, der Langenhorner Philosoph Friedrich Paulsen, der Oldensworter Soziologe Ferdinand Tönnies, sie bieten Gelegenheit, über friesisches Selbstbewusstsein nachzudenken. Die Halligen und das Wattenmeer sind ein weltweit einmaliger Natur- und Kulturraum. Bräuche wie vor allem das Biikebrennen sind Anlässe, bei denen sich die Friesen als Friesen wahrnehmen und als Friesen wahrgenommen werden,l und als solche ebenfalls wichtiger Bestandteil des Kanon. Das Bild Nordfrieslands in der Kunst ist ein weiteres Kapitel, ebenso die Spur der vielgestaltigen Region in der Literatur.

Der Kreis Nordfriesland, in dem 1970 erstmals alle nordfriesischen Siedlungsgebiete - mit Ausnahme der Insel Helgoland - in einer Gebietskörperschaft zusammengefasst wurden, begeht in diesem Jahr sein 40-jähriges Bestehen. Ein wichtiges Argument gegen das Aufgehen des Kreises in einer größeren Verwaltungseinheit in der Diskussion des Jahres 2007 war seine eigenständige kulturelle Ausprägung. Der Kanon soll übersichtlich und anschaulich gestaltete Materialien bieten, mit denen die Anknüpfungspunkte der "Kultur-Persönlichkeit" Nordfriesland konkret untermauert werden können, sei es zur allgemeinen Information, sei es im Unterricht, sei es im politischen Gespräch.

Anregungen und Ideen dazu, was außer den genannten Themen in einen "Kanon der nordfriesischen Kultur" hineingehören sollte, nimmt das Institut weiterhin entgegen. Ansprechpartner sind Prof. Dr. Thomas Steensen und Fiete Pingel. Nordfriisk Instituut, Süderstr. 30, 25821 Bräist/Bredstedt, NF; Tel.: (04671) 60120; Fax: (04671) 1333; E-Mail: pingel@nordfriiskinstituut.de.


 
 

IG Baupflege besteht seit dreißig Jahren
Mit Rückenstärkung zu neuen Aufgaben

 


Reetdächer dürfen nicht aus dem Landschaftsbild verschwinden. Zur Zeit gibt es so gut wie gar keine Reetdachförderung mehr: Die IG Baupflege hat sich für die Neuauflage einer Förderkulisse über die Aktivregionen eingesetzt.  Foto: IGBSeit genau dreißig Jahren setzt sich die 1980 gegründete Interessengemeinschaft Baupflege Nordfriesland und Dithmarschen e.V. für die Erhaltung und Pflege der regionalen Baukultur und der Kulturlandschaft ein. Die manchmal hart erkämpften Erfolge stärken der ehrenamtlich geführten IG Baupflege den Rücken für neue Herausforderungen an der Westküste.
Die IGB unterstützt Hausbesitzer und leistet praktische Arbeit vor Ort. Der Verein mischt sich aber auch in die Baupolitik ein. Das wurde in mehreren Fallberichten auf der Jahresversammlung in Husum deutlich. Aktuell wehrt sich die IG Baupflege nicht nur gegen einzelne Abrissprojekte, sondern besonders gegen Konzepte zur weitgehenden Abschaffung des Denkmalschutzes. Der Vereinsvorsitzende Hans-Georg Hostrup aus Tating äußerte in der Versammlung die Befürchtung, dass einflussreiche Landespolitiker den Erhalt historischer und unter Denkmalschutz stehender Gebäude nur noch als Investitionshindernis ansehen. Das solle nicht akzeptiert werden. "Die Erhaltung und Pflege der gewachsenen Baukultur an der Westküste hat höchste Priorität. Auch unsere Urlauber erwarten eine regionaltypische Hauslandschaft, und nicht zuletzt sind wir der nachwachsenden Generation verpflichtet", so Hostrup.
Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit der IG Baupflege ist das Anschieben neuer Förderprogramme zur Erhaltung und Erneuerung der Reetdächer sowie der historischen Außenhülle der Gebäude. Als sehr erfolgreich hob Hostrup die Mitarbeit in der landesweiten Projektgruppe "Reet" heraus. Diese hat kürzlich einen umfassenden Materialleitfaden zum Thema Reet herausgegeben, für jeden Reetdachbesitzer ein hilfreicher Ratgeber bei der Eindeckung oder Sanierung seines Reetdaches.
Sorgen bereitet der IGB auch die zunehmende Veränderung des ästhetischen Landschaftsbildes durch die Beeinträchtigungen der Anlagen zur Gewinnung erneuerbarer Energien. Die IGB hält die regenerative Energieerzeugung für sehr notwendig, setzt sich aber für klar definierte Regeln zum Schutz der Kulturlandschaft ein und wendet sich gegen eine flächendeckende Nutzung aller von Investoren gewünschten Flächen.
Die Interessengemeinschaft setzt zur Werbung für ihre Ziele verstärkt auf die neuen Medien. Vorstandsmitglied Kerstin Sprenger präsentierte den neu gestalteten Internetauftritt www.igbaupflege.de. Neben aktuellen Nachrichten und allgemeinen Informationen sind praktische Hinweise für Hausbesitzer zu finden. Zusätzlich zur renommierten Zeitschrift Der Maueranker gibt der Verein jetzt auch ein Nachrichtenblatt per E-Mail heraus, die "HausPost". Sie kann kostenlos abonniert werden.
Ein besonderer Höhepunkt der Jahresversammlung im Thomas-Hotel war der Vortrag des Dithmarscher Geschichtsforschers Dr. Volker Arnold über ur- und frühgeschichtlichen Hausbau in und um Schleswig-Holstein. Arnold schilderte die Schwierigkeit, bei der Ausgrabung von vorgeschichtlichen Hausgrundrissen Rückschlüsse auf die Pfosten- und Dachkonstruktion zu ziehen. Rekonstruktionen wie im AÖZ Albersdorf blieben daher immer in Teilen spekulativ.
Für sein Jubiläumsjahr 2010 plant der Verein ein stattliches Veranstaltungs- und Ausflugsprogramm. Das beginnt mit einer Festveranstaltung im Schloss vor Husum am 23. April, in der Landeskonservator Dr. Michael Paarmann einen Vortrag halten wird.
Weiter wird es über das Jahr verteilt eine Reihe vielfältiger Veranstaltungen geben. Das Programm ist in der Märzausgabe der Fachzeitschrift Der Maueranker und von Fall zu Fall in der Tagespresse nachzulesen.


