News & Aktuelles     H  
   

Fürstengärten in Renaissance und Barock, Bürgerparks, Bauernblumen als Motiv
Mitteilung vom 29. Juli 2010

Lob des Friesischen
Mitteilung vom 28. Juli 2010

Friesisch in Fryslân
Vortrag im Nordfriesischen Sommer-Institut
Mitteilung vom 16. Juli 2010

Friesische Straßennamen und ihre Bedeutung
Mitteilung vom 6. Juli 2010

Wolle, Fleisch und Käse
Eröffnungsvortrag des 20. Nordfriesischen Sommer-Instituts zur Bedeutung der Schafwirtschaft
Mitteilung vom 24. Juni 2010

Friesisch in der Praxis erlebt
Friesischstudierende aus Flensburg zu Besuch auf Amrum
Mitteilung vom 22. Juni 2010

Friesische Filme, eine Rockband und Perspektiven des Sylter Friesisch
Heft 170 der Zeitschrift Nordfriesland soeben erschienen
Mitteilung vom 18. Juni 2010

Schafe, Friesen, Gärten, Lyrik, Orgeln und ein Jubiläum
Sechs Vorträge: 20. Nordfriesisches Sommer-Institut
Mitteilung vom 7. Juni 2010

Die IG Baupflege Nordfriesland & Dithmarschen e.V.
lädt zur Exkursion ins nördliche Nordfriesland mit Besuch in Dänemark ein
Mitteilung vom 4. Mai 2010

Resolution
Die Mitgliederversammlung des Vereins Nordfriesisches Institut e. V.
hat am 24. April 2010 in Husum folgende Resolution verabschiedet:
(siehe unten)
Mitteilung vom 24. April 2010

Vortrag über die Ferring-Stiftung Jahresversammlung des Vereins Nordfriesisches Institut in Husum
Mitteilung vom 16. April 2010

Friesisch weltweit - Russisches Buch über die Nordfriesen und die friesische Sprache
Mitteilung vom 15. April 2010

Sprachenfest Nordfriesland am 12.09.2010 in Bredstedt
Mitteilung vom 8. April 2010

Geringe Mittel, imposante Ergebnisse
Kuratorium beriet Arbeitsbericht und Arbeitsplanung des Nordfriisk Instituut
Mitteilung vom 31. März 2010

Von Kirchenarchivalien und wie man sie nutzt
Historische Arbeitsgruppen des Nordfriisk Instituut tagten in Bredstedt
Mitteilung vom 30. März 2010

Zur Baugeschichte alter Kirchen in Nordfriesland
Arbeitsgruppen-Tagung im Nordfriisk Institut in Bredstedt
Mitteilung vom 19. März 2010

Die nordfriesische Heimat in der Literatur
Angeregte Diskussion beim Treffen der "Arbeitsgemeinschaft Sprache und Literatur" des Nordfriisk Instituut
Mitteilung vom 18. März 2010

Auswanderer, Museen, Nordfriesen in der Fremde
Nummer 169 der Zeitschrift Nordfriesland erschienen
Mitteilung vom 12. März 2010

Inbegriffe des Nordfriesischen
Kanon der nordfriesischen Kultur: Schwerpunkt-Projekt des Nordfriisk Instituut
Mitteilung vom 5. März 2010

IG Baupflege besteht seit dreißig Jahren
Mit Rückenstärkung zu neuen Aufgaben
Mitteilung vom 4. März 2010

Sorbische Solidarität für friesische Anliegen
Vortrag über Jan Skala, einen Kämpfer für Minderheitenrechte
Mitteilung vom 19. Februar 2010

Biikebrennen - alte und neue Traditionen
Mehr als 60 Biiken werden auf Inseln, Halligen und nordfriesischem Festland entzündet
Mitteilung vom 15. Februar 2010

Gegen die nationalistische Macht
Lesung: Der Sorbe Jan Skala und die Minderheiten in Deutschland
Mitteilung vom 9. Februar 2010

Friedrich Paulsen in Bronze
Nachkommen schenken dem Nordfriisk Instituut eine Büste des bedeutenden Gelehrten
Mitteilung vom 4. Februar 2010

Der Maueranker Heft 4-2009 erschienen
Mitteilung vom 11. Januar 2010

Der erfolgreichste Walfänger der Nordfriesen
Matthias der Glückliche und seine Zeit
Mitteilung vom 5. Januar 2010




 

Fürstengärten in Renaissance und Barock, Bürgerparks, Bauernblumen als Motiv
Dr. Margita Meyer berichtete im Nordfriesischen Sommer-Institut über Gartendenkmale

 


Der Vorsitzende der Interessengemeinschaft Baupflege Nordfriesland & Dithmarschen e. V. (links) und Prof. Dr. Thomas Steensen vom Nordfriisk Instituut begrüßen Dr. Margita Meyer in Bredstedt. (Foto: Fiete Pingel)Der Husumer Schlossgarten wurde im 16. Jahrhundert angelegt, Darstellungen aus dem 17. Jahrhundert zeigen ihn als barocken Fürstengarten. Das war eine von vielen fundierten Informationen, die Dr. Margita Meyer in ihrem Vortrag "Garten-Denkmalpflege in Schleswig-Holstein mit besonderem Blick auf Nordfriesland" im Nordfriisk Instituut in Bredstedt vermittelte. Der Abend in der Reihe 20. Nordfriesisches Sommer-Institut wurde mitgetragen von der Interessengemeinschaft Baupflege Nordfriesland & Dithmarschen e. V., deren Vorsitzender Hans-Georg Hostrup im überfüllten Versammlungssaal des Instituts ein äußerst interessiertes Publikum begrüßen konnte. Die Reihe wird ausgerichtet vom Nordfriisk Instituut und gefördert von der Nord-Ostsee Sparkasse sowie von der Spar- und Leihkasse zu Bredstedt AG.

Neben dem Husumer Schlossgarten, der in den Jahren 1878 und 1879 in seine heutige Gestalt gebracht wurde, beschrieb die studierte Landschaftsarchitektin Margita Meyer, die seit 1993 als Dezernentin für Gartendenkmalpflege beim Landesamt für Denkmalpflege in Kiel tätig ist, auch die Überreste des Tönninger Schlossgartens. Die Spuren sind im Stadtbild deutlich zu erkennen, das Gelände sei aber, wie manche andere Parks auch, mit Denkmälern überfrachtet. Einer umfangreichen Rettungsaktion bedurfte der grüne Marktplatz in Friedrichstadt, so die Referentin in ihrem freien, engagierten und reich bebilderten Vortrag.

Dr. Meyer hob den Einsatz der Tatinger Richardsen-Bruchwitz-Stiftung hervor, die bei der Neugestaltung des Hochdorfer Gartens eng mit dem Landesamt zusammenarbeitet. Die Umsetzung von Konzepten der Garten-Denkmalpflege könne nur gelingen, wenn die Eigentümer offen dafür sind. Ein gelungenes Beispiel für die Wiederherstellung und weiterführende Neugestaltung eines Gartendenkmals bildet der Garten der Stiftung Ada und Emil Nolde in Seebüll. Der berühmte Expressionist Emil Nolde hatte eine farbenprächtige Blumenvielfalt angepflanzt, die sich in vielen seiner Bilder wiederfindet. Bei der Pflege eines Gartendenkmals muss ständig das Gesamtkonzept im Auge behalten werde, so Dr. Meyer abschließend. Ein Garten könne nur lebendig bleiben, wenn ein Gärtner ständig darin tätig ist und sein Herz daran verliert.


 
 

Lob des Friesischen

 


von links: Thede Boysen, Dr. Robert Habeck, Marlene Kunz, Prof. Dr. Thomas Steensen "In einer Zeit, in der das Friesische wieder populär wird und die langjährige Arbeit des Nordfriisk Instituut solche Früchte trägt, ihm den Garaus zu machen, kann ich überhaupt nicht verstehen", sagte der Vorsitzende der grünen Landtagsfraktion Robert Habeck bei seinem Besuch des Instituts in Bredstedt. Selbst Germanist und gerade auf einer Sommerreise in die schleswig-holsteinische Geschichte, zeigte sich der grüne Frontmann beeindruckt von der Arbeit zur Pflege, Förderung und Erforschung der friesischen Sprache, Geschichte und Kultur. Vor allen Dingen die einzigartige Kombination, die auch Ehrenamtler zu Wissenschaftlern macht, die den Beitrag des Volkes fördert, begeisterte ihn.

Habeck informierte sich ausgiebig über die Forschungen und Schriften des Instituts und diskutierte danach mit dem Vorstand über die wachsende Bedeutung von Regionalsprachen in einer immer anonymer werdenden Welt. Thomas Steensen, der Institutsdirektor, war aufgebracht über die Politik der Landesregierung. Nicht allein über die Kürzungen von 30%, die sein Institut treffe, sondern vor allen Dingen auch über den Stil der Politik "von oben herab" empörte er sich. Der Vorsitzende des Trägervereins, Thede Boysen, verwies darauf, dass das Land sich zwar immer rühme, Vorbild für seine Minderheitenpolitik zu sein, tatsächlich jedoch zahle Schleswig-Holstein im Landesvergleich weit unterdurchschnittlich für seine Minderheiten. "Schleswig-Holstein kommt bereits jetzt seinen Verpflichtungen gegenüber den Friesen nicht nach. Die möglichen Kürzungsbeiträge der friesischen Minderheit wären lächerlich gering, andererseits wäre der Schaden für die engagierte Arbeit immens groß", sagte Boysen. Mit Spannung blicken der grüne Politiker Habeck und der Vorstand auf den Herbst, wenn die Haushaltsberatungen im Landtag beginnen. Sie entscheiden auch über die Zukunft des Nordfriisk Instituut.


