Das Nordfriisk Instituut errichtete
anlässlich seines 40-jährigen Bestehens im Juli 2005 den
Tams-Jörgensen-Fonds
Tams Jörgensen war Mitbegründer
und erster Leiter des Nordfriisk Instituut. Insbesondere für
die sprachliche Arbeit hat er wichtige Grundlagen geschaffen. Mit
großer Sorgfalt redigierte er zum Beispiel das
Nordfriesische Jahrbuch. Gerade junge Menschen vermochte er für
das Friesische zu gewinnen.
Mitglieder und Freunde des Nordfriisk
Instituut bitten wir um Spenden, die im Tams-Jörgensen-Fonds
gesammelt werden. Mit den Erträgen sollen alle zwei Jahre ausgewählte
Veröffentlichungen oder Veranstaltungen gefördert werden.
Spenden in jeder Höhe werden
dankbar entgegengenommen. Wer mindestens 40 Euro gibt, wird als
Donator geführt; wer mindestens 400 Euro spendet, gilt als
Patron des Tams-Jörgensen-Fonds.
Einzahlungen erbitten wir auf
das Konto 737 bei der Spar- und Leihkasse zu Bredstedt AG (BLZ 21751230)
oder Konto 31161 bei der Nord-Ostsee Sparkasse (BLZ 21750000) mit
dem Vermerk Spende Tams-Jörgensen-Fonds.
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Ein Missionar des Friesischen
in Friesland
Tams Jörgensen war ein Kind des schleswigschen Grenzlandes.
In seinem Leben spiegelt sich dessen bewegte Geschichte. Als Sohn
des Baumeisters Wilhelm Jürgensen und seiner Ehefrau Ilse geb.
Tams wurde er am 11. März 1924 in Husum geboren.
Von 1946 an studierte er in Freiburg, Kiel und Kopenhagen Deutsch
und Englisch. Als ein Ergebnis seiner mit Auszeichnung benoteten
Spezialarbeit über die Mooringer Mundart konnte er bereits
1955 sein Frasch-Tjüsch-Dånsch Uurdebök
erscheinen lassen.
Die Gründung des Nordfriisk Instituut in Bredstedt 1964/65
geht in hohem Maße auf Tams Jörgensens Initiative zurück.
Von den wissenschaftlichen Mitarbeitern war er der Mann der ersten
Stunde.
Tams betreute mit der ihm eigenen Sorgfalt und Gründlichkeit
zahlreiche Veröffentlichungen zum Friesischen, redigierte von
1968 bis 1985 als verantwortlicher Schriftleiter das Nordfriesische
Jahrbuch, wirkte ab 1971 als Lehrbeauftragter für Friesisch
an der Pädagogischen Hochschule in Flensburg und leitete friesische
Sprachkurse.
Die Verbindung mit Ost- und Westfriesland war Tams schon früh
ein Anliegen. Er nahm in den 1950er Jahren an den ersten Friesenkongressen
nach dem Krieg teil, und die interfriesischen Studentenlager,
die seit 1965 jährlich abwechselnd in einem der Frieslande
gehalten wurden, gehen großenteils auf seinen Einsatz zurück.
Und das Biikebrennen auf dem Stollberg, durch das dieses friesische
Fest auf dem Festland neu belebt wurde, hätte es ohne ihn wohl
nicht gegeben. Denn Tams verstand es, vor allem junge Menschen für
das Friesische einzunehmen, ja zu begeistern, weil er ihnen mit
seiner Weltsicht und Lebensauffassung nahe stand. Aufgrund seines
Einfühlungsvermögens war er vielen ein wichtiger Gesprächspartner,
der weiterhalf.
Das Nordfriisk Instituut ist ihm nie allein Arbeitsstelle gewesen,
es war ihm ohne Übertreibung eine Herzensangelegenheit. Für
die Unabhängigkeit des Instituts, seine nationalpolitische
Neutralität auf der Grundlage wissenschaftlicher Objektivität
hat er sich immer mit aller Energie eingesetzt. Zwischen seinem
persönlichen Bekenntnis zur dänischen Minderheit und der
neutralen Ausrichtung des Instituts zog er stets einen klaren Trennungsstrich.
Als Tams 1984 aus Krankheitsgründen aus dem Institut ausschied
er starb am Ostersonntag 1987 nannte ihn der damalige
Vorsitzende des Institutsvereins Jakob Tholund einen Missionar
des Friesischen in Friesland. Wie alle Missionare trat er
mit äußerster Konsequenz für seine Überzeugungen
ein.
Aus : Thomas Steensen: Abschied von Tams Jörgensen. In: Nordfriesland
77/78 (Juni 1987), S. 9-10.
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