 
 

Sorbische Solidarität für friesische Anliegen
Vortrag über Jan Skala, einen Kämpfer für Minderheitenrechte

 

Boysen (links) begrüßte Dr. Peter Kroh im Nordfriisk Instituut
Der Sorbe Jan Skala (1889-1945) und der Friese Johannes Oldsen (1894-1958) fochten in den 1920er Jahren Seite an Seite für die Rechte der Minderheiten in Deutschland. Skalas Enkel Dr. Peter Kroh referierte darüber im Nordfriisk Instituut in Bredstedt. Organisiert hatte die Veranstaltung, die getragen wurde von der Friisk Foriining, der Sydslesvigsk Forening, dem Sydslesvigsk Oplysningforbund und dem Nordfriisk Instituut, der Vorsitzende des Institutsvereins Thede Boysen, Großneffe von Johannes Oldsen.
Jan Skala war der Sohn eines Steinbrucharbeiters und einer sorbischen Trachtennäherin. Er wollte eigentlich Lehrer werden, musste sich aber mit einer Ausbildung zum Porzellanmaler begnügen, das berichtete Peter Kroh. Nach dem Ersten Weltkrieg arbeitete Skala dann allerdings als Zeitungsredakteur und engagierte sich in den Organisationen der sorbischen Minderheit, die sich einer restriktiven Politik der deutschen Obrigkeit gegenübersah. Im Jahre 1924 hatte Skala maßgeblichen Anteil an der Bildung des Verbandes der nationalen Minderheiten in Deutschland, an dem sich auch die Nationalen Friesen in dem von Oldsen gegründeten Friesisch-schleswigschen Verein beteiligten. Skala war Chefredakteur der Verbandszeitschrift "Kulturwehr", in der auch häufig das Anliegen der Friesen thematisiert wurde. So ging es zum Beispiel für die Minderheiten auch damals um eine angemessene Berücksichtigung ihrer Sprachen und ihrer Geschichte im Schulunterricht.
Gemeinsam bemühte man sich, so der Referent, die friesische Minderheit in den seinerzeit in Genf tagenden Europäischen Nationalitätenkongreß zu integrieren. Dagegen wandte sich - von Oldsen und auch von Skala scharf kritisiert - 1926 der Nordfriesische Verein mit den "Bohmstedter Richtlinien", in denen ein Minderheitenstatus für die Friesen strikt abgelehnt wurde. Als daraufhin eine Aufnahme der Nationalen Friesen scheiterte, zog sich auch der Verband der nationalen Minderheiten von dem Kongress zurück. Diesen Konflikt, der nur vor dem Hintergrund der Auseinandersetzung um die 1920 neu festgelegte deutsch-dänische Grenze zu verstehen ist, hat Prof. Dr. Thomas Steensen in seiner Dissertation über "Die friesische Bewegung in Nordfriesland im 19. und 20. Jahrhundert" bereits im Jahre 1986 aus friesischer Sicht eingehend dargestellt, darauf wurde in der Aussprache zu dem Vortrag hingewiesen. Die Friesen spielten 1926, so hieß es angesichts des Aufsehens in der damaligen politischen Öffentlichkeit, eine "kleine Weltrolle".
Peter Kroh berichtete vom tragischen Schicksal Jan Skalas, den die Nationalsozialisten als Sorben drangsalierten und mit Berufsverbot belegten. Er, der den Einmarsch der Roten Armee als Befreiung empfand, wurde von einem betrunkenen Sowjetsoldaten erschossen. Nachzulesen sind die Erkenntnisse in Krohs Buch "Nationalistische Macht und nationale Minderheit. Jan Skala. Ein Sorbe in Deutschland". Das Zusammenwirken von Sorben und Friesen in den kritischen 1920er Jahren, so Thede Boysen und Peter Kroh abschließend, bilde eine wichtige Inspiration für die heutige fruchtbare Kooperation.