 
 

Friesische Straßennamen und ihre Bedeutung

 

Straßenschild in Risum-Lindholm (Foto: Antje Arfsten)
Laamstich lautet ein Straßenname in Risum-Lindholm. Wollte die Gemeinde damit Philipp Lahm, dem Kapitän der deutschen Fußballmannschaft, eine eigene Straße widmen? "Nein, natürlich nicht", betonte Antje Arfsten, Lektorin des Bredstedter Nordfriisk Instituut, bei der Präsentation der Broschüre "Friesische Straßennamen auf Sylt, Föhr, Amrum, Helgoland und in Risum-Lindholm". "Laamstich heißt diese Straße schon seit vielen Jahren. Der Name bedeutet Weg zum Hochacker."
In der vorgestellten Broschüre finden sich von A wie Andreas-Hübbe-Wai bis W wie Winjshoog Gung weit über 300 friesische Straßennamen mit ihrer deutschen Übersetzung und vielen Erläuterungen. Anhand der Straßennamen kann man einiges über einen Ort erfahren, wo z. B. früher eine Mühle stand, wie die Nachbarorte heißen, nach denen häufig die Ausfallstraßen benannt sind, oder wer zu den heimischen Persönlichkeiten zählt wie Andreas Hübbe. Er verfasste zahlreiche friesische Gedichte und Lieder und wohnte zeitweise in Keitum auf Sylt, wo auch die nach ihm benannte Straße zu finden ist.
Das Heft erschien als Nummer 8 in der Reihe "NF-Texte aus dem Nordfriisk Instituut". Es umfasst 42 Seiten, kostet 3,50 € und ist im Buchhandel sowie im Nordfriisk Instituut zu erhalten (ISBN 978-3-88007-361-6).


 
 

Friesisch in Fryslân
Vortrag im Nordfriesischen Sommer-Institut
Prof. Dr. Reinier Salverda berichtete über die zweite Amtssprache der Niederlande

 


Vor dem Nordfriisk Instituut unter der westfriesischen Fahne (von links:) Johanna Salverda, Prof. Dr. Reinier Salverda, Ilse Johanna Christiansen und Erk Hassold vom Friesenrat, Prof. Dr. Thomas Steensen (Foto: Fiete Pingel, Nordfriisk Instituut) Etwa 350 000 der rund 600 000 Menschen, die in der niederländischen Provinz Fryslân leben, sprechen Friesisch, etwa weitere 190 000 verstehen es zumindest. Diese Zahlen nannte Prof. Dr. Reinier Salverda, seit 2006 Direktor der Fryske Akademy, in einem Vortrag in der Reihe "20. Nordfriesisches Sommer-Institut" in Bredstedt. Die Reihe wird ausgerichtet vom Nordfriisk Instituut und gefördert von der Nord-Ostsee Sparkasse sowie von der Spar- und Leihkasse zu Bredstedt AG.
Die Fryske Akademy sei die westfriesische "Schwester" des Nordfriisk Instituut, sagte dessen Direktor Prof. Dr. Thomas Steensen in seiner Begrüßung. 1938 gegründet, stand die Akademy Pate bei der Konzipierung des Instituts, dessen Trägerverein 1948 ins Leben gerufen wurde und das 1965 seine Arbeit aufnahm. Sie ist allerdings mit 80 Mitarbeitern ungleich größer als die Bredstedter Einrichtung.
Das Frysk, so der Referent, ist neben dem Niederländischen die zweite amtliche Sprache in den Niederlanden. Die friesische Bezeichnung Fryslân ist der offizielle Name der Provinz. Die Fryske Akademy in der Provinzhauptstadt Leeuwarden, die auf Friesisch Ljouwert heißt, hat soeben den letzten von 25 Bänden eines umfassenden Wörterbuches dieser Sprache vorgelegt, berichtete Prof. Salverda stolz. Das Westfriesische verfüge über eine reiche literarische Tradition. Es gebe allerdings keine Tageszeitung auf Friesisch und lediglich ein einziges Monatsmagazin. Viele in Fryslân, so Salverda abschließend, pflegen eine friesische Identität, die teilweise von der Sprache losgelöst ist.
Thomas Steensen wertete den Besuch Professor Salverdas, der auch dem Kuratorium des Nordfriisk Instituut angehört, als wichtigen Schritt zur Vertiefung der Zusammenarbeit. Immer wieder kommen aus Westfriesland Impulse, so Steensen, die etwa für den friesischen Unterricht oder für Publikationen in Nordfriesland wertvolle Anregungen bieten. Im Laufe von Gesprächen auch an der Universität Flensburg und mit dem Friesenrat seien weitere Anknüpfungspunkte für gemeinsame Vorhaben sichtbar geworden.
Beeindruckt zeigte sich der Gast aus Westfriesland von einem Besuch im Husumer Theodor-Storm-Zentrum, wo Storm-Kenner Prof. Dr. Karl Ernst Laage durch das Museum führte.


 
 

Wolle, Fleisch und Käse
Eröffnungsvortrag des 20. Nordfriesischen Sommer-Instituts zur Bedeutung der Schafwirtschaft

 


Sönnich Volquardsen"Wolle, Fleisch und Käse", unter diesem Titel berichtet Sönnich Volquardsen am Mittwoch, 30. Juni 2010, ab 19.30 Uhr in Bredstedt im Bürgerhaus in der Theodor-Storm-Straße über die Bedeutung der Schafwirtschaft für Nordfriesland. Der Abend bildet den Auftakt der Reihe "Nordfriesisches Sommer-Institut", zu der das Bredstedter Nordfriisk Instituut zum 20. Male einlädt. Der engagierte Friese Sönnich Volquardsen stammt aus der Wiedingharde und lebt in Tetenbüll in Eiderstedt. Im Jahre 2007 wurde er für seine vielfältige regionalkundliche Arbeit mit dem Hans-Momsen-Preis des Kreises Nordfriesland ausgezeichnet. Sönnich Volquardsen ist Bauer und hat über Jahrzehnte Schafe gehalten. Er kann als führender Kenner der Thematik gelten. Zu Beginn wird Landtagsvizepräsidentin Marlies Fritzen (Bündnis 90 Die Grünen) ein Grußwort sprechen. Die Veranstaltung steht in Verbindung mit den "Nordfriesischen Lammtagen". Lammkönigin Bente Petersen wird anwesend sein. Das Sommer-Institut wird gefördert von der Nord-Ostsee Sparkasse sowie von der Spar- und Leihkasse zu Bredstedt AG. Alle Interessierten sind herzlich willkommen. Anstelle eines Eintrittsgeldes wird um eine Spende gebeten.


 
 

Friesisch in der Praxis erlebt
Friesischstudierende aus Flensburg zu Besuch auf Amrum

 

Friesischlehrerin Regina Jessen (links) und Professor Dr. Thomas Steensen mit den Friesischstudierenden
Wie Friesisch in der Praxis funktioniert, erlebten fünf angehende Friesisch-Lehrkräfte bei einer von Professor Dr. Thomas Steensen geleiteten Exkursion auf die Insel Amrum. Die Friesischstudierenden von der Universität Flensburg tauchten dabei ganz in den Inseldialekt, das "Öömrang", ein. Sowohl Jörn Tadsen, Schulleiter der "Öömrang Skuul" in Nebel, als auch Jens Quedens, Vorsitzender des friesischen Vereins auf Amrum, sprachen ausschließlich Friesisch mit ihren Gästen.
Jörn Tadsen berichtete über den Friesischunterricht in seiner Schule. Mit welcher Begeisterung die Kinder mitgehen, erlebten die Studenten in einer Stunde mit Lehrerin Regina Jessen. Dabei bringt auch auf Amrum nur ein Teil der Schüler Friesischkenntnisse von zu Hause mit. Jens Quedens zeigte das "Öömrang Hüs" in Nebel, in dem der von ihm seit vielen Jahren geleitete "Öömrang Ferian" unter anderem ein kleines Museum unterhält. Die Wohnkultur vergangener Jahrhunderte konnte nachempfunden werden. Die Studierenden staunten über das große ehrenamtliche Engagement, das im Amrumer Friesenverein geleistet wird.
Die fünf Studierenden schließen ihr Studium in diesem und im kommenden Jahr ab. Friesisch kann an der Universität Flensburg im Bachelor-Studium als Schwerpunkt in der Germanistik, aber auch ergänzend zu anderen Fächern belegt werden. Im anschließenden zweisemestrigen Master-Studium kann dann im Zentrum für wissenschaftliche Weiterbildung der Universität Flensburg ein Zertifikat für Friesisch erworben werden. Die Seminare, gehalten von den Honorarprofessoren Volkert F. Faltings und Thomas Steensen, stehen auch bereits im Schuldienst tätigen Lehrkräften offen, die Kenntnisse im Friesischen haben.


 
 

Friesische Filme, eine Rockband und Perspektiven des Sylter Friesisch
Heft 170 der Zeitschrift Nordfriesland soeben erschienen

 


Zeitschrift NordfrieslandIn den letzten Jahren ist eine ganze Reihe von Filmen produziert worden, die nordfriesische Themen behandeln und in denen die friesische Sprache eine wesentliche Rolle spielt. Dr. Claas Riecken, einer der wichtigsten auf diesem Gebiet tätigen Produzenten zieht in einem Beitrag der soeben vom Bredstedter Nordfriisk Instituut vorgelegten Ausgabe 170 der Vierteljahresschrift "Nordfriesland" eine Bilanz dieser Arbeit und weist vor allem auf den pädagogischen und dokumentarischen Wert der Filme hin.
Auf dem ehemaligen Gut Fresenhagen bei Leck nahm die Berliner Rockband Ton Steine Scherben, die ihren Ruhm im Zusammenhang mit der Jugendbewegung der 1970er Jahre begründete, 1975 Zuflucht. Nach Frontmann Rio Reiser, der 1996 starb und auf dem Anwesen begraben liegt, ist das Haus benannt, das nun als ländliches Kulturzentrum fungiert. Seine Zukunft ist ungewiss. Prof. Dr. Thomas Steensen erarbeitete im Auftrag des Kreises Nordfriesland eine historische Stellungnahme, die nun in "Nordfriesland" nachzulesen ist.
Studierende der Universität Flensburg haben sich nach Sylt aufgemacht und untersucht, wie es um die Situation und um die Perspektiven des Sölring bestellt ist, der friesischen Mundart der Insel Sylt. "Nordfriesland" hat die Ergebnisse dokumentiert. Aktuelle Berichte, zum Beispiel über den friesischen Musikwettbewerb 2010, und Buchhinweise runden "Nordfriesland" 170 ab. Das Heft umfasst 32 Seiten. "Nordfriesland" 170 kostet 3,00 Euro und ist erhältlich über den Buchhandel oder direkt beim Nordfriisk Instituut.


