Tams-Jörgensen-Fonds
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Ausschreibung Tams-Jörgensen-Preisaufgabe

Wind spielt für die friesischen Küstenregionen eine wichtige Rolle. Seine Geschwindigkeit wird international seit mehr als hundert Jahren mit der Beaufort-Skala in Stärken von 1 bis 12 eingeteilt, für die es bislang noch keine vollständige friesische Übersetzung gibt.

Mit der zweiten Tams-Jörgensen-Preisaufgabe fordert die Arbeitsgruppe "Sprache und Literatur" des Nordfriisk Instituut deshalb dazu auf, Vorschläge für die Beschreibung der einzelnen Windstärken und des dazugehörigen Seegangs gemäß der Beaufort-Skala für Nordfriesisch, westerlauersk Frysk und Seeltersk zu entwickeln.>>>>Download hier

Teilnehmen können Einzelpersonen oder Gruppen (z. B. Schulklasse, Seglerverein, Universitäts-Seminar). Ausgenommen sind Mitarbeiter des Nordfriisk Instituut und Mitarbeiter an der Preisaufgabe. Als Wettbewerbsbeitrag reicht eine friesische Übersetzung. Eine vom Nordfriisk Instituut benannte Jury wählt den überzeugendsten Vorschlag aus und vergibt einen Preis in Höhe von 250 Euro. Das Preisgeld wird gestellt aus den Erträgen des 2005 gegründeten Tams-Jörgensen-Fond.
Einsendungen bitte an das Nordfriisk Instituut. Per Post: Süderstraße 30, 25821 Bräist/Bredstedt oder elektronisch: info@nordfriiskinstituut.de.


Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Einsendeschluss ist der 1. September 2011.

 

 

Das Nordfriisk Instituut errichtete
anlässlich seines 40-jährigen Bestehens im Juli 2005 den

Tams-Jörgensen-Fonds

Tams Jörgensen war Mitbegründer und erster Leiter des Nordfriisk Instituut. Insbesondere für die sprachliche Arbeit hat er wichtige Grundlagen geschaffen. Mit großer Sorgfalt redigierte er zum Beispiel das
Nordfriesische Jahrbuch. Gerade junge Menschen vermochte er für das Friesische zu gewinnen.

Mitglieder und Freunde des Nordfriisk Instituut bitten wir um Spenden, die im Tams-Jörgensen-Fonds gesammelt werden. Mit den Erträgen sollen alle zwei Jahre ausgewählte Veröffentlichungen oder Veranstaltungen gefördert werden.

Spenden in jeder Höhe werden dankbar entgegengenommen. Wer mindestens 40 Euro gibt, wird als Donator geführt; wer mindestens 400 Euro spendet, gilt als Patron des Tams-Jörgensen-Fonds.

Einzahlungen erbitten wir auf das Konto 737 bei der Spar- und Leihkasse zu Bredstedt AG (BLZ 21751230) oder Konto 31161 bei der Nord-Ostsee Sparkasse (BLZ 21750000) mit dem Vermerk „Spende Tams-Jörgensen-Fonds“.

Ein Missionar des Friesischen in Friesland

Tams Jörgensen war ein Kind des schleswigschen Grenzlandes. In seinem Leben spiegelt sich dessen bewegte Geschichte. Als Sohn des Baumeisters Wilhelm Jürgensen und seiner Ehefrau Ilse geb. Tams wurde er am 11. März 1924 in Husum geboren. Von 1946 an studierte er in Freiburg, Kiel und Kopenhagen Deutsch und Englisch. Als ein Ergebnis seiner mit Auszeichnung benoteten Spezialarbeit über die Mooringer Mundart konnte er bereits 1955 sein „Frasch-Tjüsch-Dånsch Uurdebök“ erscheinen lassen.

Die Gründung des Nordfriisk Instituut in Bredstedt 1964/65 geht in hohem Maße auf Tams Jörgensens Initiative zurück. Von den wissenschaftlichen Mitarbeitern war er der Mann der ersten Stunde.

Tams betreute mit der ihm eigenen Sorgfalt und Gründlichkeit zahlreiche Veröffentlichungen zum Friesischen, redigierte von 1968 bis 1985 als verantwortlicher Schriftleiter das Nordfriesische Jahrbuch, wirkte ab 1971 als Lehrbeauftragter für Friesisch an der Pädagogischen Hochschule in Flensburg und leitete friesische Sprachkurse.

Die Verbindung mit Ost- und Westfriesland war Tams schon früh ein Anliegen. Er nahm in den 1950er Jahren an den ersten Friesenkongressen nach dem Krieg teil, und die interfriesischen „Studentenlager“, die seit 1965 jährlich abwechselnd in einem der Frieslande gehalten wurden, gehen großenteils auf seinen Einsatz zurück. Und das Biikebrennen auf dem Stollberg, durch das dieses friesische Fest auf dem Festland neu belebt wurde, hätte es ohne ihn wohl nicht gegeben. Denn Tams verstand es, vor allem junge Menschen für das Friesische einzunehmen, ja zu begeistern, weil er ihnen mit seiner Weltsicht und Lebensauffassung nahe stand. Aufgrund seines Einfühlungsvermögens war er vielen ein wichtiger Gesprächspartner, der weiterhalf.

Das Nordfriisk Instituut ist ihm nie allein Arbeitsstelle gewesen, es war ihm ohne Übertreibung eine Herzensangelegenheit. Für die Unabhängigkeit des Instituts, seine nationalpolitische Neutralität auf der Grundlage wissenschaftlicher Objektivität hat er sich immer mit aller Energie eingesetzt. Zwischen seinem persönlichen Bekenntnis zur dänischen Minderheit und der neutralen Ausrichtung des Instituts zog er stets einen klaren Trennungsstrich.
Als Tams 1984 aus Krankheitsgründen aus dem Institut ausschied – er starb am Ostersonntag 1987 – nannte ihn der damalige Vorsitzende des Institutsvereins Jakob Tholund einen „Missionar des Friesischen in Friesland“. Wie alle Missionare trat er mit äußerster Konsequenz für seine Überzeugungen ein.
Aus : Thomas Steensen: Abschied von Tams Jörgensen. In: Nordfriesland 77/78 (Juni 1987), S. 9-10.

   


   




Beaufort-Skala
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