 
 

Biikebrennen - alte und neue Traditionen
Mehr als 60 Biiken werden auf Inseln, Halligen und nordfriesischem Festland entzündet

 


Biike Zeichnung von Marie TångebergAm 21. Februar werden auch 2010 in Nordfriesland mehr als 60 Biiken brennen, an vielen Orten als reines kleines Dorffest, an anderen als touristisch vermarktetes Event, auf jeden Fall aber als Anlass zum Nachdenken über regionale Identität. In alter Zeit wanderte der Feuerbrauch mit dem Fastnachtsdatum durch den Winter. Im 19. Jahrhundert wurde das Biiken neu gestaltet. Es waren wahrscheinlich Sylter Friesen, unter ihnen der Inselchronist Christian Peter Hansen, die das Datum festlegten auf den Vorabend von "Petri Stuhlfeier", einen altüberkommenen Versammlungs- und Gerichtstag, und dem Fest seine heutige Gestalt gaben.
Auf dieser Grundlage breitete sich das Biikebrennen auf Inseln und Halligen aus und erreichte auch das Festland, wo insbesondere in den Marschen Feuer entzündet wurden. Besonders für Kinder und Jugendliche ist das Fest ein schöner Spaß. Mancherorts sind die Konfirmanden für das Sammeln des Brennmaterials zuständig und für die Bewachung der eigenen Biike, damit sie nicht von Bösewichten aus dem Nachbardorf vor der Zeit abgebrannt wird.
An das Biikebrennen knüpften sich aber inzwischen auch jüngere Traditionen. Auf dem Stollberg bei Bredstedt entfachten Anfang der 1970er Jahre engagierte junge Leute aus dem Umkreis des kurz zuvor gegründeten Bredstedter Nordfriisk Instituut ein Feuer, um die Zukunft der friesischen Sprache und Kultur ins öffentliche Bewusstsein zu heben und zu feiern. Die Biike dient auch als Forum. Führende Repräsentanten wie Landrat und Bürgermeister rechnen es sich zur Ehre an, am Feuer regionale Perspektiven zu beschreiben.
Sogar in Sankt Peter-Ording, auf der Halbinsel Eiderstedt, die keine eigene Biikentradition kannte, brennt seit 1989 in jedem Jahr das "Petersfeuer". Die AG Ortschronik war es, die damals die Tradition des Petritages mit dem Heiligen Petrus, dem Namensgeber der Gemeinde, verknüpfte und mit dem Feuer ein friesisches Element herausstellte.


 
 

Gegen die nationalistische Macht
Lesung: Der Sorbe Jan Skala und die Minderheiten in Deutschland

 


Jan Skala war deutscher Staatsbürger sorbischer Nationalität und ein führender Vorkämpfer für die Rechte der europäischen Minderheiten. An diesen streitbaren Europäer erinnert der Autor Dr. Peter Kroh in seinem Buch "Nationalistische Macht und nationale Minderheit. Jan Skala (1889-1945). Ein Sorbe in Deutschland". Er liest daraus am Mittwoch, 17. Februar, 19.30 Uhr im Nordfriisk Instituut in Bredstedt. Den Abend veranstalten die Friisk Foriining und die Sydslesvigsk Forening gemeinsam mit dem Nordfriisk Instituut. Moderator ist Thede Boysen, Vorsitzender des Institutsvereins.
Jan Skala (1889-1945) war von 1925 bis zum Berufsverbot durch die Nationalsozialisten 1933 Chefredakteur der "Kulturwehr". Die Zeitschrift des Verbandes der nationalen Minderheiten in Deutschland erörterte Probleme der Minoritäten, die nach dem Ende des Ersten Weltkrieges in sehr vielen europäischen Ländern lebten. Breit behandelt wurde der Alltag der in Deutschland lebenden Polen, Dänen, Friesen, Sorben, Litauer. Beharrlich forderte Skala verbriefte Rechte für die Minderheiten gemäß Artikel 113 der Weimarer Verfassung; kritisierte faktenreich eine die Minderheiten benachteiligende Schulpolitik und setzte sich mit chauvinistischen Auffassungen auseinander. In seiner Lesung geht Peter Kroh der Frage nach, ob aus dem Leben und Wirken Skalas Impulse bis in die Minderheitenpolitik der Gegenwart reichen. Alle Interessierten sind herzlich willkommen.