 
 

Schafe, Friesen, Gärten, Lyrik, Orgeln und ein Jubiläum
Sechs Vorträge: 20. Nordfriesisches Sommer-Institut

 


Gesamtprogramm Sommer Institut 2010Zum 20. Mal lädt das Bredstedter Nordfriisk Instituut ein zu seiner Reihe "Nordfriesisches Sommer-Institut". Die sechs Veranstaltungen wenden sich an alle Interessierten, Einheimische und Feriengäste gleichermaßen, und nicht nur an ein akademisches Fachpublikum. Sie geben unterschiedliche Einblicke in die vielgestaltige Kultur und Geschichte Nordfrieslands.
"Wolle, Fleisch und Käse", unter dieser Überschrift schildert der Bauer und engagierte Friese Sönnich Volquardsen aus Tetenbüll zum Auftakt am Mittwoch, 30. Juni, im Bredstedter Bürgerhaus die Bedeutung der Schafwirtschaft für Nordfriesland, und zwar im Beisein der Lammkönigin. Die Veranstaltung steht in Verbindung mit den "Nordfriesischen Lammtagen". Landtagspräsident Torsten Geerdts wird ein Grußwort sprechen.
Am Mittwoch, 14. Juli, geht es um "Friesisch in Fryslân". Prof. Dr. Reinier Salverda, Direktor der Fryske Akademy in Ljouwert/Leeuwarden, schildert die Situation der friesischen Sprache und Literatur in den Niederlanden. Dr.-Ing Margita Meyer vom Kieler Landesamt für Denkmalpflege spricht am Mittwoch, 28. Juli, über Garten-Denkmalpflege in Schleswig-Holstein mit besonderem Blick auf Nordfriesland. Der Abend wird angeboten in Zusammenarbeit mit der Interessengemeinschaft Baupflege Nordfriesland & Dithmarschen.
Der Sylter Friese und Dichter Jens Mungard wurde vor 125 Jahren geboren und starb vor 70 Jahren im KZ Sachsenhausen. Der Kieler Frisist Dr. Ommo Wilts würdigt am Mittwoch, 11. August, Mungards besondere Persönlichkeit, der Vortrag heißt "Friesische Lyrik als Widerstand". Am Donnerstag, 26. August, beschreibt der Musikwissenschaftler Prof. Dr. Konrad Küster von der Universität Freiburg unter dem Titel "Musik am Deich" in der Kirche zu Langenhorn 500 Jahre Orgelkunst in Nordfriesland. Die Veranstaltung steht in Verbindung mit dem Langenhorner "Orgelsommer 2010".
Die Bildung des Kreises Nordfriesland im Jahre 1970 jährt sich zum 40. Mal. Zum Abschluss der Vortragsreihe am Donnerstag, 9. September, würdigen Diplom-Soziologe Harry Kunz und Prof. Dr. Thomas Steensen vom Nordfriisk Instituut dieses Jubiläum mit einer Präsentation unter dem Titel "Einheit in Vielfalt". Mitgetragen wird der Abend von der Instituts-AG für Geschichte.
Unterstützt wird das 20. Nordfriesische Sommer-Institut von der Nord-Ostsee Sparkasse und der Spar- und Leihkasse zu Bredstedt AG. Die Vorträge beginnen jeweils um 19.30 Uhr. Anstelle eines Eintrittsgeldes wird jeweils um eine Spende gebeten.


 
 

Die IG Baupflege Nordfriesland & Dithmarschen e.V.
lädt zur Exkursion ins nördliche Nordfriesland mit Besuch in Dänemark ein

 

Zu einer Exkursion ins nördliche Nordfriesland und ins angrenzende Dänemark am Sonnabend, den 15. Mai 2010 lädt die IG Baupflege Nordfriesland & Dithmarschen ein. Treffpunkt ist "Lude's Imbiß" in Rosenkranz um 10 Uhr.
Anmeldungen bitte bis zum 13. Mai an die IG Baupflege beim Nordfriisk Instituut, Tel. 04671 - 60120, auch für die Bildung von Fahrgemeinschaften aus dem südlichen Teil Nordfrieslands und Dithmarschen.
Die Rundfahrt führt zum Galerie-Holländer nach Høyer, der höchsten Holz-Windmühle Europas. In der Kirche von Møgeltønder gibt es aufsehenerregende Malereien zu entdecken. Unter anderem steht noch die Besichtigung eines typischen utlandfriesischen Hauses, sowie bau- und geschichtliche Erklärungen über den nördlichsten Teil unseres Kreises auf dem Programm.
Die Exkursion wird geleitet von Sönnich Volquardsen aus Tetenbüll. Er ist in der Wiedingharde geboren und ein führender Kenner der Geschichte Nordfrieslands sowie des schleswigschen Grenzlandes. 2007 wurde er mit dem Hans-Momsen-Preis ausgezeichnet.
Die Interessengemeinschaft Baupflege Nordfriesland & Dithmarschen e.V. befaßt sich seit 30 Jahren mit der Erhaltung und Dokumentation der Kulturlandschaft an der Westküste. Das Ziel des Vereins ist es, Einfluss auf die Bewahrung des Bauerbes und auf das regionale Bauen zu nehmen. Mehr Informationen zum Verein gibt es unter www.igbaupflege.de.

Ansprechpartner:
IG Baupflege beim Nordfriisk Instituut
info@igbaupflege.de
Tel. 04671-60120


 
 

Resolution
Die Mitgliederversammlung des Vereins Nordfriesisches Institut e. V. hat am 24. April 2010 in Husum folgende Resolution verabschiedet:

 


Seit 45 Jahren arbeitet das Nordfriisk Instituut für die Erforschung und Förderung der friesischen Sprache, Geschichte und Kultur. Mit erheblichem ehren- und hauptamtlichem Einsatz konnten wesentliche Ergebnisse erzielt werden. Das Institut hat in den vergangenen Jahren zusätzliche Aufgaben übernommen, so als An-Institut der Universität Flensburg. Gleichzeitig musste der ohnehin geringe Personalbestand eingeschränkt werden.

Um die bedrohte friesische Sprache und Kultur für die Zukunft zu bewahren, ist eine weitere Intensivierung der Arbeit erforderlich. Die friesische Volksgruppe in Deutschland wird im Vergleich mit vielen anderen Minderheiten in Europa nur mit geringfügigen staatlichen Mitteln gefördert. Kürzungen würden die Arbeitsfähigkeit des Nordfriisk Instituut in Frage stellen. Die Mitgliederversammlung des Vereins Nordfriesisches Institut appelliert an Landesregierung und Landtag, von den zurzeit in Rede stehenden Kürzungen abzusehen und mittelfristig den dringend notwendigen Ausbau der Institutsarbeit zu ermöglichen."


 
 

Vortrag über die Ferring-Stiftung
Jahresversammlung des Vereins Nordfriesisches Institut in Husum

 


Einladung Jahresversammlung des Vereins Nordfriesisches Institut in HusumAm Sonnabend, 24. April, ab 14.00 Uhr hält der Verein Nordfriesisches Institut e.V. im "Osterkrug" in Husum, Osterende 56 seine Jahresversammlung ab. Prof. Dr. Volkert F. Faltings wird über die vielfältigen Aufgaben und die Arbeitsweise der Ferring-Stiftung in Alkersum auf Föhr berichten. Auf der Tagesordnung stehen außerdem Berichte des Vorstands, Vorstandswahlen und ein Überblick über die Arbeit des Nordfriisk Instituut. Alle Interessierten sind herzlich willkommen. Es wird um Anmeldung im Institut gebeten: Telefon 04671/60120, E-Mail: info@nordfriiskinstituut.de.


 
 

Friesisch weltweit -
Russisches Buch über die Nordfriesen und die friesische Sprache

 

Umschlag des jüngst in Moskau erschienenen Buches über die nordfriesische Sprache
Nicht nur zwischen Eider und Wiedau, auch an der Moskva besteht Interesse an den Nordfriesen und ihrer Sprache. Der Linguist Professor Dr. Mark Diachkov veröffentlichte in der russischen Hauptstadt soeben ein Buch über das Nordfriesische. "A fresken an a fresk spriaken uun Tjiisklun" lautet die Fering-Übersetzung des russischen Originaltitels. Der Einband zeigt das Grütztopf-Wappen und den friesischen Spruch "Leewer duad üs slaaw". Mark Diachkov war mehrfach in Nordfriesland zu Gast, so bei der Ferring-Stiftung auf Föhr und beim Nordfriisk Instituut in Bredstedt. In seinem Buch stellt er die unterschiedlichen Sprachgebiete mit ihren Institutionen, Organisationen und Persönlichkeiten in Wort und Bild vor. Zu friesischen Sprachproben bringt er die russische Übersetzung. So wird man auch in Russland spätestens mit diesem Buch ein wenig mehr über die Nordfriesen und ihre Sprache erfahren können.


 
 

Sprachenfest Nordfriesland am 12.09.2010 in Bredstedt

 


In diesem Jahr wird am 12. September in Bredstedt das "Sprachenfest Nordfriesland" gefeiert. Der Aktionsausschuss "Sprachenland Nordfriesland" nimmt das 40-jährige Bestehen des Kreises Nordfriesland zum Anlass, ein Fest zu initiieren, auf dem sich die sprachliche Vielfalt der Region auf vielfältige Weise präsentiert. Bei einem ersten Vorbereitungstreffen im Nordfriisk Instituuts haben zahlreiche Vereine und Institutionen schon ihre Beteiligung zugesichert. Auf dem Programm stehen jetzt schon ein mehrsprachiger Gottesdienst, Theateraufführungen und reichlich Musik. Neben den Präsentationen der teilnehmenden Organisationen kann auch ein mittelalterliches Lager besucht werden. Den ganzen Tag über wird in Bredstedt einiges für die Gäste des Festes geboten.


