Übersee - Auswanderung aus Nordfriesland und Schleswig-Holstein
 




Kalifornien - Cornelius Boy Jensen

Cornelius Boy Jensen wurde am 29. September 1814 auf der Insel Sylt geboren. Er verdiente seinen Lebensunterhalt als Seefahrer und brachte es zum Kapitän. 1848 entlief ihm in San Franzisco die gesamte Mannschaft in die Goldfelder.

Cornelius Boy Jensen blieb ebenfalls und eröffnete in der Nähe von Sacramento einen Laden, in dem er Waren und Gerätschaften an die Goldsucher verkaufte. 1850 zog er weiter nach Süd-Kalifornien, in die Gegend von Riverside.

1854 heiratete er dort im Alter von 40 Jahren die 17jährige Mercedes Alvarado, die einer alteingesessenen spanisch-kalifornischen Familie entstammte. Cornelius Boy Jensen erwarb Land und zog 1870 Jahr mit seiner Familie auf die "Roubidoux Ranch".

1873 gehörte Cornelius Boy Jensen zu den 15 reichsten Männer im San Bernadino County. Er starb am 12. Dezember 1886. Sein Haus und seine Ranch in Rubidoux, im heutigen Riverside County, sind erhalten und werden als Jensen-Alvarado Historic Ranch and Museum genutzt.

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Kalifornien - Peter Paysen Petersen

Peter Paysen Petersen wurde am 13. März 1825 in Tondern geboren. Er war ein kräftiger, wilder Junge. Als Fünfzehnjähriger verließ er die Schule und fuhr zuerst als Schiffsjunge von Bremerhafen aus zur See.

1847 kehrte er nach dem Tode seines Vaters in die Heimat zurück. Er machte das Steuermannsexamen an der Navigationsschule in Tönning und unterrichtete dort selbst im Winter 1847/48. Danach fuhr er wieder zur See. Nun aber - wegen der besseren Aufstiegschancen - auf amerikanischen Schiffen.

1853 kam er auch nach Kalifornien. Er verließ sein Schiff bei Crescent City, um nach Gold zu suchen. Peter Paysen Petersen grub im Norden Kaliforniens mit verschieden Partnern und wechselndem Glück. Reich ist er dabei nicht geworden - seinem Bruder riet er, in der Heimat zu bleiben.

Peter Paysen Petersen hatte das Glück, über eine gute Schulbildung zu verfügen. Außerdem hatte er sich weitergebildet. So konnte er, als sich nach harten Jahren der Goldgräberei gesundheitliche Beschwerden einstellten, als Wanderlehrer im Gebiet des Siskiyou County ein Auskommen finden. Er starb 1889 im Alter von 64 Jahren.

Bildunterschriften: - Peter Paysen Petersen (1825 - 1889) - "Goldfieber!" - Maschine zum Zerkleinern von goldhaltigem Gestein aus dem Jahre 1853 - Goldsucher bei der Arbeit

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Kalifornien - Zeitungsmeldung aus den Goldfeldern 1852

San Franzisco, den 14. September 1852

Von den Goldminen kehrte ich bereits im Juni zurück, weil ichs nicht länger daselbst aushalten konnte, wegen der höchst unbequemen und ungesunden Lebensart, welche man da zu führen genötigt ist. Ich habe während der zwei Monate, welche ich beim Goldgraben war, nur zweimal eine gute Suppe gegessen, denn was man hier sonst Suppe nennt, würden bei euch die Hunde nicht anrühren. Schnaps und Brot machen die Hauptnahrung der Goldgräber aus, und das der Körper bei dieser Kost leidet und ausgemergelt wird, kannst Du Dir denken.

In den Minen gings mir übrigens gut; ich kehrte mit reichlicher Beute zurück. An einem Tage gewann ich zum Beispiel 10 Unzen und hätte sicher noch mehr bekommen, weil ich auf eine, wie es schien, sehr ergiebige Ader gekommen war. Aber ein Paar Portugiesen, die in meiner Nähe arbeiteten, sahen meinen reichen Fund, und plötzlich fielen sie mich mit ihren Messern an und forderten mein Gold. Ich sträubte mich natürlich und so kamen wir ins Handgemenge. Seit dem Tage war ich stets in großer Angst vor dergleichen Raubanfällen und glaubte in jeden Goldgräber einen Räuber zu gewahren. Das Mißtrauen unter den Goldgräbern ist überhaupt sehr groß, und man hat Ursache dazu, sich vorzusehen. Denn die Zahl der banditen in den Minen ist unendlich groß.

Als ich wieder in San Franzisko angekommen war, mietete ich mir einen laden und stehe jetzt hinter dem Ladentisch und habe allerlei Sachen für die Goldgräber zum Verkauf. Ich habe es sehr gut, bin gesund wie ein Fisch und mit meinem Handel geht es voran.

Ich beabsichtige wieder in die Goldgruben zu gehen: wann es aber wird, weiß ich noch nicht. So lange mein Handel so günstig als jetzt geht, werde ich nicht daran denken.

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