 
 

Friedrich Paulsen in Bronze
Nachkommen schenken dem Nordfriisk Instituut eine Büste des bedeutenden Gelehrten

 

Freuen sich über die Paulsen-Büste: Inge Fittschen und Prof.Dr. Thomas Steensen. Foto: Harry Kunz
Nachkommen des Philosophen und Pädagogen Friedrich Paulsen (1846-1908) schenkten dem Nordfriisk Instituut in Bredstedt eine Bronzebüste des aus Nordfriesland stammenden Gelehrten. Sie wollten damit die Bemühungen des Instituts um die Erforschung von Leben und Werk Paulsens würdigen, sagte Urenkelin Inge Fittschen aus Bremen bei der Übergabe. Prof. Dr. Thomas Steensen freut sich darüber, dass die Büste nun das Treppenhaus der friesischen wissenschaftlichen Einrichtung schmückt.

Nach den zahlreichen Veranstaltungen und Veröffentlichungen im "Friedrich-Paulsen-Jahr" 2008 setzt sich das Bredstedter Institut weiterhin mit dem Werk Paulsens auseinander, der wie wenige Gelehrte sonst durch seine regionale Herkunft geprägt wurde. Im Laufe dieses Jahres wird im Husum Verlag ein Sammelband erscheinen, in dem erstmals namhafte Wissenschaftler Paulsens Werk unter verschiedenen Gesichtspunkten betrachten. Thomas Steensen verfasste außerdem ein Porträt für das Buch "Geisteswissenschaftler in Berlin". Es wird zum 200-jährigen Jubiläum der Berliner Universität erscheinen, zu deren berühmtesten Professoren Paulsen um 1900 gehörte.


 
 

Der Maueranker Heft 4-2009 erschienen

 

Maueranker Nr. 4
Rechtzeitig zum Jahresschluss erschien Heft 4 der Baupflegezeitschrift ‚Der Maueranker' mit einem umfangreichen Inhalt. Besorgniserregend ist aus der Sicht der IG Baupflege Nordfriesland & Dithmarschen der Wandel der Kulturlandschaft von der Grundlage für die Ernährungswirtschaft zur industriemäßigen Erzeugung erneuerbarer Energie, die alles bisher Dagewesene übertrifft. "Mit offenen Augen durch Husum" hieß eine Serie in den ‚Husumer Nachrichten', in der zwischen 1971 und 1976 etwa 160 Folgen über alles was in dieser Stadt im wahrsten Sinne des Wortes bemerkenswert erschien. Ulf von Hielmcrone beschrieb als junger Journalist historische Gebäude und wies auf deren Besonderheiten hin und lieferte einen wichtigen Beitrag zum Verständnis und zur Notwendigkeit, mit dem überlieferten Stadtbild sorgsam umzugehen. Beispiele dieser Serie werden vorgestellt.
Die gemeinsame deutsch-dänische Geschichte soll am Danewerk einer Grenzbefestigung aus dem Mittelalter und an der Wikingersiedlung Haitabu als deutsch-dänisches Weltkulturerbe manifestiert werden, wird in einem Beitrag berichtet. Die Anmeldung wird grenzübergreifend vorbereitet.
Über die Entstehung und Eigenart der schleswig-holsteinischen Heimatschutzarchitektur, die in der Zeit von 1908 bis in die 1930er Jahre im Baugeschehen im Lande Maßstäbe setzte, wird der erste Teil einer umfangreichen Arbeit des Kieler Kunsthistorikers und besten Kenners der Materie, Hans-Günther Andresen, im Maueranker vorgestellt.
Die IG Baupflege blickt in diesem Jahr auf eine 30jährige Tätigkeit zurück und bereitet zu diesem Ereignis eine Reihe von Veranstaltungen vor.
Schließlich gibt es Hinweise auf "Neue Bücher" und auf die Möglichkeit aktuell durch die Internetseite www.igbaupflege.de unterrichtet zu werden. Das Heft ist im Nordfriisk Instituut Bredstedt und über den Buchhandel zu beziehen.