 
 

Geringe Mittel, imposante Ergebnisse
Kuratorium beriet Arbeitsbericht und Arbeitsplanung des Nordfriisk Instituut

 

Das Kuratorium des Nordfriisk Instituut tagte in Bredstedt
"Erneut hat uns die kleine Mitarbeiterschar des Nordfriisk Instituut ein erstaunliches Arbeitsergebnis vorgelegt." Mit diesen Worten eröffnete Professor Dr. Dieter Lohmeier, seit 20 Jahren Sprecher des Kuratoriums, die Sitzung des im zweijährigen Rhythmus tagenden Gremiums. Auch die fast vollzählig anwesenden Kuratoriumsmitglieder, namhafte Persönlichkeiten aus Wissenschaft und öffentlichem Leben, zeigten sich vor dem Hintergrund, dass das Institut nur noch zweieinhalb feste Wissenschaftlerstellen zu bieten hat, von der Leistung beeindruckt.
Als "Leuchtturmprojekte" hob Institutsdirektor Professor Dr. Thomas Steensen die Erarbeitung moderner friesischer Sprachkurse, die "Neuentdeckung" des friesischen Wissenschaftlers Friedrich Paulsen sowie die Vollendung der sechsbändigen Geschichte Nordfrieslands hervor. In die europaweit verbreitete Beschäftigung mit "Erinnerungsorten" reihe sich nun auch ein Buch über Nordfriesland ein. Die in viele Sprachen der Welt übersetzte Erzählung "Der kleine Prinz" von Antoine de Saint-Exupéry gebe es jetzt auch in zwei friesischen Dialekten. Viele weitere Resultate werden aufgezeigt in dem 32 Seiten umfassenden Arbeitsbericht des Instituts.
Nächstes Ziel im sprachlichen Bereich sei ein Online-Sprachkurs für Frasch, Fering und Sölring im Internet, demonstrierten die Sprachlektorinnen Antje Arfsten und Wendy Vanselow. Aufgebaut werde auf einem Vorbild aus Westfriesland. Fiete Pingel erläuterte den für 2010 geplanten zwölfteiligen "Kanon der nordfriesischen Kultur". 2011 werde man der Frage nachgehen, wie einst die Selbstverwaltung in den friesischen Landschaften und Harden funktionierte. Harry Kunz regte an, einen umfassenden "Kultur-Kanon Nordfriesland" unter Beteiligung von Experten zu erarbeiten.
In eindrucksvollen Gastvorträgen stellte der Freiburger Musikwissenschaftler Professor Dr. Konrad Küster das Projekt "Musik - Kultur der Marschen" vor, und Professor Dr. Dietrich Scholze, Direktor des Sorbischen Instituts in Bautzen und langjähriges Kuratoriumsmitglied, berichtete über Sinn und Unsinn einer Evaluierung seiner Einrichtung.
Sparen ist auch in Schleswig-Holstein sinnvoll, aber nur sinnvolles Sparen schafft und erhält Werte! Mit diesen Gedanken ging das Kuratorium am Ende seiner vierstündigen Tagung auseinander.
Der Arbeitsbericht des Nordfriisk Instituut ist kostenlos erhältlich: Tel. 04671-60120, info@nordfriiskinstituut.de. Er ist auch im Internet einzusehen: www.nordfriiskinstituut.de


 
 

Von Kirchenarchivalien und wie man sie nutzt
Historische Arbeitsgruppen des Nordfriisk Instituut tagten in Bredstedt

 

Pastor Schuchardt (links vorne in geistlicher Kleidung) führte die AG Geschichte durch und um die Bredstedter Nikolai-KircheIn der Kirche von Humptrup sind zwei Holzteile mit wikingerzeitlichen Schnitzereien verbaut. Das brachte dem Ort unter Bauforschern die ein, dass hier vermutlich eine für jene Epoche in Skandinavien typische hölzerne Stabkirche gestanden habe. Diese Angabe unterzog der Niebüller Geschichtsforscher Albert Panten einer kritischen Prüfung, deren Ergebnisse er in einem Vortrag im Bredstedter Nordfriisk Instituut erläuterte. Das Referat stand im Rahmen einer Tagung der Instituts-AG für Geschichte, zu der AG-Vorsitzender Dr. Christian M. Sörensen ein interessiertes Publikum begrüßen konnte. In den Humptruper Kirchenrechnungen des 18. Jahrhunderts, so Panten, sind unter anderem Lieferungen der damaligen Flensburger Firma Angel verzeichnet, die Holz für den Ausbau des Gotteshauses beschafft hatte, und zwar aus Norwegen. Unter diesem Holz dürften sich entsprechend verzierte Teile einer älteren dortigen Stabkirche befunden haben, die sodann im Humptrup "recycelt" wurden.
Mit mehreren eindrucksvollen Beispielen erläuterte Albert Panten, dass anhand des Kirchenbaus die Bevölkerungsentwicklung in Nordfriesland nachvollziehbar ist. Im Mittelalter wanderten Kirchenstandorte im Zuge der Urbarmachung etwa von Moorgebieten und dem damit einhergehenden Bevölkerungswachstum, so zum Beispiel im Westen Eiderstedts und in Oldenswort. Im 17. Jahrhundert wurden in bestehende Kirchen Emporen eingebaut, um der steigenden Zahl der Gläubigen gerecht zu werden. Im 18. Jahrhundert kam es sodann zu umfangreichen Erweiterungsbauten. Die oft sehr detaillierten Angaben in den Kirchenrechungen bieten dabei in vielen Fällen bessere Anhaltspunkte als die reine Betrachtung der Gebäude durch Architektur-Experten. Manche Jahreszahl könne so korrigiert werden. So sei die Bredstedter St. Nikolai-Kirche, die allgemein auf das Jahr 1510 zurückgeführt werde, anhand der Akten - wahrscheinlich bereits in voller Größe - auf das Jahr 1462 zu datieren.
Durch diese Kirche hatte Pastor Peter Schuchardt die Gruppe zum Auftakt der Tagung geführt und die verschiedenen Phasen von Ausbau und Renovierung erläutert. Die prächtige Kanzel stammt aus dem 16., der Altar aus dem 19., die aktuelle Orgel aus dem 21. Jahrhundert. Über die Zusammenlegung der kirchlichen Archive in Nordfriesland berichtete Jens Uwe Nissen, Vorsitzender der Instituts-AG für Genealogie, die in Verbindung mit den Geschichtlern tagte. In den Räumen des früheren Kirchenkreises Südtondern in Leck, so Nissen, sind nun auch die Kirchenbücher der ehemaligen Kirchenkreise Husum-Bredstedt und Eiderstedt untergebracht. Die drei Gebiete sind seit 2009 zusammengeschlossen im Kichenkreis Nordfriesland.
Die AG Geschichte besuchte zusätzlich zu ihrem kirchengeschichtlichen Programm das Bredstedter Archiv im Bürgerhaus in der Theodor-Storm-Straße. Heinz Martin Magnussen vom Verein für Bredstedter Geschichte und Stadtbildpflege erläuterte die eindrucksvolle Sammlung, die nicht nur die Stadt-Akten umfasst, sondern auch Unterlagen von zahlreichen Bredstedter Vereinen und Verbänden sowie mehr als 16 000 Fotos. Die Instituts-AG hat sich auf Anregung ihres Vorsitzenden Christian M. Sörensen vorgenommen, den Kontakt zur Vereinen und Arbeitsgemeinschaften zu knüpfen und zu stärken, die sich in Nordfriesland mit der lokalen und regionalen Geschichte befassen.


 
 

Zur Baugeschichte alter Kirchen in Nordfriesland
Arbeitsgruppen-Tagung im Nordfriisk Institut in Bredstedt

 


Kirchen sind die wohl wichtigsten baulichen Zeugnisse dem Mittelalter und der frühen Neuzeit Nordfrieslands. Mit Gründung und Errichtung historischer Gotteshäuser befasst sich eine Tagung der Arbeitsgruppe Geschichte des Nordfriisk Instituut am Sonnabend, 27. März, in Bredstedt. Die Zusammenkunft beginnt um 14.00 Uhr in der St. Nikolai-Kirche in der Bredstedter Süderstraße mit einer Führung von Pastor Peter Schuchardt. Der Niebüller Geschichtsforscher Albert Panten wird in einem Vortrag im Nordfriisk Instituut an verschiedenen Beispielen erläutern, was die urkundlichen Quellen zum Kirchenbau verraten.

Auf dem Programm steht zudem ein Besuch im Bredstedter Bürgerhaus, wo Heinz Martin Magnussen vom Verein für Bredstedter Geschichte und Stadtbildpflege das Bredstedter Archiv vorstellen wird. Bereits am Vormittag, ab 9.30 Uhr kommt die Arbeitsgruppe Genealogie im Nordfriisk Instituut zu ihrer Genealogischen Tauschbörse zusammen. AG-Vorsitzender Jens Uwe Nissen berichtet über die Zusammenlegung der Propstei-Archive in Nordfriesland. Alle Interessierten sind herzlich willkommen. Anstelle eines Eintrittsgeldes wird um eine Spende gebeten.


 
 

Die nordfriesische Heimat in der Literatur
Angeregte Diskussion beim Treffen der "Arbeitsgemeinschaft Sprache und Literatur" des Nordfriisk Instituut

 


Zeitschrift NordfrieslandNordfriesische Heimat wird in der Literatur auf unterschiedlichste Weise konstruiert. Aber typische Nordfriesen-Klischees halten sich über Epochen hinweg. Das sind zwei der Thesen, die Institutslektorin Wendy Vanselow in ihrem Vortrag über "Die nordfriesische Heimat in der deutschsprachigen Literatur" beim Treffen der "Arbeitsgemeinschaft Sprache und Literatur" des Nordfriisk Instituut aufstellte. Die rund 20 Teilnehmer in Niebüll beteiligten sich rege an der anschließenden Diskussion, die vom stellvertretenden Vorsitzenden des Vereins Nordfriesisches Institut, Peter Nissen, moderiert wurde. Offensichtlich stieß dieses Thema bei vielen auf Interesse.
Auch der friesische Dokumentarfilm "Nis Albrecht, di üülje" über das Leben und Wirken des Dichters Nis Albrecht Johannsen wurde interessiert aufgenommen und zumeist positiv kommentiert. Der Film ist unter Mithilfe einiger nordfriesischer Darsteller vom Medienbüro Riecken produziert und gedreht worden.
Anschließend wies Institutslektorin Antje Arfsten auf die Schreibwerkstatt hin, die für das nächste Treffen geplant ist. Hier sollen die Teilnehmer die Möglichkeit bekommen, mit fachkundiger Hilfestellung eigene friesische Texte zu schreiben. Besonders interessant ist dies in Hinblick auf den anstehenden "Ferteel-iinjsen!" - Wettbewerb. Zu guter Letzt konnten sich die Teilnehmer ein Bild der vom Nordfriisk Instituut neu herausgegebenen Bücher machen.