 
 

Buch über den erfolgreichsten Föhrer Walfänger in erweiterter Neuauflage erschienen
Matthias der Glückliche und seine Zeit

 

Der erfolgreichste Walfänger der Nordfriesen<br>Matthias der Glückliche und seine Zeit
"Der Schiffahrt nach Grönland höchst kundig, wo er mit unglaublichem Erfolg 373 Walfische gefangen hat, so dass er nach Aller Urteil den Beinamen des Glücklichen erhalten hat", so steht es auf dem Grabstein des Matthias Petersen (1632-1706) auf dem Kirchhof von St. Laurentii in Süderende. Er stammte aus Oldsum auf Föhr und war einer der wohl berühmtesten Söhne der Insel. Mehr als die hier genannten 373 Wale hat kein andere erlegen können. Einer der Nachkommen des "Glücklichen Matthias", Uwe Steffen, emeritierter Dompropst in Ratzeburg, hat das Leben des Walfangkommandeurs beschrieben und in den historischen Zusammenhang eingeordnet. Sein Buch "Der erfolgreichste Walfänger der Nordfriesen. Matthias der Glückliche und seine Zeit" erschien soeben in einer erweiterten Neuauflage als Band 8 in der vom Bredstedter Nordfriisk Instituut herausgegebenen Reihe "Nordfriesische Lebensläufe".
Der Autor schildert die Insel Föhr in der Zeit des Matthias Petersen und seine Erziehung. Seine seemännische Ausbildung wurde gefördert von einer anderen bekannten Föhrer Persönlichkeit, nämlich Richardus Petri, Pastor an St. Laurentii in Süderende, der eine Navigationsschule einrichtete.
Uwe Steffen beschreibt zudem die Entwicklung der europäischen Waljagd, die Walfangschiffe und ihre Ausrüstung, die Fahrt zu den Fanggründen und zurück. Anschaulich schildert Steffen das Leben an Bord, das offenbar weniger von den Gewohnheiten wilder Seefahrer geprägt war, als von christlichen Liedern. Gleichwohl wurde um die Walfanggründe Krieg geführt und Piraten kaperten die Walfangschiffe. Uwe Steffen schildert auch das Unglück, das der Familie des "Glücklichen Matthias" durch Kaperer widerfuhr.
Matthias Petersen war ein streitbarer Bürger. Auf seine Eingaben an die Obrigkeit ist es zum guten Teil zurückzuführen, dass althergebrachte Rechtsformen auf Föhr grundlegend verändert wurden. Das brachte ihm nicht nur Freunde ein. Sein Biograf Uwe Steffen schildert auch die durchaus vorhandenen Schattenseiten des Kommandeurs, der in der Verfolgung eigener Anliegen wohl auch rücksichtslos sein konnte.
Der Autor stellt sich schließlich die Aufgabe, die Wale, die für den Glücklichen Matthias und seine Zeitgenossen nicht anderes waren als lebensnotwendige Jagdbeute, aus heutiger Sicht zu würdigen. In einem Anhang schildert er nicht nur die unterschiedlichen Walarten, sondern berichtet auch von eindrucksvollen Begegnungen zwischen Menschen und diesen größten Lebewesen unseres Planeten sowie von der Geschichte des Propheten Jona, die für den Geistlichen Uwe Steffen zu einem Leitmotiv wurde.
Das Buch umfasst 128 Seiten, kostet 12,80 Euro und ist erhältlich über den Buchhandel oder direkt beim Nordfriisk Instituut in Bredstedt.


 
 

Ein Dorf in Kriegsnöten, ein Nobelpreisträger, ein friesischer Gasthof, Halligen in der Literatur
Nordfriesisches Jahrbuch 2010 erschienen

 

Titelbild: Kirchwarft auf Hallig Hooge. Foto: Ernst C. Payns, Sammlung Nordfriisk Instituut
Koldenbüttel hat ein erhebliches Maß an Lasten und Not zu tragen gehabt, wenn immer in und um Eiderstedt Krieg geführt wurde. In seinem Beitrag im soeben vom Bredstedter Nordfriisk Instituut vorgelegten Nordfriesischen Jahrbuch 45 (2010) arbeitet der frühere Koldenbütteler Pastor Johann-Albrecht Janzen insbesondere aufgrund der Auswertung der örtlichen kirchlichen Quellen detailliert heraus, was schwedische, dänische, russische und andere Truppen in dem Kirchspiel zwischen 1627 und 1850 an Unheil anrichteten und welche Folgen die Kriegszeiten für die Bewohnerschaft hatten.
Der Kieler Theologe Dr. Philipp David beschreibt Leben und Wirkung des aus dem ostfriesischen Aurich stammenden Philosophen Rudolf Eucken. Dieser war ab 1867 für kurze Zeit auch Lehrer an der Husumer Gelehrtenschule. Mit seiner Lehre erreichte er zeitweise einen großen Kreis von Menschen. 1908 erhielt er den Literaturnobelpreis. Der engagierte Nordfriese Dr. Heinrich Erdmann schildert in einem weiteren Beitrag die Entstehung von "Fraschlönj", dem Risumer "Gasthof mit Saal". Mit dessen Errichtung, die von führenden Vertretern der friesischen Vereine sowie von Politikern aus Nordfriesland intensiv begleitet wurde, sollte gezielt ein nordfriesisches Kulturzentrum geschaffen werden. Inseln bilden in sich abgeschlossene Welten. Dieses Grundmotiv ist ein wichtiger Teil zahlreicher Erzählungen und Romane. Mit dem besonderen Inselcharakter der Halligen in diesem Sinne befasst sich die Literaturwissenschaftlerin Reja Bedürftig in ihrem Aufsatz im Nordfriesischen Jahrbuch. Rezensionen und eine Bibliografie friesischer Texte in Zeitschriften und Zeitungen für das Jahr 2008 runden das Jahrbuch ab. Es handelt sich um die 45. Ausgabe des wissenschaftlichen Periodikums. Das Jahrbuch umfasst 160 Seiten, kostet 9,80 Euro und ist erhältlich über den Buchhandel oder direkt beim Nordfriisk Instituut in Bredstedt.