 
 

Auswanderer, Museen, Nordfriesen in der Fremde
Nummer 169 der Zeitschrift Nordfriesland soeben erschienen

 


Zeitschrift Nordfriesland
Tausende von Menschen aus Nordfriesland suchten insbesondere seit dem 19. Jahrhundert ihr Glück in Übersee. Dr. Paul-Heinz Pauseback, Leiter des Auswandererarchivs Nordfriesland im Nordfriisk Instituut, präsentiert in einem Aufsatz das Deutsche Auswandererhaus in Bremerhaven und die BallinStadt/Auswandererwelt in Hamburg. Von beiden Städten aus verließen viele Nordfriesen ihre Heimat. Der Beitrag erschien in der 169. Ausgabe der Zeitschrift "Nordfriesland", die soeben vom Bredstedter Nordfriisk Instituut vorgelegt wurde.
Von einem erfolgreichen nordfriesischen Auswanderer, Heinrich Lütjens aus Leck, der seit mehr als 20 Jahren einen Universitäts-Club in Boston managt, berichtet sein Lecker "Landsmann" Bahne Bahnsen. Ebenfalls in der Fremde, nämlich im damaligen Deutsch-Südwest-Afrika, dem heutigen Namibia, machte Sönke Nissen aus Klockries sein Vermögen; Armin Püttger-Conradt beschreibt die Spuren, die Nissen in seiner Wahlheimat Glinde bei Hamburg hinterlassen hat.
Die Sylterin Silke v. Bremen widmet sich der von tiefem Leiden geprägten Persönlichkeit des Sylter Friesen und liberalen Vordenkers Uwe Jens Lornsen, der - letztlich vergeblich - im brasilianischen Exil Linderung suchte. Aktuelle Berichte, zum Beispiel über die Neugestaltung des Museums der Landschaft Eiderstedt, und Buchhinweise runden "Nordfriesland" 169 ab. Das Heft umfasst 32 Seiten, beigeheftet ist der nochmals 32 Seiten umfassende Arbeitsbericht des Nordfriisk Instituut für die Jahre 2008 und 2009. Es kostet 3,00 Euro und ist erhältlich über den Buchhandel oder direkt beim Nordfriisk Instituut.


 
 

Inbegriffe des Nordfriesischen
Kanon der nordfriesischen Kultur: Schwerpunkt-Projekt des Nordfriisk Instituut

 


Das Nordfriisk Instituut in Bredstedt (Foto: Nordfriisk Instituut)Was ist friesische Kultur? Worin spiegelt sie sich? Was sind ihre unverzichtbaren Bestandteile? Mit diesen Fragen befasst sich das Bredstedter Nordfriisk Instituut im Rahmen des Projekts "Kanon der nordfriesischen Kultur", das im Arbeitsjahr 2010 einen Schwerpunkt bildet. Es wird gefördert vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien über den Friesenrat.

Um die Bestandteile eines "Kultur-Kanons" zu ermitteln, führte das Institut in früheren Jahren Umfragen durch, so unter den Lesern der Vierteljahresschrift "Nordfriesland", Schülern, Studierenden, Landfrauen und unter aktiven Mitgliedern der friesischen Vereine. Aus dem, was als Inbegriffe des Nordfriesischen genannt wurden, wurde dann ein aus zwölf Bereichen bestehender Kanon abgeleitet.

Ein Element bildet die friesische Besiedlung entlang der Nordseeküste und die darauf beruhenden aktuellen Beziehungen zwischen West-, Ost- und Nordfriesland. In einem weiteren Kapitel sind die friesische Sprache und die Vielfalt der in Nordfriesland alteingesessenen Sprachen zusammengefasst. Vielfältig wie kaum irgendwo sonst ist die Bauernhauslandschaft in der Region, auch sie ein Kapitel des Kanons. Das Thema Landgewinn und Landverlust wirkt wie ein roter Faden der friesischen Geschichte. Eng damit verknüpft sind die technische Entwicklung der Entwässerung, der Deichbau und die Organisation der Deichunterhaltung. Diese genossenschaftliche Organisation bildet eine wesentliche Basis für die politische Eigenverantwortung in den friesischen Marschen. Zusammen mit den Kapitänen bilden die Marschbauern eine Kanon-Einheit, in der es um die Tradition der "Friesischen Freiheit" und der Selbstverwaltung geht.

Seefahrer auf allen Meeren, Auswanderer, die auch in der Fremde die friesische Sprache beibehalten, Missionare, sie alle stellten eine Verbindung her zwischen dem kleinen Nordfriesland und der großen Welt. Zum Kernbestand des Kanons gehören Leben und Wirken in Nordfriesland verwurzelter Persönlichkeiten, die in die Welt hinauswirkten, wie der Wobbenbüller Revolutionsdichter Harro Harring, der Langenhorner Philosoph Friedrich Paulsen, der Oldensworter Soziologe Ferdinand Tönnies, sie bieten Gelegenheit, über friesisches Selbstbewusstsein nachzudenken. Die Halligen und das Wattenmeer sind ein weltweit einmaliger Natur- und Kulturraum. Bräuche wie vor allem das Biikebrennen sind Anlässe, bei denen sich die Friesen als Friesen wahrnehmen und als Friesen wahrgenommen werden,l und als solche ebenfalls wichtiger Bestandteil des Kanon. Das Bild Nordfrieslands in der Kunst ist ein weiteres Kapitel, ebenso die Spur der vielgestaltigen Region in der Literatur.

Der Kreis Nordfriesland, in dem 1970 erstmals alle nordfriesischen Siedlungsgebiete - mit Ausnahme der Insel Helgoland - in einer Gebietskörperschaft zusammengefasst wurden, begeht in diesem Jahr sein 40-jähriges Bestehen. Ein wichtiges Argument gegen das Aufgehen des Kreises in einer größeren Verwaltungseinheit in der Diskussion des Jahres 2007 war seine eigenständige kulturelle Ausprägung. Der Kanon soll übersichtlich und anschaulich gestaltete Materialien bieten, mit denen die Anknüpfungspunkte der "Kultur-Persönlichkeit" Nordfriesland konkret untermauert werden können, sei es zur allgemeinen Information, sei es im Unterricht, sei es im politischen Gespräch.

Anregungen und Ideen dazu, was außer den genannten Themen in einen "Kanon der nordfriesischen Kultur" hineingehören sollte, nimmt das Institut weiterhin entgegen. Ansprechpartner sind Prof. Dr. Thomas Steensen und Fiete Pingel. Nordfriisk Instituut, Süderstr. 30, 25821 Bräist/Bredstedt, NF; Tel.: (04671) 60120; Fax: (04671) 1333; E-Mail: pingel@nordfriiskinstituut.de.


 
 

IG Baupflege besteht seit dreißig Jahren
Mit Rückenstärkung zu neuen Aufgaben

 


Reetdächer dürfen nicht aus dem Landschaftsbild verschwinden. Zur Zeit gibt es so gut wie gar keine Reetdachförderung mehr: Die IG Baupflege hat sich für die Neuauflage einer Förderkulisse über die Aktivregionen eingesetzt.  Foto: IGBSeit genau dreißig Jahren setzt sich die 1980 gegründete Interessengemeinschaft Baupflege Nordfriesland und Dithmarschen e.V. für die Erhaltung und Pflege der regionalen Baukultur und der Kulturlandschaft ein. Die manchmal hart erkämpften Erfolge stärken der ehrenamtlich geführten IG Baupflege den Rücken für neue Herausforderungen an der Westküste.
Die IGB unterstützt Hausbesitzer und leistet praktische Arbeit vor Ort. Der Verein mischt sich aber auch in die Baupolitik ein. Das wurde in mehreren Fallberichten auf der Jahresversammlung in Husum deutlich. Aktuell wehrt sich die IG Baupflege nicht nur gegen einzelne Abrissprojekte, sondern besonders gegen Konzepte zur weitgehenden Abschaffung des Denkmalschutzes. Der Vereinsvorsitzende Hans-Georg Hostrup aus Tating äußerte in der Versammlung die Befürchtung, dass einflussreiche Landespolitiker den Erhalt historischer und unter Denkmalschutz stehender Gebäude nur noch als Investitionshindernis ansehen. Das solle nicht akzeptiert werden. "Die Erhaltung und Pflege der gewachsenen Baukultur an der Westküste hat höchste Priorität. Auch unsere Urlauber erwarten eine regionaltypische Hauslandschaft, und nicht zuletzt sind wir der nachwachsenden Generation verpflichtet", so Hostrup.
Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit der IG Baupflege ist das Anschieben neuer Förderprogramme zur Erhaltung und Erneuerung der Reetdächer sowie der historischen Außenhülle der Gebäude. Als sehr erfolgreich hob Hostrup die Mitarbeit in der landesweiten Projektgruppe "Reet" heraus. Diese hat kürzlich einen umfassenden Materialleitfaden zum Thema Reet herausgegeben, für jeden Reetdachbesitzer ein hilfreicher Ratgeber bei der Eindeckung oder Sanierung seines Reetdaches.
Sorgen bereitet der IGB auch die zunehmende Veränderung des ästhetischen Landschaftsbildes durch die Beeinträchtigungen der Anlagen zur Gewinnung erneuerbarer Energien. Die IGB hält die regenerative Energieerzeugung für sehr notwendig, setzt sich aber für klar definierte Regeln zum Schutz der Kulturlandschaft ein und wendet sich gegen eine flächendeckende Nutzung aller von Investoren gewünschten Flächen.
Die Interessengemeinschaft setzt zur Werbung für ihre Ziele verstärkt auf die neuen Medien. Vorstandsmitglied Kerstin Sprenger präsentierte den neu gestalteten Internetauftritt www.igbaupflege.de. Neben aktuellen Nachrichten und allgemeinen Informationen sind praktische Hinweise für Hausbesitzer zu finden. Zusätzlich zur renommierten Zeitschrift Der Maueranker gibt der Verein jetzt auch ein Nachrichtenblatt per E-Mail heraus, die "HausPost". Sie kann kostenlos abonniert werden.
Ein besonderer Höhepunkt der Jahresversammlung im Thomas-Hotel war der Vortrag des Dithmarscher Geschichtsforschers Dr. Volker Arnold über ur- und frühgeschichtlichen Hausbau in und um Schleswig-Holstein. Arnold schilderte die Schwierigkeit, bei der Ausgrabung von vorgeschichtlichen Hausgrundrissen Rückschlüsse auf die Pfosten- und Dachkonstruktion zu ziehen. Rekonstruktionen wie im AÖZ Albersdorf blieben daher immer in Teilen spekulativ.
Für sein Jubiläumsjahr 2010 plant der Verein ein stattliches Veranstaltungs- und Ausflugsprogramm. Das beginnt mit einer Festveranstaltung im Schloss vor Husum am 23. April, in der Landeskonservator Dr. Michael Paarmann einen Vortrag halten wird.
Weiter wird es über das Jahr verteilt eine Reihe vielfältiger Veranstaltungen geben. Das Programm ist in der Märzausgabe der Fachzeitschrift Der Maueranker und von Fall zu Fall in der Tagespresse nachzulesen.


 
 

Sorbische Solidarität für friesische Anliegen
Vortrag über Jan Skala, einen Kämpfer für Minderheitenrechte

 

Boysen (links) begrüßte Dr. Peter Kroh im Nordfriisk Instituut
Der Sorbe Jan Skala (1889-1945) und der Friese Johannes Oldsen (1894-1958) fochten in den 1920er Jahren Seite an Seite für die Rechte der Minderheiten in Deutschland. Skalas Enkel Dr. Peter Kroh referierte darüber im Nordfriisk Instituut in Bredstedt. Organisiert hatte die Veranstaltung, die getragen wurde von der Friisk Foriining, der Sydslesvigsk Forening, dem Sydslesvigsk Oplysningforbund und dem Nordfriisk Instituut, der Vorsitzende des Institutsvereins Thede Boysen, Großneffe von Johannes Oldsen.
Jan Skala war der Sohn eines Steinbrucharbeiters und einer sorbischen Trachtennäherin. Er wollte eigentlich Lehrer werden, musste sich aber mit einer Ausbildung zum Porzellanmaler begnügen, das berichtete Peter Kroh. Nach dem Ersten Weltkrieg arbeitete Skala dann allerdings als Zeitungsredakteur und engagierte sich in den Organisationen der sorbischen Minderheit, die sich einer restriktiven Politik der deutschen Obrigkeit gegenübersah. Im Jahre 1924 hatte Skala maßgeblichen Anteil an der Bildung des Verbandes der nationalen Minderheiten in Deutschland, an dem sich auch die Nationalen Friesen in dem von Oldsen gegründeten Friesisch-schleswigschen Verein beteiligten. Skala war Chefredakteur der Verbandszeitschrift "Kulturwehr", in der auch häufig das Anliegen der Friesen thematisiert wurde. So ging es zum Beispiel für die Minderheiten auch damals um eine angemessene Berücksichtigung ihrer Sprachen und ihrer Geschichte im Schulunterricht.
Gemeinsam bemühte man sich, so der Referent, die friesische Minderheit in den seinerzeit in Genf tagenden Europäischen Nationalitätenkongreß zu integrieren. Dagegen wandte sich - von Oldsen und auch von Skala scharf kritisiert - 1926 der Nordfriesische Verein mit den "Bohmstedter Richtlinien", in denen ein Minderheitenstatus für die Friesen strikt abgelehnt wurde. Als daraufhin eine Aufnahme der Nationalen Friesen scheiterte, zog sich auch der Verband der nationalen Minderheiten von dem Kongress zurück. Diesen Konflikt, der nur vor dem Hintergrund der Auseinandersetzung um die 1920 neu festgelegte deutsch-dänische Grenze zu verstehen ist, hat Prof. Dr. Thomas Steensen in seiner Dissertation über "Die friesische Bewegung in Nordfriesland im 19. und 20. Jahrhundert" bereits im Jahre 1986 aus friesischer Sicht eingehend dargestellt, darauf wurde in der Aussprache zu dem Vortrag hingewiesen. Die Friesen spielten 1926, so hieß es angesichts des Aufsehens in der damaligen politischen Öffentlichkeit, eine "kleine Weltrolle".
Peter Kroh berichtete vom tragischen Schicksal Jan Skalas, den die Nationalsozialisten als Sorben drangsalierten und mit Berufsverbot belegten. Er, der den Einmarsch der Roten Armee als Befreiung empfand, wurde von einem betrunkenen Sowjetsoldaten erschossen. Nachzulesen sind die Erkenntnisse in Krohs Buch "Nationalistische Macht und nationale Minderheit. Jan Skala. Ein Sorbe in Deutschland". Das Zusammenwirken von Sorben und Friesen in den kritischen 1920er Jahren, so Thede Boysen und Peter Kroh abschließend, bilde eine wichtige Inspiration für die heutige fruchtbare Kooperation.


 
 

Biikebrennen - alte und neue Traditionen
Mehr als 60 Biiken werden auf Inseln, Halligen und nordfriesischem Festland entzündet

 


Biike Zeichnung von Marie TångebergAm 21. Februar werden auch 2010 in Nordfriesland mehr als 60 Biiken brennen, an vielen Orten als reines kleines Dorffest, an anderen als touristisch vermarktetes Event, auf jeden Fall aber als Anlass zum Nachdenken über regionale Identität. In alter Zeit wanderte der Feuerbrauch mit dem Fastnachtsdatum durch den Winter. Im 19. Jahrhundert wurde das Biiken neu gestaltet. Es waren wahrscheinlich Sylter Friesen, unter ihnen der Inselchronist Christian Peter Hansen, die das Datum festlegten auf den Vorabend von "Petri Stuhlfeier", einen altüberkommenen Versammlungs- und Gerichtstag, und dem Fest seine heutige Gestalt gaben.
Auf dieser Grundlage breitete sich das Biikebrennen auf Inseln und Halligen aus und erreichte auch das Festland, wo insbesondere in den Marschen Feuer entzündet wurden. Besonders für Kinder und Jugendliche ist das Fest ein schöner Spaß. Mancherorts sind die Konfirmanden für das Sammeln des Brennmaterials zuständig und für die Bewachung der eigenen Biike, damit sie nicht von Bösewichten aus dem Nachbardorf vor der Zeit abgebrannt wird.
An das Biikebrennen knüpften sich aber inzwischen auch jüngere Traditionen. Auf dem Stollberg bei Bredstedt entfachten Anfang der 1970er Jahre engagierte junge Leute aus dem Umkreis des kurz zuvor gegründeten Bredstedter Nordfriisk Instituut ein Feuer, um die Zukunft der friesischen Sprache und Kultur ins öffentliche Bewusstsein zu heben und zu feiern. Die Biike dient auch als Forum. Führende Repräsentanten wie Landrat und Bürgermeister rechnen es sich zur Ehre an, am Feuer regionale Perspektiven zu beschreiben.
Sogar in Sankt Peter-Ording, auf der Halbinsel Eiderstedt, die keine eigene Biikentradition kannte, brennt seit 1989 in jedem Jahr das "Petersfeuer". Die AG Ortschronik war es, die damals die Tradition des Petritages mit dem Heiligen Petrus, dem Namensgeber der Gemeinde, verknüpfte und mit dem Feuer ein friesisches Element herausstellte.


 
 

Gegen die nationalistische Macht
Lesung: Der Sorbe Jan Skala und die Minderheiten in Deutschland

 


Jan Skala war deutscher Staatsbürger sorbischer Nationalität und ein führender Vorkämpfer für die Rechte der europäischen Minderheiten. An diesen streitbaren Europäer erinnert der Autor Dr. Peter Kroh in seinem Buch "Nationalistische Macht und nationale Minderheit. Jan Skala (1889-1945). Ein Sorbe in Deutschland". Er liest daraus am Mittwoch, 17. Februar, 19.30 Uhr im Nordfriisk Instituut in Bredstedt. Den Abend veranstalten die Friisk Foriining und die Sydslesvigsk Forening gemeinsam mit dem Nordfriisk Instituut. Moderator ist Thede Boysen, Vorsitzender des Institutsvereins.
Jan Skala (1889-1945) war von 1925 bis zum Berufsverbot durch die Nationalsozialisten 1933 Chefredakteur der "Kulturwehr". Die Zeitschrift des Verbandes der nationalen Minderheiten in Deutschland erörterte Probleme der Minoritäten, die nach dem Ende des Ersten Weltkrieges in sehr vielen europäischen Ländern lebten. Breit behandelt wurde der Alltag der in Deutschland lebenden Polen, Dänen, Friesen, Sorben, Litauer. Beharrlich forderte Skala verbriefte Rechte für die Minderheiten gemäß Artikel 113 der Weimarer Verfassung; kritisierte faktenreich eine die Minderheiten benachteiligende Schulpolitik und setzte sich mit chauvinistischen Auffassungen auseinander. In seiner Lesung geht Peter Kroh der Frage nach, ob aus dem Leben und Wirken Skalas Impulse bis in die Minderheitenpolitik der Gegenwart reichen. Alle Interessierten sind herzlich willkommen.


 
 

Friedrich Paulsen in Bronze
Nachkommen schenken dem Nordfriisk Instituut eine Büste des bedeutenden Gelehrten

 

Freuen sich über die Paulsen-Büste: Inge Fittschen und Prof.Dr. Thomas Steensen. Foto: Harry Kunz
Nachkommen des Philosophen und Pädagogen Friedrich Paulsen (1846-1908) schenkten dem Nordfriisk Instituut in Bredstedt eine Bronzebüste des aus Nordfriesland stammenden Gelehrten. Sie wollten damit die Bemühungen des Instituts um die Erforschung von Leben und Werk Paulsens würdigen, sagte Urenkelin Inge Fittschen aus Bremen bei der Übergabe. Prof. Dr. Thomas Steensen freut sich darüber, dass die Büste nun das Treppenhaus der friesischen wissenschaftlichen Einrichtung schmückt.

Nach den zahlreichen Veranstaltungen und Veröffentlichungen im "Friedrich-Paulsen-Jahr" 2008 setzt sich das Bredstedter Institut weiterhin mit dem Werk Paulsens auseinander, der wie wenige Gelehrte sonst durch seine regionale Herkunft geprägt wurde. Im Laufe dieses Jahres wird im Husum Verlag ein Sammelband erscheinen, in dem erstmals namhafte Wissenschaftler Paulsens Werk unter verschiedenen Gesichtspunkten betrachten. Thomas Steensen verfasste außerdem ein Porträt für das Buch "Geisteswissenschaftler in Berlin". Es wird zum 200-jährigen Jubiläum der Berliner Universität erscheinen, zu deren berühmtesten Professoren Paulsen um 1900 gehörte.