 
 

Stille Nacht auf Friesisch. Eiderstedter Perspektiven. Küstenschutz gegen Naturschutz?
Nordfriisk Instituut legt Nordfriesland 168 vor

 

Titelbild: Eiderstedter Vogelschwarm. Foto: Peter Haefcke
"Stille Nacht, heilige Nacht", das weltweit wohl bekanntesten Weihnachtslied, steht viermal auf Friesisch in der soeben vom Bredstedter Nordfriisk Instituut vorgelegten 168. Ausgabe der Zeitschrift "Nordfriesland". Nachgedichtet wurde es in den friesischen Mundarten der Bökingharde, der Insel Föhr und der Insel Sylt sowie auf Westerlauwersk Frysk, dem in den Niederlanden gesprochenen Friesisch.
Mit der möglichen Perspektiven der Entwicklung von Eiderstedt befasst sich der Husumer Kulturpolitiker Dr. Ulf von Hielmcrone in seinem Beitrag. Er würdigt die traditionsreiche Landschaft als europäische Region von exemplarischer Bedeutung. Wichtig sei vor allem, die Meinungsbildung über kulturelle, gesellschaftliche und politische Ziele auf eine möglichst breite Basis zu stellen.
In einem weiteren Aufsatz zieht Oberbaurat a. D. Karl Petersen, ehemaliger Dezernent für Küstenschutz im Husumer Amt für ländliche Räume, eine kritische Bilanz der Beziehung zwischen Naturschutz und Küstenschutz in den nordfriesischen Utlanden seit den 1980er Jahren. Radikales Nicht-Eingreifen in die natürlichen Abläufe führe zur Vernichtung weiter Teile der eigentlich zu schützenden Flächen, so sein Ergebnis. Hilfe bringen könne nur ein vernünftiges Miteinander.
Nordfriesland 168 bietet weitere aktuelle Berichte, es umfasst 32 Seiten, kostet drei Euro und ist zu beziehen über den Buchhandel oder direkt beim Nordfriisk Instituut.


 
 

Nach Jahrhunderten zurück in der Heimat
Günther Fielmann erwarb wertvolle Hallig-Dokumente aus dem Nachlass Friedrich Paulsens für das Nordfriisk Instituut

 


Fielmann-Niederlassungsleiter Helge Schlemeier (links) ließ sich von Instituts-Geschäftsführerin Marlene Kunz und Prof. Dr. Thomas Steensen die wertvollen Erwerbungen erläutern. Jahrhundertealte Dokumente von den nordfriesischen Halligen Oland und Langeneß sind in die Heimat zurückgekehrt. Die Schriftstücke stammen aus dem Nachlass des bedeutenden friesischen Philosophen Friedrich Paulsen (1846-1908), der sie als Professor in Berlin wie seinen Augapfel hütete. Seine Nachkommen übergaben die Aufzeichnungen dem Direktor des Nordfriisk Instituut, Professor Dr. Thomas Steensen. Optikunternehmer Günther Fielmann erwarb die wertvollen Dokumente für die wissenschaftliche Einrichtung in Bredstedt. Erstmals gezeigt werden sie in einer Ausstellung über Friedrich Paulsen im Landesarchiv in Schleswig.
Der Husumer Fielmann-Niederlassungsleiter Helge Schlemeier nahm die alten Schriftstücke jetzt im Nordfriisk Instituut in Augenschein. Es handelt sich unter anderem um Schiffstagebücher, die Vorfahren Friedrich Paulsens führten und die von der Seefahrtsepoche der nordfriesischen Halligen beredtes Zeugnis ablegen, ebenso Briefe, die mit Reedern in den Niederlanden gewechselt wurden. Über die einstige Landnutzung auf den von der Nordsee bedrohten Eilanden geben "Dematregister" aus dem 18. Jahrhundert Auskunft. Aber auch Hefte aus Friedrich Paulsens Schulzeit in Langenhorn erwarb Günther Fielmann für das Nordfriisk Instituut, außerdem Erstausgaben seiner wissenschaftlichen Werke sowie Veröffentlichungen seines Freundes Ferdinand Tönnies, des Begründers der Soziologie in Deutschland.
Die Ausstellung im Landesarchiv besteht außerdem aus großen Plakaten, die Studierende der Universität Flensburg in Zusammenarbeit mit dem Nordfriisk Instituut über Leben und Werk Friedrich Paulsens anfertigten. Das NordseeMuseum in Husum leiht für die Ausstellung das Gemälde "Beichte auf Hallig Oland" von Jacob Alberts aus. Die Landesbibliothek in Kiel steuert Briefe bei, die Theodor Fontane, Theodor Mommsen und Tönnies an Paulsen richteten. Zu sehen sein wird auch die Paulsen-Büste aus der Niebüller Friedrich-Paulsen-Schule.
Eröffnet wird die Ausstellung am Donnerstag, 10. Dezember, um 19.30 Uhr im Landesarchiv in Schleswig. Nach der Begrüßung durch Archivdirektor Professor Dr. Rainer Hering und einem Grußwort von Nordfrieslands Landrat Dieter Harrsen hält Thomas Steensen den Vortrag "Friedrich Paulsen - ein friesischer Philosoph mit weltweiter Wirkung". Die Ausstellung ist bis zum 5. Februar 2010 im Landesarchiv zu den üblichen Öffnungszeiten zu sehen.