 
 

Der Maueranker Heft 4-2009 erschienen

 

Maueranker Nr. 4
Rechtzeitig zum Jahresschluss erschien Heft 4 der Baupflegezeitschrift ‚Der Maueranker' mit einem umfangreichen Inhalt. Besorgniserregend ist aus der Sicht der IG Baupflege Nordfriesland & Dithmarschen der Wandel der Kulturlandschaft von der Grundlage für die Ernährungswirtschaft zur industriemäßigen Erzeugung erneuerbarer Energie, die alles bisher Dagewesene übertrifft. "Mit offenen Augen durch Husum" hieß eine Serie in den ‚Husumer Nachrichten', in der zwischen 1971 und 1976 etwa 160 Folgen über alles was in dieser Stadt im wahrsten Sinne des Wortes bemerkenswert erschien. Ulf von Hielmcrone beschrieb als junger Journalist historische Gebäude und wies auf deren Besonderheiten hin und lieferte einen wichtigen Beitrag zum Verständnis und zur Notwendigkeit, mit dem überlieferten Stadtbild sorgsam umzugehen. Beispiele dieser Serie werden vorgestellt.
Die gemeinsame deutsch-dänische Geschichte soll am Danewerk einer Grenzbefestigung aus dem Mittelalter und an der Wikingersiedlung Haitabu als deutsch-dänisches Weltkulturerbe manifestiert werden, wird in einem Beitrag berichtet. Die Anmeldung wird grenzübergreifend vorbereitet.
Über die Entstehung und Eigenart der schleswig-holsteinischen Heimatschutzarchitektur, die in der Zeit von 1908 bis in die 1930er Jahre im Baugeschehen im Lande Maßstäbe setzte, wird der erste Teil einer umfangreichen Arbeit des Kieler Kunsthistorikers und besten Kenners der Materie, Hans-Günther Andresen, im Maueranker vorgestellt.
Die IG Baupflege blickt in diesem Jahr auf eine 30jährige Tätigkeit zurück und bereitet zu diesem Ereignis eine Reihe von Veranstaltungen vor.
Schließlich gibt es Hinweise auf "Neue Bücher" und auf die Möglichkeit aktuell durch die Internetseite www.igbaupflege.de unterrichtet zu werden. Das Heft ist im Nordfriisk Instituut Bredstedt und über den Buchhandel zu beziehen.


 
 

Buch über den erfolgreichsten Föhrer Walfänger in erweiterter Neuauflage erschienen
Matthias der Glückliche und seine Zeit

 

Der erfolgreichste Walfänger der Nordfriesen<br>Matthias der Glückliche und seine Zeit
"Der Schiffahrt nach Grönland höchst kundig, wo er mit unglaublichem Erfolg 373 Walfische gefangen hat, so dass er nach Aller Urteil den Beinamen des Glücklichen erhalten hat", so steht es auf dem Grabstein des Matthias Petersen (1632-1706) auf dem Kirchhof von St. Laurentii in Süderende. Er stammte aus Oldsum auf Föhr und war einer der wohl berühmtesten Söhne der Insel. Mehr als die hier genannten 373 Wale hat kein andere erlegen können. Einer der Nachkommen des "Glücklichen Matthias", Uwe Steffen, emeritierter Dompropst in Ratzeburg, hat das Leben des Walfangkommandeurs beschrieben und in den historischen Zusammenhang eingeordnet. Sein Buch "Der erfolgreichste Walfänger der Nordfriesen. Matthias der Glückliche und seine Zeit" erschien soeben in einer erweiterten Neuauflage als Band 8 in der vom Bredstedter Nordfriisk Instituut herausgegebenen Reihe "Nordfriesische Lebensläufe".
Der Autor schildert die Insel Föhr in der Zeit des Matthias Petersen und seine Erziehung. Seine seemännische Ausbildung wurde gefördert von einer anderen bekannten Föhrer Persönlichkeit, nämlich Richardus Petri, Pastor an St. Laurentii in Süderende, der eine Navigationsschule einrichtete.
Uwe Steffen beschreibt zudem die Entwicklung der europäischen Waljagd, die Walfangschiffe und ihre Ausrüstung, die Fahrt zu den Fanggründen und zurück. Anschaulich schildert Steffen das Leben an Bord, das offenbar weniger von den Gewohnheiten wilder Seefahrer geprägt war, als von christlichen Liedern. Gleichwohl wurde um die Walfanggründe Krieg geführt und Piraten kaperten die Walfangschiffe. Uwe Steffen schildert auch das Unglück, das der Familie des "Glücklichen Matthias" durch Kaperer widerfuhr.
Matthias Petersen war ein streitbarer Bürger. Auf seine Eingaben an die Obrigkeit ist es zum guten Teil zurückzuführen, dass althergebrachte Rechtsformen auf Föhr grundlegend verändert wurden. Das brachte ihm nicht nur Freunde ein. Sein Biograf Uwe Steffen schildert auch die durchaus vorhandenen Schattenseiten des Kommandeurs, der in der Verfolgung eigener Anliegen wohl auch rücksichtslos sein konnte.
Der Autor stellt sich schließlich die Aufgabe, die Wale, die für den Glücklichen Matthias und seine Zeitgenossen nicht anderes waren als lebensnotwendige Jagdbeute, aus heutiger Sicht zu würdigen. In einem Anhang schildert er nicht nur die unterschiedlichen Walarten, sondern berichtet auch von eindrucksvollen Begegnungen zwischen Menschen und diesen größten Lebewesen unseres Planeten sowie von der Geschichte des Propheten Jona, die für den Geistlichen Uwe Steffen zu einem Leitmotiv wurde.
Das Buch umfasst 128 Seiten, kostet 12,80 Euro und ist erhältlich über den Buchhandel oder direkt beim Nordfriisk Instituut in Bredstedt.


 
 

Ein Dorf in Kriegsnöten, ein Nobelpreisträger, ein friesischer Gasthof, Halligen in der Literatur
Nordfriesisches Jahrbuch 2010 erschienen

 

Titelbild: Kirchwarft auf Hallig Hooge. Foto: Ernst C. Payns, Sammlung Nordfriisk Instituut
Koldenbüttel hat ein erhebliches Maß an Lasten und Not zu tragen gehabt, wenn immer in und um Eiderstedt Krieg geführt wurde. In seinem Beitrag im soeben vom Bredstedter Nordfriisk Instituut vorgelegten Nordfriesischen Jahrbuch 45 (2010) arbeitet der frühere Koldenbütteler Pastor Johann-Albrecht Janzen insbesondere aufgrund der Auswertung der örtlichen kirchlichen Quellen detailliert heraus, was schwedische, dänische, russische und andere Truppen in dem Kirchspiel zwischen 1627 und 1850 an Unheil anrichteten und welche Folgen die Kriegszeiten für die Bewohnerschaft hatten.
Der Kieler Theologe Dr. Philipp David beschreibt Leben und Wirkung des aus dem ostfriesischen Aurich stammenden Philosophen Rudolf Eucken. Dieser war ab 1867 für kurze Zeit auch Lehrer an der Husumer Gelehrtenschule. Mit seiner Lehre erreichte er zeitweise einen großen Kreis von Menschen. 1908 erhielt er den Literaturnobelpreis. Der engagierte Nordfriese Dr. Heinrich Erdmann schildert in einem weiteren Beitrag die Entstehung von "Fraschlönj", dem Risumer "Gasthof mit Saal". Mit dessen Errichtung, die von führenden Vertretern der friesischen Vereine sowie von Politikern aus Nordfriesland intensiv begleitet wurde, sollte gezielt ein nordfriesisches Kulturzentrum geschaffen werden. Inseln bilden in sich abgeschlossene Welten. Dieses Grundmotiv ist ein wichtiger Teil zahlreicher Erzählungen und Romane. Mit dem besonderen Inselcharakter der Halligen in diesem Sinne befasst sich die Literaturwissenschaftlerin Reja Bedürftig in ihrem Aufsatz im Nordfriesischen Jahrbuch. Rezensionen und eine Bibliografie friesischer Texte in Zeitschriften und Zeitungen für das Jahr 2008 runden das Jahrbuch ab. Es handelt sich um die 45. Ausgabe des wissenschaftlichen Periodikums. Das Jahrbuch umfasst 160 Seiten, kostet 9,80 Euro und ist erhältlich über den Buchhandel oder direkt beim Nordfriisk Instituut in Bredstedt.


 
 

Stille Nacht auf Friesisch. Eiderstedter Perspektiven. Küstenschutz gegen Naturschutz?
Nordfriisk Instituut legt Nordfriesland 168 vor

 

Titelbild: Eiderstedter Vogelschwarm. Foto: Peter Haefcke
"Stille Nacht, heilige Nacht", das weltweit wohl bekanntesten Weihnachtslied, steht viermal auf Friesisch in der soeben vom Bredstedter Nordfriisk Instituut vorgelegten 168. Ausgabe der Zeitschrift "Nordfriesland". Nachgedichtet wurde es in den friesischen Mundarten der Bökingharde, der Insel Föhr und der Insel Sylt sowie auf Westerlauwersk Frysk, dem in den Niederlanden gesprochenen Friesisch.
Mit der möglichen Perspektiven der Entwicklung von Eiderstedt befasst sich der Husumer Kulturpolitiker Dr. Ulf von Hielmcrone in seinem Beitrag. Er würdigt die traditionsreiche Landschaft als europäische Region von exemplarischer Bedeutung. Wichtig sei vor allem, die Meinungsbildung über kulturelle, gesellschaftliche und politische Ziele auf eine möglichst breite Basis zu stellen.
In einem weiteren Aufsatz zieht Oberbaurat a. D. Karl Petersen, ehemaliger Dezernent für Küstenschutz im Husumer Amt für ländliche Räume, eine kritische Bilanz der Beziehung zwischen Naturschutz und Küstenschutz in den nordfriesischen Utlanden seit den 1980er Jahren. Radikales Nicht-Eingreifen in die natürlichen Abläufe führe zur Vernichtung weiter Teile der eigentlich zu schützenden Flächen, so sein Ergebnis. Hilfe bringen könne nur ein vernünftiges Miteinander.
Nordfriesland 168 bietet weitere aktuelle Berichte, es umfasst 32 Seiten, kostet drei Euro und ist zu beziehen über den Buchhandel oder direkt beim Nordfriisk Instituut.