 
 

Shakespeare's Sonnets Global - Shakespeare-Sonette auf Friesisch

 


400 Jahre nach ihrer Entstehung wurden Sonette William Shakespeares nun auch ins Friesische übersetzt. Das Ergebnis eines ehrgeizigen Projekts stellt das Buch William Shakespeare's Sonnets - For the First Time Globally Reprinted dar. Die Herausgeber Manfred Pfister und Jürgen Gutsch haben das Jubiläum der Erstausgabe zum Anlass genommen, die Sonette Shakespeares in möglichst viele Sprachen übersetzen zu lassen. Jede Sprachgemeinschaft, die bereitwillige Mitarbeiter finden konnte, sollte ihren Beitrag leisten. So gehören neben westfriesischen Versionen auch vier nordfriesische Sonette zum Bestand des Buches. Verantwortlich für die nordfriesischen Übersetzungen sind Ingo Laabs und Antje Arfsten vom Nordfriisk Instituut, die je zwei Gedichte ins Mooring und Fering übertrugen. Ergänzt wird das Buch durch eine CD mit Texten und Bildern, Video- und Audiobeiträgen.
Ein Beispiel aus dem Mooringer Friesischen:
"Duch, lök, dan eewie samer schal ai swine,
schal ai ferlätje de, din bloosmen krül,
e düüs schal puche ai, hi köö de wine,
dan dåtheer dacht wåårt ap din liiflik bil."

("Dein ew'ger Sommer doch soll nie verrinnen,
Nie fliehn die Schönheit, die dir eigen ist,
Nie kann der Tod Macht über dich gewinnen,
Wenn du in meinem Lied unsterblich bist!")

Pfister, Manfred & Jürgen Gutsch (Hrsg.): William Shakespeare's Sonnets - For the First Time Globally Reprinted - A Quatercentenary Anthology (with a DVD). Dozwil 2009. Mit englischem Vorwort und englischen Beiträgen und Kommentaren.


 
 

Von der Steinzeit bis 2009: Geschichte Nordfrieslands komplett
Sechsteiliges Standardwerk zur Regionalgeschichte in einem Schuber

 


Geschichte Nordfrieslands Band 1 - 6Von der Altsteinzeit bis zur Landtagswahl am 27. September 2009 reichen die Daten in der "Geschichte Nordfrieslands", die in sechs Teilen nun komplett vorliegt. 896 Seiten umfasst nunmehr die "Geschichte Nordfrieslands", mehr als 1200 Abbildungen veranschaulichen die dargestellten Zusammenhänge. Zu einem echten Gesamtwerk wird die neue "Geschichte Nordfrieslands" durch einen stabilen, vom dem Husumer Grafiker Rainer Kühnast gestalteten Schuber, in dem alle sechs Teile versammelt werden können.

Bereits 1818 plante der Kieler Gelehrte Nikolaus Falck die "Bearbeitung einer friesischen Geschichte zur Volkslektüre". 1995 verwirklichte das Bredstedter Nordfriisk Instituut in Zusammenarbeit mit der Stiftung Nordfriesland das historische Ziel mit der Herausgabe der "Geschichte Nordfrieslands" als stattliches Buch mit 472 Seiten, das wenig später vergriffen war.

Am 26. November, 12.00 Uhr, präsentieren im Kreishaus in Husum Nordfrieslands Landrat Dieter Harrsen und Prof. Dr. Thomas Steensen, Direktor des Nordfriisk Instituut, gemeinsam mit den Mitautoren Albert Panten und Fiete Pingel die nunmehr komplettierte Neuauflage dieses viel beachteten Standardwerkes. Abgeschlossen wurde die Ausgabe mit dem soeben erschienenen Teil 6. Der Band bietet neben den Registern zu den ersten fünf Teilen und einem Literaturverzeichnis vor allem die erste umfassende, reich bebilderte Zeittafel zur Geschichte der Region.
Die einzelnen Teile der Geschichte Nordfrieslands:
Albert Bantelmann: Nordfriesland in vorgeschichtlicher Zeit. Durchgesehen und ergänzt von Martin Segschneider. 80 Seiten
Albert Panten: Die Nordfriesen im Mittelalter. 80 Seiten
Rolf Kuschert: Nordfriesland in der frühen Neuzeit. Neu bearbeitet von Martin Rheinheimer, Fiete Pingel und Thomas Steensen. 176 Seiten
Thomas Steensen: Im Zeichen einer neuen Zeit. Nordfriesland von 1800 bis 1918. 224 Seiten
Thomas Steensen: Geschichte Nordfrieslands von 1918 bis in die Gegenwart. 224 Seiten
Fiete Pingel und Thomas Steensen: Geschichte Nordfrieslands. Zeittafel - Literaturverzeichnis - Register. 112 Seiten.
Sechs Bände im Schuber komplett ist im Buchhandel oder beim Nordfriisk Instituut erhältlich und kosten zusammen 75,00 Euro


 
 

„Friesisch lernen – leicht gemacht“
Verlag Nordfriisk Instituut veröffentlicht Band II des Sprachkurses „Fering“

 


Friesischer Sprachkurs Fering IINun hat für die Friesisch-Begeisterten das Warten ein Ende: Rechtzeitig zum Weihnachtsfest veröffentlichte der Verlag Nordfriisk Instituut neuen Lernstoff. Nach dem bewährten Rezept der beiden Sprachkurse „Mooringer Frasch“ und „Fering“ erschien jetzt ein Fortsetzungskurs für Fering. Er bringt einprägsame, reich bebilderte Texte und Übungen – als Buch und zum Anhören auf CD. Die Grammatik wird auf das unbedingt notwendige Maß beschränkt. Erarbeitet wurde der Fortgeschrittenen-Kurs von den Sprachlektoren Antje Arfsten und Ingo Laabs.
Als roter Faden ziehen sich diesmal durch die zehn Lektionen drei Liebesgeschichten, über die der fiktive nordfriesische Erfolgsregisseur Ketel Ketelsen Filme dreht. In anderen Lektionen treffen Badegäste aus München auf einen etwas überforderten friesischen Hauswirt, lernt Kirsten in London ihren Traummann kennen, gibt es im Wartezimmer des Doktors allerhand interessante Geschichten zu hören, taucht der Meermann Ekke Nekkepenn vor Sylt auf u.a.m. Nis und Frauke, die tratschenden Nachbarn, sind auch wieder mit von der Partie. Mit einem Wiederholungsspiel kann am Ende des Kurses das Gelernte noch einmal überprüft werden. Der Sprachkurs kostet 24,80 Euro inkl. CD und ist im Buchhandel oder beim Nordfriisk Instituut erhältlich (ISBN 978-3-88007-356-2).


 
 

Erinnerung - Wiedererleben vergangener Ereignisse, Erlebnisse und Erfahrungen
Denkmäler, Gedenksteine, Gebäude, Parks speichern die regionale Geschichte

 


Erinnerungsorte in NordfrieslandWas haben der Denghoog in Wenningstedt auf Sylt, das Turmhaus in Niebüll, der Ochsenweg bei Leck, der Fething auf Hallig Gröde, der Tinebrunnen in Husum, die Bauernglocke in Drage oder der Hochdorfer Garten in Tating gemeinsam? Sie bilden Speichermedien für das kollektive Gedächtnis der Menschen in Nordfriesland. Mit dieser Feststellung bewegt sich der Soziologe und Landeskundler Harry Kunz in seinem soeben im Verlag Nordfriisk Instituut erschienenen Buch "Erinnerungsorte in Nordfriesland" auf einem Themengebiet, das seit den 1980er Jahren in Europa viel Beachtung findet. Auch zu Schleswig-Holstein und speziell zum deutsch-dänischen Grenzbereich sind in der Vergangenheit einschlägige Werke erschienen, doch spielte Nordfriesland darin eine äußerst bescheidene Rolle. Mit 90 ausgewählten Beispielen zwischen List auf Sylt und Tönning an der Eider zeigt der Autor auf, welche sichtbaren "Kristallisationspunkte" in Nordfriesland die Erinnerung an historische Ereignisse, an Personen oder an wirtschaftliche und kulturelle Wendemarken wachhalten. Über 150 farbige Abbildungen belegen dies eindrucksvoll. Das Buch im handlichen DIN-A-5-Format umfasst 200 Seiten, kostet 16,80 Euro und ist im Buchhandel oder beim Nordfriisk Instituut erhältlich (ISBN 978-3-88007-355-5).


 
 

"Sturmflut-Tage" mit überwältigender Resonanz

   





Wat jeeft et nais önj än am Fraschlönj...