 
 

Nach Jahrhunderten zurück in der Heimat
Günther Fielmann erwarb wertvolle Hallig-Dokumente aus dem Nachlass Friedrich Paulsens für das Nordfriisk Instituut

 


Fielmann-Niederlassungsleiter Helge Schlemeier (links) ließ sich von Instituts-Geschäftsführerin Marlene Kunz und Prof. Dr. Thomas Steensen die wertvollen Erwerbungen erläutern. Jahrhundertealte Dokumente von den nordfriesischen Halligen Oland und Langeneß sind in die Heimat zurückgekehrt. Die Schriftstücke stammen aus dem Nachlass des bedeutenden friesischen Philosophen Friedrich Paulsen (1846-1908), der sie als Professor in Berlin wie seinen Augapfel hütete. Seine Nachkommen übergaben die Aufzeichnungen dem Direktor des Nordfriisk Instituut, Professor Dr. Thomas Steensen. Optikunternehmer Günther Fielmann erwarb die wertvollen Dokumente für die wissenschaftliche Einrichtung in Bredstedt. Erstmals gezeigt werden sie in einer Ausstellung über Friedrich Paulsen im Landesarchiv in Schleswig.
Der Husumer Fielmann-Niederlassungsleiter Helge Schlemeier nahm die alten Schriftstücke jetzt im Nordfriisk Instituut in Augenschein. Es handelt sich unter anderem um Schiffstagebücher, die Vorfahren Friedrich Paulsens führten und die von der Seefahrtsepoche der nordfriesischen Halligen beredtes Zeugnis ablegen, ebenso Briefe, die mit Reedern in den Niederlanden gewechselt wurden. Über die einstige Landnutzung auf den von der Nordsee bedrohten Eilanden geben "Dematregister" aus dem 18. Jahrhundert Auskunft. Aber auch Hefte aus Friedrich Paulsens Schulzeit in Langenhorn erwarb Günther Fielmann für das Nordfriisk Instituut, außerdem Erstausgaben seiner wissenschaftlichen Werke sowie Veröffentlichungen seines Freundes Ferdinand Tönnies, des Begründers der Soziologie in Deutschland.
Die Ausstellung im Landesarchiv besteht außerdem aus großen Plakaten, die Studierende der Universität Flensburg in Zusammenarbeit mit dem Nordfriisk Instituut über Leben und Werk Friedrich Paulsens anfertigten. Das NordseeMuseum in Husum leiht für die Ausstellung das Gemälde "Beichte auf Hallig Oland" von Jacob Alberts aus. Die Landesbibliothek in Kiel steuert Briefe bei, die Theodor Fontane, Theodor Mommsen und Tönnies an Paulsen richteten. Zu sehen sein wird auch die Paulsen-Büste aus der Niebüller Friedrich-Paulsen-Schule.
Eröffnet wird die Ausstellung am Donnerstag, 10. Dezember, um 19.30 Uhr im Landesarchiv in Schleswig. Nach der Begrüßung durch Archivdirektor Professor Dr. Rainer Hering und einem Grußwort von Nordfrieslands Landrat Dieter Harrsen hält Thomas Steensen den Vortrag "Friedrich Paulsen - ein friesischer Philosoph mit weltweiter Wirkung". Die Ausstellung ist bis zum 5. Februar 2010 im Landesarchiv zu den üblichen Öffnungszeiten zu sehen.


 
 

Shakespeare's Sonnets Global - Shakespeare-Sonette auf Friesisch

 


400 Jahre nach ihrer Entstehung wurden Sonette William Shakespeares nun auch ins Friesische übersetzt. Das Ergebnis eines ehrgeizigen Projekts stellt das Buch William Shakespeare's Sonnets - For the First Time Globally Reprinted dar. Die Herausgeber Manfred Pfister und Jürgen Gutsch haben das Jubiläum der Erstausgabe zum Anlass genommen, die Sonette Shakespeares in möglichst viele Sprachen übersetzen zu lassen. Jede Sprachgemeinschaft, die bereitwillige Mitarbeiter finden konnte, sollte ihren Beitrag leisten. So gehören neben westfriesischen Versionen auch vier nordfriesische Sonette zum Bestand des Buches. Verantwortlich für die nordfriesischen Übersetzungen sind Ingo Laabs und Antje Arfsten vom Nordfriisk Instituut, die je zwei Gedichte ins Mooring und Fering übertrugen. Ergänzt wird das Buch durch eine CD mit Texten und Bildern, Video- und Audiobeiträgen.
Ein Beispiel aus dem Mooringer Friesischen:
"Duch, lök, dan eewie samer schal ai swine,
schal ai ferlätje de, din bloosmen krül,
e düüs schal puche ai, hi köö de wine,
dan dåtheer dacht wåårt ap din liiflik bil."

("Dein ew'ger Sommer doch soll nie verrinnen,
Nie fliehn die Schönheit, die dir eigen ist,
Nie kann der Tod Macht über dich gewinnen,
Wenn du in meinem Lied unsterblich bist!")

Pfister, Manfred & Jürgen Gutsch (Hrsg.): William Shakespeare's Sonnets - For the First Time Globally Reprinted - A Quatercentenary Anthology (with a DVD). Dozwil 2009. Mit englischem Vorwort und englischen Beiträgen und Kommentaren.


 
 

Von der Steinzeit bis 2009: Geschichte Nordfrieslands komplett
Sechsteiliges Standardwerk zur Regionalgeschichte in einem Schuber

 


Geschichte Nordfrieslands Band 1 - 6Von der Altsteinzeit bis zur Landtagswahl am 27. September 2009 reichen die Daten in der "Geschichte Nordfrieslands", die in sechs Teilen nun komplett vorliegt. 896 Seiten umfasst nunmehr die "Geschichte Nordfrieslands", mehr als 1200 Abbildungen veranschaulichen die dargestellten Zusammenhänge. Zu einem echten Gesamtwerk wird die neue "Geschichte Nordfrieslands" durch einen stabilen, vom dem Husumer Grafiker Rainer Kühnast gestalteten Schuber, in dem alle sechs Teile versammelt werden können.

Bereits 1818 plante der Kieler Gelehrte Nikolaus Falck die "Bearbeitung einer friesischen Geschichte zur Volkslektüre". 1995 verwirklichte das Bredstedter Nordfriisk Instituut in Zusammenarbeit mit der Stiftung Nordfriesland das historische Ziel mit der Herausgabe der "Geschichte Nordfrieslands" als stattliches Buch mit 472 Seiten, das wenig später vergriffen war.

Am 26. November, 12.00 Uhr, präsentieren im Kreishaus in Husum Nordfrieslands Landrat Dieter Harrsen und Prof. Dr. Thomas Steensen, Direktor des Nordfriisk Instituut, gemeinsam mit den Mitautoren Albert Panten und Fiete Pingel die nunmehr komplettierte Neuauflage dieses viel beachteten Standardwerkes. Abgeschlossen wurde die Ausgabe mit dem soeben erschienenen Teil 6. Der Band bietet neben den Registern zu den ersten fünf Teilen und einem Literaturverzeichnis vor allem die erste umfassende, reich bebilderte Zeittafel zur Geschichte der Region.
Die einzelnen Teile der Geschichte Nordfrieslands:
Albert Bantelmann: Nordfriesland in vorgeschichtlicher Zeit. Durchgesehen und ergänzt von Martin Segschneider. 80 Seiten
Albert Panten: Die Nordfriesen im Mittelalter. 80 Seiten
Rolf Kuschert: Nordfriesland in der frühen Neuzeit. Neu bearbeitet von Martin Rheinheimer, Fiete Pingel und Thomas Steensen. 176 Seiten
Thomas Steensen: Im Zeichen einer neuen Zeit. Nordfriesland von 1800 bis 1918. 224 Seiten
Thomas Steensen: Geschichte Nordfrieslands von 1918 bis in die Gegenwart. 224 Seiten
Fiete Pingel und Thomas Steensen: Geschichte Nordfrieslands. Zeittafel - Literaturverzeichnis - Register. 112 Seiten.
Sechs Bände im Schuber komplett ist im Buchhandel oder beim Nordfriisk Instituut erhältlich und kosten zusammen 75,00 Euro


 
 

„Friesisch lernen – leicht gemacht“
Verlag Nordfriisk Instituut veröffentlicht Band II des Sprachkurses „Fering“

 


Friesischer Sprachkurs Fering IINun hat für die Friesisch-Begeisterten das Warten ein Ende: Rechtzeitig zum Weihnachtsfest veröffentlichte der Verlag Nordfriisk Instituut neuen Lernstoff. Nach dem bewährten Rezept der beiden Sprachkurse „Mooringer Frasch“ und „Fering“ erschien jetzt ein Fortsetzungskurs für Fering. Er bringt einprägsame, reich bebilderte Texte und Übungen – als Buch und zum Anhören auf CD. Die Grammatik wird auf das unbedingt notwendige Maß beschränkt. Erarbeitet wurde der Fortgeschrittenen-Kurs von den Sprachlektoren Antje Arfsten und Ingo Laabs.
Als roter Faden ziehen sich diesmal durch die zehn Lektionen drei Liebesgeschichten, über die der fiktive nordfriesische Erfolgsregisseur Ketel Ketelsen Filme dreht. In anderen Lektionen treffen Badegäste aus München auf einen etwas überforderten friesischen Hauswirt, lernt Kirsten in London ihren Traummann kennen, gibt es im Wartezimmer des Doktors allerhand interessante Geschichten zu hören, taucht der Meermann Ekke Nekkepenn vor Sylt auf u.a.m. Nis und Frauke, die tratschenden Nachbarn, sind auch wieder mit von der Partie. Mit einem Wiederholungsspiel kann am Ende des Kurses das Gelernte noch einmal überprüft werden. Der Sprachkurs kostet 24,80 Euro inkl. CD und ist im Buchhandel oder beim Nordfriisk Instituut erhältlich (ISBN 978-3-88007-356-2).


 
 

Erinnerung - Wiedererleben vergangener Ereignisse, Erlebnisse und Erfahrungen
Denkmäler, Gedenksteine, Gebäude, Parks speichern die regionale Geschichte

 


Erinnerungsorte in NordfrieslandWas haben der Denghoog in Wenningstedt auf Sylt, das Turmhaus in Niebüll, der Ochsenweg bei Leck, der Fething auf Hallig Gröde, der Tinebrunnen in Husum, die Bauernglocke in Drage oder der Hochdorfer Garten in Tating gemeinsam? Sie bilden Speichermedien für das kollektive Gedächtnis der Menschen in Nordfriesland. Mit dieser Feststellung bewegt sich der Soziologe und Landeskundler Harry Kunz in seinem soeben im Verlag Nordfriisk Instituut erschienenen Buch "Erinnerungsorte in Nordfriesland" auf einem Themengebiet, das seit den 1980er Jahren in Europa viel Beachtung findet. Auch zu Schleswig-Holstein und speziell zum deutsch-dänischen Grenzbereich sind in der Vergangenheit einschlägige Werke erschienen, doch spielte Nordfriesland darin eine äußerst bescheidene Rolle. Mit 90 ausgewählten Beispielen zwischen List auf Sylt und Tönning an der Eider zeigt der Autor auf, welche sichtbaren "Kristallisationspunkte" in Nordfriesland die Erinnerung an historische Ereignisse, an Personen oder an wirtschaftliche und kulturelle Wendemarken wachhalten. Über 150 farbige Abbildungen belegen dies eindrucksvoll. Das Buch im handlichen DIN-A-5-Format umfasst 200 Seiten, kostet 16,80 Euro und ist im Buchhandel oder beim Nordfriisk Instituut erhältlich (ISBN 978-3-88007-355-5).


 
 

"Sturmflut-Tage" mit überwältigender Resonanz

   





Wat jeeft et nais önj än am Fraschlönj...